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Die Stimme · 1937-10-25 · Heft 687 (25.10.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 687 (25.10.1937)
Date
1937-10-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 2 Nr. 687. — Wie®, Montag, SB. Oktober HW. Der Mufti ist nun außer Landes _ gen, was für Frankreich eine arge Verlegenheit bedeutet, und in Palästina vollzieht sich im Augenblick der Kampf der Sicherheitebehörden mit den Banden, deren Entwaffnung der Mufti stets zu hintertreiben wußte. Der angekündigte Aufruhr konnte in Schranken gehalten werden und die englische Regierung beginnt sich bereits mit der politischen Seite der Liquidierung zu befassen. Es wird wieder der Teilungsplan in den Vordergrund geschoben und die Entsendung der neuen Kommission angekündigt, die mit Juden und Arabern über die Zerstückelung des Landes zu verhandeln hätte. England gibt die These nicht auf, daß das Mandat undurchführbar ist — obzwar der frühere Gouverneur von Jerusalem, Ronald Storrs, in einem Vortrag in London das genaue Gegenteil behauptet hat. Aber jetzt wäre doch nach der Entfernung des Mufti der Weg frei zu einer neuerlichen Aktion, die auf der Basis der Baifour-Erklärung die beiden Nationen zu friedlicher Arbeit zusammenführt. Freilich ist das Rezept Storrs, daß beide Teile, Juden, und Araber, nachzugeben hätten, bereits insoweit überholt, als die Juden bereits nachgegeben haben, haben in Zttrieh durchaus übereilt Teilung grundsätzlich zugestimmt und nur den vorliegenden Plan abgelehnt. Sie würden also in Verhandlungen bereits mit einer festgelegten Linie eintreten. Die Araber dagegen sind in ihrer Entschlußfreiheit nicht gebunden, was ihre Lage erleichtert Aber es kommt bei den kommenden Verhandlungen auch darauf an, daß der Völkerbund ausdrücklich das Mandat und damit den Sinn der Balfour- Deklaration als fortbestehend erklärt hat. Daran muß die jüdische Politik festhalten. Sie kann nichts mehr opfern als die Toten vom Vorjahr und dieser letzten Wochen. Aufruf an das Jüdische Volk 600.000 Pfund für den Aufbaufonds Jerusalem, 24. Oktober. (JTA) Der Direk- Bwikgeschüft Bernhard Wächter Wien I., Frilr-fösefS-Kaf'e/ (Seh« Heering 32) UnanoMg«, Klassanlose, Wachseiinkasso Abinoam Yellin gestorben Jerusalem, 25. Oktober. (Eigenbericht der „dtknm“.) De* Regiwungeinepektor für das jüdische Erziehungswesen, Abinoam Y e 1- 1 ä n, der in der Vorwoche von einem bisher noch nicht eruierten Araber durch zwei Revolverschflssa schwer verletzt worden war, ist am Freitag seinen Verletzungen erlegen. r Da» Leichenbegängnis hat Mer gestern stattgefunden. Die gesamte jüdische Bevölkerung der Stadt nahm an der Feier teil, zu der Vertreter der Mandatsregierung und der Militärbehörden erschienen waren. Aus dem ganzen jüdischen Land waren Abordnungen gekommen, um dem Toten das letzte Geleite za geben und dem Vater des Ermordeten, den bekannten jüdischen Gelehrten und gewesenen Vizebürgermeister von Jerusalem David Yellin, ihr Beileid auszusprechen. Abinoam Yellin hat in Cambridge studiert. Er hat sich in arabischen Kreisen durch seine mit. Louis Billig (der im Vorjahre gleichfalls ermordet worden ist) gemeinsam heransgegebene arabische Grammatik großes Ansehen erworben. Ehrengerichtliches Verfahren gegen Meir Großinan Jerusalem, 25. Oktober. (Paloor.) Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente während der Tagung des Kongresses in Zürich hat der Kongreßanwa.]t ein Verfahren gegen Meir G r o ß m a n beim Zionistischen Ehrengericht in Jerusalem angestrengt Die von Großman veröffentlichten Dokumente umfassen ein Gedächtnisprotokoll Weizmanns über seine Unterredungen mit dem Minister Onnsby-Gore. Diese Aussprachen hatten im Juli nach der Publikation des Pee!-Beriehtes stattgefunden. Der Negew. Zu unserem in der Nummer vom 20. d. M. veröffentlichten Aufsatz ,,Der Negew“ teilt uns Herr Adolf Böhm mit. daß Jerusalem, 24 Oktober. (JTA) Die Polizeidar Negow 11.872 Quadratkilometer umfaßt, Station in Abugosoh bei Jerusalem ist von daher 45 Prozant der 26.800 Qu&dratkilo- ’ einer bewaffnetem Bande angegriffen wormeter großen FWche Palästinas damtcllt. Im den. Polizei, die im Bab eJ Wad (der Ser- ,stellt, nach der ©hlung von 1931 48.000 Be-, peotinenstiaße vor Jerusalem) eine Barri- Negew leben, wie Herr Böhm ferner fest-jkade entfernte, wurde beschossen. Die Anduinen und 51.000 seßhafte Einwohner. greif« wurden nach kurzem Feraesf*0fecht tor des Keren Hajessod, Leib Jatfe, hat der Presse einen Aufruf übergeben, in dem es heißt: Wir appellieren an die gesamte Judenheit, alles zu tun, um dem Jischuw die Kraft und die Mittel zu geben, über die schwere Zeit bare Winkel besiedelt and Sicherheit für den Jischuw in Miner großen politischen Arbeit gewährleistet werden. Zu diesem Zweck maß der Keren Hajessod 600.000 Pfund aufbringen. Jedes Land muß seine Quote zur Verfügung steilen. Die Juden müssen sich ihrer ungeheuren Verantwortung in einer Zeit bewußt sein, in der die nationalen Fonds alle Lücken aasfüllen liehen Positionen zu stärken, damit eine Krise vermieden werde. Die neuen Siedlungen müssen gefestigt, jeder errelch- * * * Neue Einwanderungs- I “g”*- 016 Pofed *•* «- Verordnung für Palästina Nach Gaza ward« strafweise eia Po- * 1 “ * Ua j lizeäpoeten von 25 Mann gelegt, weil in der Jerusalem, 24. Oktober. (JTA.) Das palä-1 Nähe <ter Stadt vor kurzem ein Sprengstinensisebe Amtsblatt hat den Entwurf I s to ff an s ch lag aiuf die Eisenbahn verein« neuen Einwanderungsver-| suoht wometen war. Der Dtstriktebeamte bat Ordnung veröffentlicht. Auf Grund des beka/nntgiegri&eo, daß sehn Häuser arabi- Entwurfes wird der High Commis- ’ " ■ ’ ’ ” T “ -■ — sioner ermächtigt, die Höchstzahl d« in der jeweiligen Einwanderungsperiode zur Einwanderung zuzulassenden Ausländer festzusetzen. Fern« wird ihm das Recht erteilt, die Höchstzahl innerhalb der einzelnen Einwanderungskategorien, sowie den proportioneilen Anteil der jüdischen Einwanderer im allgemeinen und innerhalb jeder Kategorie im besonderen festzusetzen. D« Leit« des Einwandest »ober Notabedn in die Luft „ . den würden, falls derartige S&bota'-rakte sich wiederholen sollten. Ronald Storrs: Das Mandat ist durchführbar London, 24 Oktober. (JTA.) Der frühere Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald rungsdepartmen ts erhält das Recht, in umstrittenen Fällen zu entscheiden, wer als Jude anznsehen ist. Die Bezeichnung der jüdischen Einwander« als Teil der „Ausländer“ hat in jüdischen Kreisen Erstaunen und Entrüstung hervorgerufen. Der Entwurf der neuen Einwanderungsverordnung und ihr Zweck wird in der jüdischen Presse ein« scharfen Kritik unterzog«!. Weitere empfindliche Einschränkungen Aus Jerus alem, 24. d., wird berichtet: Das Amtsblatt bringt eine Ergänzung zu dem Entwurf der neuen Einwanderungsverordnung für Palästina, betreffend die An- [gehörigen von Einwanderern. ^Danach wild der Begriff der „Angehörigen“ (dependants) bei Einwanderern auf die unter 18 Jahre alten Familienangehörigen b eshränkt- Der Entwurf befaßt sich ferner mit der „illegalen Einwanderung“. Für die Aufnahme, das Vrbergan und die Unterstützung illegaler Einwanderer sind empfindliche Strafen vorgesehen. Das gleiche gilt auch für den Versuch, illegale Einwanderer mittete Schiffen ans Land zu bringen. Die gesamte jüdische Presse nimmt in ungemein scharfen Artikeln gegen die neue Verordnung Stellung, die ein politisches Einwanderungsmaximum festsetzt und drakonische Maßnahmen gegen ,Illegale“ ankündigt. „Haares1 schreibt, die Verordnung sei ein Hohn auf das im Mandat enthaltene Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmsfähigkeit des Landes. Sie führe zn einer Diskriminierung, mit der die Juden sich niemals einverstanden erklär i werden. AUe Zusagen gebrochen. „Palestine Post“ erklärt, die neue Verordnung habe alle jene Kreise, die gehofft haben, daß das Mandat so lange praktisch in Geltung bleiben würde, als es nicht durch ein anderes gerechtes und wirksames Regime ersetzt wird, erschüttert. Die von der Regierung entworfene Novelle zum Einwanderungsgesetz setze auf legalem Wege ein politisches Maximum fest, das ein ungesetzliches und ungerechtfertigtes Abweichen vom Mandat darstellt Nun könne der arabische Hetz« seinen Sieg üb« England feiern. Die Verordnung stelle einen brutalen Bruch der Versprechungen Edens in Genf dar, der erklärt habe, daß die Einschränkung uer jüdischen Einwanderung auf 8000 Personen in den laufenden acht Monaten bis Ende März 1938 nur provisorischen Charakter trage. Der stellvertretende Leiter der Polizei Jerusalem hat sich üb« die neue Einwanderungsverordnung dahin geäußert, daß sie tatsächlich bereits seit einem Jahr gehandhabt worden sei. Die Terrorakte t im Klub „1912“ eine Rede, der « rieh für verstärkte Bemühungen um das Zustandekommen ein« arabischjüdischen Round TaMe-Konferenz üb« Palästina einsetzte. Er erklärter « habe den bestimmten Eindruck, daß bisher n r ‘ nicht genügend Anstrengung gemacht worden sind, um eine Lösung des Palästinaproblems ohne Teilung h«beizuführen. Er glaube keineswegs, daß die Situation so hoffnungslos und schlecht sei, als daß nicht «was getan werden könnte, um das jetzige Mandat durchführbar zu Strenge Grenzsperre In Syrien Paris, 23. Oktober. Wie aus B e i r u t berichtet wird, ordnete der Kommandant der französischen Truppen eine scharfe Überwachung der Grenzgebiete an, um das Eindringen arabisch« Banden nach Palästina zu verhüten. Die französische Regierung trifft Vorkehrungen, um die paaarabische Agitation niederzuhalten. In den letzten Tagen wurden zahlreiche Verhaftungen vor-;en ominen. One neue Partei In Trans* Jordanien Jerusalem, 24 Oktober. (JTA) Dem „Haarez“ wird aus Amman berichtet, daß EmirAbdulla eine neue Partei gegründet bat, (Be Verhandlungen mit den palästinensischen Arabern über eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung des Palästinaproblems führen und mit der neuen. englischen Untereuchungskommission in Verbindung treten soll. Nach der Ansicht des Emirs ist jetzt die Bahn für die Verwirklichung dieser Ziele freigemaebt» Die neue Partei nennt rieh „Verbrüderungsverband in Transjordanien“. Ihre Gründung wurde vorgenommen, weil die Mitglieder dos jetzigen transjordanischen Kabinetts nicht in der gewünschten politischen Richtung gearbeitet haben; sie weigerten sich stete, eine Kooperation mit den Arabern Palästinas henbeizuführen. Die bevorstehende Neuwahl des Gesetzgebenden Rates soll dem Emir die Verwirklichung seiner Pläne ermöglichen. „Times“ gegen die panarabi* sehen Bestrebungen London, 24. Oktober. (JTA.) Der Jerusalemer Korrespondent der „Times“ widmet den panaraMschen Bestrebungen im Zusammenhang mit der Lage in Palästina eine eingehende Betrachtung. Er stellt fest, daß keine Anzeichen einer positiveren Entwicklung Vorhand« sind, wohl aber deute vieles darauf hin, daß der PanaraMsmus von den Politikern in Szene gesetzt wurde, um die Aufmerksamkeit d« Öffentlichkeit von den schwierigen inneren Problemen der arabischen Staaten abzulenken. Die in Syrien rieh entwickelnde Situation dürfte den französischen und britischen Behörden Verlegenheiten bereiten, da die Gefahr besteht, daß die arabischen Terroristen Palästinas sich eine Operationsbasis in Syrien schaffen und die dortige Regierung nicht gewillt oder nicht imstande sein könnte, ihre Tätigkeit zu verhindern. Die britischen Fachleute sollten erkennen, daß die der Einbildungskraft der Araber vorschwebenden Möglichkeiten politischer Intrige so verlockend sind, daß eine verfrühte Ermutigung der pan arabischen Bestrebungen unerfreuliche Folgen haben könnte. Panarabische Partei In Bagdad Bagdad, 24 Oktober, (JTA.) Unter dam Vorsitz von Naji al-Sweidi, einem Verwandt« des irakischen Außenministers Tewfll al-Sweidi, tagte in Bagdad eine Konf«eoz führender Persönlichkeiten der W'UÄ5'' arabischen Bewegung. Es wurde die Gründung ein« pananabfechen Partei zwecks Verteidigung der Intoressen d« Palästina-Araber beschlossen. Die Vorgänge im Libanon* Gebiet. Jerusalem, 23. Oktob«. Die Libanon- Regierung hat gestern ein Verbot für sämtliche Wahlversammlungen in Beirut ausgesprochen, um Zusammenstöße zu verhindern, da die mohammedanische Opposition, die für eine Vereinigung Libanons mit Syrien eintritt und für die pan arabische Idee wirbt, anscheinend bemerkenswerte Erfolge erzielt. Der jßdisdie Anteil an der Wirtschaft Palästinas Wiederholt wunden von zionistischer Seite disebe Bevölkerung, die damals ungefähr berechtigte Klagen darüber laut, daß ein 29 Prozent derBevölker unverhältnismäßiger Teil der Einkünfte der Palästina-Regierung den Arabern zugute kommt. Einige Zahlen sollen da« veranschaulichen. Die Gesamtausgaben der zionistischen Institutionen im Finanzjahr 1935—1986 betrugen 1,107.000 Pfund, die sich, wie folgt, verteilen: £ Jewish Agency. 391.000 Zentralbüro für Anriedlung deutscher Juden.1794)00 Keren Kajemeth Lejisrael . . . 3094)00 Hebräische Universität. 95.000 Hadassah Medical Organisation . 80.000 WIZO. 87.000 Technikum in Haifa.16.000 Summe 1,107.000 Der größte Teil dieser Summe ist das Ergebnis von Spendensammlung« unter den Juden d« ganzen Welt Ein kleiner Teil fließt Schul- und Spitalsgebühr«. In den obigen Beträgen rind nicht enthalten die Ausgaben von Instituten, wie der Theater Obel und Habknah, der Je wich Colonisation Association (J. C.A.) und von Wohltätigkeitsanstalten, Abgesehen von diesen Summen, die der Entwicklung des Landes und d« Fürsorge für die Bevölkerung (Benen, steuerte die jüdische Gemeinschaft für das Budget des Landes pro Kopf mehr als viermal mehr, als die arabische Bevölkerung. Eine vom Statistischen Amt der Jewish Agency für das Finanzjahr 1934—1935 anges teilte Untersuchung ergab, daß die jümachte, ungefähr 64 Pr Einkünften derRegierung beitrug, wie die folgenden Ziffern zeigen: £ £ Direkt« Steuern 556.069 278.000 50% Indirekte St. 3,471.541 2,259.000 65% Zölle . . . . 413.702 282.000 68% Post . . . , 855.817 263.000 74% Eisenbahn . . 785.556 441.000 56% Diverse . . . 488.376 265.000 60% Summe 6,021.061 8,788.000 63% Auf der Basis dieser Schätzungen leisten die Juden an Steuern und öffentlichen Abgaben pro Kopf 12 £ im Jahr, die Nichtjaden nur 2 £ 6 sh pro Jahr. Eine gemeinsam von der Palästina-Regierung und der Jewish Agency für das Jahr 1930 ange- Bteilte Schätzung ergab einen jüdischen Anteil an den Regierungseinnahmen von 367 Prozent, bei einem Anteil d« Juden an der Einwohnerzahl von 17 Prozent. Der Kopfanteil an den Steuer- und Abgabenleistungen war 1930 bei den Juden dreimal größer als bei den Nicbtluden. Obwohl für die letzten Jahre detaillierte Schätzungen nicht vorliegen, muß doch mit Rücksicht auf die große Einwan d«ung in den Jahren 1935 und 1936 eine Steigerung des jüdischen Anteils an den Steuerleistungen auf zwei Drittel der gesamten Regierungseinkünfte angenommen werde:.. Eine vollständige Überricht üb« die jüdische Beitragsleistung zu den Finanzen Palästinas würde «ne vollständige Analyse der Budget« der Städte und des Waad Leumi erfordern.

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