Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 685 (20.10.1937)
- Date
- 1937-10-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Salta 4 Wien, Mittwoch, 20. Oktober 1937. — Nr. 686. ten sicherzustellen. Falls der Wechsel nur die Unterschrift des Schuldners trägt, ist zwecks Ersparung der großen Protestkosten der Bank nur der Auftrag zur Präsentierung zu erteilen. Für den Faß der Klage empfiehlt es sich, die fälligen Wechsel oder promissory notes in Palästina nicht durch die österreichische Firma, sondern durch Der Negew Der englische Kolonienminister Ormsby Gore hat vor der Mandatskommission mit einer auffallenden Ausführlichkeit darauf verwiesen, daß der Süden Palästinas, der - -- Negew, infolge seines Wüstencharakters für Partei einklagen zu lassen, fn; eine jüdische Kolonisation nicht in Betracht -näm,ich!ie kostspielige | komme. Nun ist aber bekannt, daß die zioo - ' '' nistische Exekutive die Einbeziehung des Negew in den Judenstaat verlangt, zuminenglisches Mandat über den Konkurs und Ausgleich Da* Insolvenzrecht ist erst vc. zem durch die „bankrupty ordinance“ geregelt worden. Danach können gewisse Anfechtungen von Rechtshair”- - “ “ folgen, nachdem ge fahren eröffnet und mögen eingesetzt worden ist. Dem Konkursverfahren kann ein Ausgleichsverfahren vorausgehen, welches jedoch außergerichtlich ist. Nach Eröffnung des Konkurses verliert der Gemeinschuldner das Verfügungsrecht über sein Vermögen. Zur Vermeidung betrügerischer Manipulationen kann auf Antrag sogar ein Arrest verhängt weiden. Das Konkursverfahren wird in der offiziellen Zeitung angekündigt und die Gläubiger werden aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Frist ihre Forderungen anzumelden. In Palästina ist es üblich, daß dem Rechtsanwalt ein angemessener Gerichtskostenbeitrag sowie H o n o r a r v o rs c h uß vor Klagseinbringung überwiesen werden muß. Leider muß konstatiert werden, daß manche Finnen in Palästina auf wiederholte Mahnungen nicht reagieren und keine Zahlung leisten, weil sie wissen, daß die auswärtigen Firmen wegen der mit der Klage verbundenen Kosten vielfach vor der gerichtlichen Austragung zurückschrecken. Meistens ist es auch nicht möglich, Zinsen und Spesen für außergerichtliche Interventionen hereinzubringen. Deshalb empfiehlt es sich, gleich die richtigen Schritte einzuleiten und sich wegen der Durchsetzung der Forderungen mit der Kammer zu verständigen. nicht mehr als 1000 Beduinen, die um so weniger beachtlich wären, als der Negew vier Fünftel Palästinas umfaßt, das sind 4505 englische Meilen, oder 20,000.000 Dunam. Dazu kommt noch die Wichtigkeit des Negew für die Sicherheit und strategische Lage des Judenstaats. Der Negew stellt sich ungefähr als Dreieck dest aber e Negew mit dem Recht, dort eine jüdische mit der Spitze im Golf von Akaba und Kolonisation durchzuführen. Vor dem Völ-1 imaginären Basis dar, die von Khan Y ukerbundrat hat nun Anthony Eden erklärt,! nis (am Mittelmeer) durch einen Punkt sttddaß man noch nicht bei der Feststellung der lieh von Berscheba bis zum " ’ Grenzen halte. Es ist daher eine Einbeziehung auch des Negew in das Gebiet des Judenstaats nicht unmöglich und eine kurze Betrachtung über Land und Leute in diesem Landstrich aktuell. Der Negew ist — hier kann Ormsby Gore zugestimmt werden — Wüste. Das war aber nicht immer so. Eine große Zahl von Städteruinen, byzantinischen Aquädukten und römischen Wasserreservoire beweisen, daß hier einmal kultiviertes Land war’ Der Boden, der durch tausend Jahre nicht mehr bebaut wurde, hat seine Fruchtbarkeit eingebüßt. Trotzdem verliert er in jedem Frühlicben Ufe reicht. Das ist trotz der großen Schwierigkeiten der Bewässerung ein Land mit großen Möglichkeiten, insbesondere auch, -wenn man an einen Hafen am Roten Meer denkt, den der Judenstaat erhalten könnte. Auch die Verbindung mit Ägypten könnte durch die Anlage von Straßen erleichtert werden und alle benachbarten Länder würden Vorteile haben. Ägypten vor allem, das vom Negew durch die Sinai-Halbinsel getrennt ist, müßte für seine Grenzen nicht Zionistisch« Boslrkssokfion Broltonsao, XV., Akkonplatz 7 »Hie gegenwärtige Lage der Juden« Wir drohen nicht, Zionistischer Veranstaltungs holender Donnerstag, 21. Oktober: . Bez., WIZO, Schottenring 25, 346 Uhr rg:,,Abr nachmittags: Marie W e 1. Bez., Sektion I, Bauernmarkt 8, 8 Uhr abends: Generalversammlung. 2. Bez., Sektion und WIZO Prater, Stuwerstraße 1, %9 Uhr abends: Prim. Dt. Jonas Borak: JO Jahre Röntgen — 40 Jahre Z i o n i s m u s.“ 18. Bez., Brith Zion, Weimarerstraße 7, 349 Uhr abends: Eröffnungssichah. Bobby Weiser: „Rund um den 20. Zionistenkongreß.“ Freitag, 22. Oktober: Oneg Sabbath, 8 Uhr abends. 2. Bez., Sektion II, Praterstraße 18, Vortrag: Rabbiner G. Horowitz: „Aktuelle Fragen.“ 2. Bez.. Sektion und WIZO Prater, Stuwer- Straße 1, Vortrag: Dr. Julius Zellermayer, Rezitation Prof. D. Weinstein, Liturgische 2, Bez., Hechaiuz Haklal Zioni Novarag. 29. Dr. Hugo Groß: „Die Bedeutung der Jugend für die jüdische Renaissancebewegung.“ Rezitation Bobby Weiser, Gesang L ö b I, Rezitation B a r t f e 1 d. De_ 20. Bez., Sektion Zwiscbeobriicken, Universumstraße 62, Vortrag: Gottfried: „Baal Schern.“ Gesang N. Neuberger. Samstag, 23. Oktober: 1. Bez., WIZO. Schottenring 25, 346 Uhr abends: Onegg Sabbath. Referent Rabbiner Dr. Murmeistein. 9. Bez., Sektion 8/9, Währragerstraße 6/8 (Eingang Hörigasse 2). 349 Uhr abends: Generalversammlung. Graz, Zionistische Ortsgruppe Graz. Doktor Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich: »Die Bilanz des 20. Zlonistenkongresses.“ JÜDISCHER KALENDER Ils 48 Oktober 1937. 17. bis 23. Chesthwan 3698 Freitag 22.’ Sabbath-Efnsans 41? Uhr Samsta 23.) SabbatH-Aossan, 5*2 Uhr Wodienabsdmltt: Wajara. Montessori-Schule. Die Zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten, IV., Hauslabgasse Nr. 2. bat den Kindergarten unter Leitung der bisherigen geprüften Lehrerin wieder eröffnet. Anmeldungen im Kindergarten oder beim Obmann Fritz Müller, IV., Argentinierstraße 62, Telephon U 46-9-66. jabr nach der Regenzeit seinen Wüstencharakter und bedeckt sich mit einer wilden Vegetation. Sogar die felsigen Teile des Landes weisen grüne Flecken auf. Die Wadis füllen sich in der Regenzeit mit Wasser und an ihren Rändern hält sich die Vegetation auch im Sommer. Die englische Spezialkarte aus dem Jahre 1916 (Africa, North H 36) verzeichnet 57 Brunnen und Quellen, die sich über das ganze Land verteilen und von denen die meisten nach den Angaben der Karte eine „unbegrenzte Wassermenge“ enthalten. In einem Artikel, der am 9. Juli im „Daily Telegraph“ erschien, schreibt Douglas V. Duff: „Fast im ganzen Distrikt dürfte Wasser in höchstens 60 Fuß Tiefe zu finden sein.“ Das Vorhandensein von Quellen weist darauf hin, daß Wasser durch die Anlage von artesischen Brunnen gefunden werden kann, wenn man nicht zum römischen System der Anlage von Regenwasserreservoirs zurückkehren will. Die Regensaison dauert fünf Monate und die Regenmengevariiert zwischen 50 und 150 mm in der Gegend von Akaba und zwischen 150 und 200 mm in der Gegend von Berscheba. Das kann natürlich nicht mit der Regenmenge im engeren Palästina verglichen werden, die zwischen 200 mm im Süden und 800 mm im Norden variiert. Eine gute Aufforstung würde aber im Negew ebenso wie im nördlichen Palästina die Regenmenge vergrößern. Da auch die Temperaturen im Negew andere sind als im übrigen Palästina, kommt ungeachtet aller von Ormsby Gore vor der Mandatskommission aufgezählten Schwierigkeiten eine Kolonisation des Negew in Frage. Sicher ist nur, daß sie mit sehr erheblichen Kosten, die in die Millionen Pfund gehen, durchgeführt werden könnte und daß die Aufschließung des Wassers und des Bodens Jahre erfordern würde, in denen eine Kolonisation in größerem Maßstabe nicht möglich wäre. Daß wir keinen Anlaß haben, Millionen Pfunde, die wir in kurzer Zeit sicher nicht aufbringen können, in den Negew als englisches Mandatsland hineinzusteeken, nur damit die Engländer wieder einmal den Arabern bei einer zukünftigen Teilung ein Geschenk auf unsere Kosten machen kann, versteht sich von selbst. Wir werden auf den Negew nie verzichten, so wenig wie anf einen anderen Teil Palästinas, aber wenn wir den Negew zur Besiedlung übernehmen, dann mnß er hundertprozentig zum Jndenstaat gehören. Der Negew, den England zumindest nach dem Plan der Königlichen Kommission nicht in den Judenstaat einbeziehen möchte, ist, abgesehen von allen historischen und ideellen Gründen, für den Judenstaat von größter Wichtigkeit. Zunächst deswegen, weil er fast menschenleer ist Es wohnen in diesem Gebiet nach den im Jahre 1935 von der Regierung mitgeteilten Ziffern nur 50.000 Beduinen. Diese konzentrieren sich im wesentlichen um Gaza und Berscheba, so daß das übrige Land als menschenleer bezeichnet werden kann. Zieht man die Grenzlinie einiger Meilen südlich von Bersoheba, so verbleiben im übrigen Negew fürchten und könnte für die Kultivierung seines eigenen Landes aus der Kolonisation des Negew nur lernen. Sogar das Reich Ibn Sauds würde in die Lage versetzt sein, eine leichtere Verbindung mit dem Westen in erreichbare Nähe gerückt zu sehen. Der Negew hat natürlich auch für England seinen strategischen Wert, aber nur durch die Anlage von Straßen und den Ausbau eines Bewässerungssystems. Weder die Araber noch die Engländer können das Land kultivieren. Leisten nicht die Juden diese Arbeit, dann bleibt die Symbiose von Araber und Kamel bestehen, von der Ormsby Gore bi Genf sprach, und der Negew büßt für England seinen Wert ein. Nur die Juden können die ungeheuren Schwierigkeiten im Negew bewältigen, denn Reite nach Brünn und in die Macodta Der Zionistische Landesverband beabsichtigt, bei genügender Beteiligung am 31. Oktober und 1. November (Sonntag und Montag — Feiertag) eine Autobusreise nach Brünn und in die M ac o c b a zu unternehmen. Am Hin- oder Rückweg kann auch Nikolsburg (Jüdisches Zentralmuseum) besucht werden. Anmeldungen telephonisch U 22-2-11 oder mündlich Im Büro des Zionistischen Landeskomitees, I» Marc-Anrel-Straße 5, bis längstens 25. d. M. sie allein lechzen nach dem Boden, den der Negew, der ein untrennbarer Teil Palästinas ist, ihnen bietet. Nur die ungeheure jüdische Not kann die großen Summen aufbringen, die zur Kolonisation notwendig sind, so grotesk das klingen mag. Es sei auch an das Urteil von Sir JohnHope Simpson erinnert, der über den Negew sagte: „Ist die Möglichkeit der Bewässerung vorhanden, dann bietet der Distrikt von Berscheba eine praktisch unerschöpfliche Reserve an kultivierbarem Boden.“ In der letzten Zeit hat der ehemalige Gou albinsel Sinai, Oberst C. J. Jarvis, in der „Morning Post“ vom 13. Juli über den Negew geschrieben: „Der Nutzen, den die Übergabe dieses Landstrichs an die Juden hätte, würde der arabischen Bevölkerung keinen Abbruch tun. Ihre Zahl ist so gering und Ihr Lage ist eine so elende, daß sie unschwer in einem anderen Beduinendistrikt resorbiert werden könnte. Würde man den Beduinen des Negew außerdem für ihre zweifelhaften Rechte eine generöse Kompensation gewähren, so hätten sie, sicher keinen triftigen Grund zu einer Beschwerde. Das Land eignet sich außerdem nicht für eine große arabische Ansiedlung durch die Regierung. Das Resultat einer derartigen Regierungsaktion wäre nur die Vergeudung von viel Geld und der Groll der importierten Siedler.“ Jlus aller Welt Wie das Prager jüdische Gemeindeblatt mitteilt, besichtigte L6on Blum während seines Interessant sind die Folgen der bisherigen pra^er Aufenthaltes alle dortigen jüdischen Ausmerzung der Nichtarier aus dem Wirt- Sehenswürdigkeiten. In der Synagoge wurde sobaftsleben. insbesondere aus Banken und gr von einelrl Gemeindebeamten in he* Versicherungen, besonders aber in Wien aus bräisoher und jüdischer Sprache begrüßt, dem ärztlichen Berufe und aus dem komworauf s;oh Blum in seiner Erwiderungsmuualen Lieferungswesen. Diese Wirtschaft-. anspTache als treuer Sohn der jüdischen Relichen Zusammenbrüche, so sehr sie auch bgion bekannte. Leon Blum, in dessen Beerwünscht waren, haben aber auch eine ^leitung sich Frau und Tochter befanden, be- Reihe von Lücken gerissen, die am eklatans;chtigte alle historischen Sehenswürdigtesten auf den von den Juden bevorzugten Seiten der alten Synagoge und stattete her- Plätzen, wie Baden, Semmering, Ischl, die nacb auch dem jüdischen Friedhofe einen auf diese Gäste bereits eingerichtet waren, iängeren Besuch ab. in Erscheinung treten. Die arischen Kreise, j („Linzer Volksblatt“.) die nun an deren Stellen getreten sind, zie-| hen seit jeher mehr andere Orte vor, so daß franco tarnt von Hitler die Wohnstätten, die jahrzehntelang eine nicht unbedeutende^ Schicht einer ganz be- Sommerf rischen-Antisemitismus stimmt arrivierten Bourgeoisie beherbergte, heute noch keine neuen Gäste gefunden haben. („Das moderne Hotel“, Wien.) Jüdischer All tag _ Franoo-Presse ergibt sich einem wütenden Antisemitismus. Die Zeitung „La Voz de Espana“ (San Sebastian) erklärt, daß die Juden die Englische Nationalbank monopolisieren. „El Correo de AndalusJa“ (Sevilla) schreibt: „Der Krieg wird durch die wahren Spanier gewonnen werden, die alle Freimaurer, Juden und Marxisten __ kleinen, von Tag zu Tag kleibinauspeitschen werden.“ „Union“ (Sevilla) ner werdenden Gemeinschaft, wie sie unsere schreibt, „daß die Juden, die Feinde der Judenheit innerhalb der deutschen Grenzen westlichen Zivilisation, den spanischen darstellt, aus der durch Auswanderung Krieg angezettelt haben“, immer mehr Jugend und Menschen des tatj („The Jewish Frontier“, New York.) kräftigen Alters fortgehen, liegt die Gefahr1 nahe, daß die Größe der Sorgen und der Her Bumerang von Palästina Nöte des einzelnen eine Laschheit in der Nicht Herr Chaim Weizmann ist verant- Beurteilung allgemeiner Fragen mit sich wortlich für die Gewalttaten gegen die bringt — es kommt schon nicht mehr dararabische Führersehicht in Palästina, sonauf an. -Auch in einem so kleinen Kreis, £eni England. Es läßt sich heute schon ganz in dem fast jeder jeden kennt, der irgend ^lar gagen, daß arabische Länder, die noch eine Funktion ausübt, muß absolute Durchvor einem halben Jahr England zumindest sichtigkeit im Tun und im Unterlassen nicht feindlich gegenüberstanden, sich an herrschen. j das arabische Sprichwort zu erinnern be- An der Kraft, die wir aufbringen, um ginnen: „Ich bin der Feind meines Bruders, Schädliches auszuscheiden, wird man abmein Bruder und ich sind der Feind unseres eine nur sich verkleinernde Vetters, mein Vetter, mein Bruder und ich aber sind der Feind dessen, der uns bedroht.“ („Münchner Neueste Nachrichten“.) oder eine verfallende Gemeinschaft sind. („Centralvereins-Zeitung“, Berlin.) Leon Blum als Judo Der Führer der französischen Volksfront I Art« niiim hat sich als «intraf al« Vor nietieeber LandesverDana tur Österreich, Wien, L6on Blum hat sich, als er jüngst als Ver- «are-Aurel-Straße 5. - Verantwortlicher teeter der französischen Regierung bei ta ■ Bedaktaari Robert polower, Wien, L, Maro. Beerdigung des Präsident-Befreier Masaryk Anrel-Straße 5. — Druck: Vernay A. G., Wien, in Prag weilte, ab aktiven Juden bekannt! DL, Canisiusgasse 8-40,