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Die Stimme · 1937-10-15 · Heft 683 (15.10.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 683 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Mt« 2 Dil ST1MMI Nr. QS0. — Wien, Freitag, 1*. Ofctotwr 1IW. g\\m\\\m\\m\\\\m\\\\\\\\\\w I OPTIKER I (KARL SEIDNERl I., Fram-Josets-Ital 33 II., HollandstnSe 7 Fathmännisdier Rat Reiche Autwahl £; 0 Beste Qualität f? Preiswert 0 Politische Moralzerrüttung Die Herbsttagung des Exekutivkomitees der Föderation Internationale des Journalistes, die dieser Tage in Wien stattgefunden hat, gab den führenden Staatsmännern Österreichs Anlaß zu sehr bezeichnenden Klagen über die moralischen Mängel der heutigen Publizistik und deren verhängnisvolle Folgen für den inneren und äußeren Frieden im Staatsleben. Der Chef des Bundespressedienstes, Oberst Adam, führte aus: „Die Quelle des Übels wird erst dann spärlicher als beute fließen, wenn sich die Politik — die innere jedes Landes und die internationale — von der verhängnisvollen 1 Lehre befreit haben wird, daß in der politischen Propaganda jede Lügen methode gut und erlaubt sei, wenn sie dem Gegner schadet. Die systematische Anwendung dieser Methode ist im höchsten Grade mitschuldig an der Zerrüttung der politischen Mora 1.“ In der „Stimme“ wurde erst jüngst ein besonders prägnantes Beispiel dieser Methodenanwendung beleuchtet: die „Beobachtung“ der „Reichspost“, daß in den Vergnügungsstätten, den Kaffeehäusern, den Theatern, den Konzertsälen, daß in den teueren Ausflugsorten der christliche Besucher eine seltene Erscheinung geworden ist Die breiten bodenständigen Schichten haben eben die Opfer auf sich genommen, um den Wiederaufstieg Österreichs zu ermöglichen.“ Sie bewerkstelligten dies, indem sie sich die Posten im Bank- und Versicherungswesen und sonstigen Berufen, die früher von Juden auf eine gewisse Höhe gebracht worden waren, zuschanzen ließen, so daß sie jetzt keine Zeit mehr rum Besuche von Vergnügungsstätten haben, in denen sich dafür die aus ihren Arbeitestellen verdrängten Juden „breit machen“, um ihre Arbeitslosenunterstützung; auf angenehme Art loszuwerden. Daß diese Unterstützung gerade zum Besuch der teueren Lokale verleitet, scheint allerdings eine optische Täuschung der „Reichspost“ zu sein. Wer sich wirklich in den Das gemüt lthste Lokal im Herzen der Stadt! WiNZERHAUS I., Rot«nturmstraBe 17 Stimmung. Unterhaltung. Tanz. — Tlgtioh bU 4 Ubr frQb. {rstklaMigt W«tas, volkstümliche Preise. luxuriösen Stadtcafes breit macht, erhellte jüngst eine Zeitungsmeldung, daß der bekannte und durchaus arische Schauspieler F.dthofer im Cafe de l’Europe auf dem Stefansplatz von Nationalsozialisten angepöbelt und zum Verlassen des Lokals gezwungen wurde. Die Hakenkreuzler brüllten: „Das ist ein deutsches Kaffeehaus, hier haben Juden nichts zu suchen!“ und zeigten so wieder einmal, wie sehr sie sich auf Wiener Boden schon als die eigentlichen Hausherren fühlen- Die „Reichspost“ empfindet dieses Resultat kurzsichtiger Vorspanndienste der betont katholischen Antisemitenbündler für die Hitler-Propaganda mit Recht als blamabel und sucht es zu tarnen, indem sie die robusten Provokateure, die, wie sie klagt, „den bescheidenen christlichen Österreicher an die Wand drücken wollen“, kurzerhand zu — Juden stempelt... Sie folgte damit nur dem Beispiel, das die österreichischen Hakenkreuzler bei der Austragung innerer Zwistigkeiten in der letzten Zedt selbst gegeben hatten, indem sie sich gegenseitig — Verjudung vorwarfen. Den Anfang machte die „Essener Nationalzeitung“, die sich an der schönen blauen Donau bereits heimischer fühlt als am Rhein, indem sie ihrem Hauptkonkurrenzblatt in Österreich, den „Wiener Neuesten Nachrichten“ nachsagte, daß sie jüdische Mitarbeiter hätten. Das national betonte Blatt revanchierte sich, indem es den vermeintlichen Urheber dieser Verleumdung, die allerdings für die Juden noch beleidigender ist. als für die „Wiener Neuesten Nachrichten“, nämlich ihren gewesenen Chefredakteur In der Mauer als den Proponenten eines „jüdischen Drehs“ zwecks Brotlosmachung einiger Angestellten des Betriebes bloßstellte. Gleichzeitig bekam auch der illegale „österreichische Beobachter“ etwas ab, indem ’ ihm die „Wiener Neuesten Nachrichten“ (führt jetzt den schweren, vielfach unver- PTop&ganda für die Judenblätstandenen Kampf gegen ein Staatsprojekt, ter vorwarfen. Kurz, wenn man den Versicherungen dieser ehrenwerten Gesellschaft glaubt, dann stellen die diversen Nazicliquen in Österreich den Gipfelpunkt der Verjudung dar, und es wirkt geradezu als eine symbolische Selbstbespiegelung dieser Cliquen, wenn jetzt aus ihrer Mitte ein Massenflugblatt kolportiert wird, demzufolge der „Führer“ Leopold irgend welcher unerlaubter Geschäftemanipulationen mit — halbkoscberem Schweinefleisch geziehen wird. Da wird schon der andere Sachverständige für Koscherfleisch, der Pg. Frauenfeld, eingreifen müssen, um seine Parteigenossen aufzuklären, daß die Koschermachung von Schweinernem von Haus aus ein aussichtsloses Problem sei, worauf hoffentlich unteT den Hakenkreuzlern die allgemeine Erkenntnis von der Deplaciertheit der gegenseitigen „Verjudungs“schnüffelei plattgreifen und eine vollständige Versöhnung aller Nazicliquen mit sich bringen wird... Ungleich schwieriger erscheint die Ausrottung der vom Chef des Bundespressedienstes gerügten Lügenpropaganda aus der betont katholischen Presse. Während in der zitierten Nazipolemik bloß die Schweinereien als real, die damit verbundenen Judenschnüffeleien aber als unhaltbar sich entpuppten, wartet da« katholische „Wiener Montagblatt“ mit echten Judennamen auf, doch fragt man sich vergebens, wo die Warenkredit zu Kassaprersen ,m WARENHAUS “KfcWSr (irandungslahr 1884. i mit diesen Namen angeblich untrennbar verbundenen Schweinereien bleiben. So wandte das fromme Blatt jüngst nicht weniger als 83 Zeilen seines kostbaren Raumes an den Versuch, einen jüdischen Wiener Gewerbetreibenden zn denunzieren, ohne daß es trotz dieser Raumverschwendung dem Manne etwas anderes vorzuwerfen vermochte, als daß er Dattelbaum heißt, was auch vom christlichen Standpunkt ans nicht als fluchwürdiges Verbrechen qualifiziert werden kann, da Christus bloß einen Feigenbaum, aber niemals einen Dattelbaum verflucht hat... „Eindeutige“, das heißt jüdische Namen fand dasselbe Blatt auch bei den Vortragenden im Klub der Individualpsychologie und zieht daraus den kühnen, aber nicht gerade diffamierenden Schluß, daß die Inaividualpsychologie ein Monopol der Kultusgemeinde sei. Das ist immerhin erfreulicher als das Monopol einer anderskonfessionellen Aktion an der Massenpsychologie: „An allem Schlechten ist der Jud schuld!“ Denn gerade diese Massenpsychologie trägt die Hauptschuld an der Nervosität, welche der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg in seiner Ansprache an die internationale Journalistentagung für das Versagen der publizistischen Aufgabe, für ruhige, sachliche und objektive Betrachtung der Verhältnisse zu sorgen, verantwortlich machte. Auf den systematischen Mißbrauch besagter Massenpsychologie treffen auch alle jene Symptome zu, die Oberst Adam in seiner eingangs zitierten Rede für die politische Moralzerrüttung durch gewissenlose Zeitungshetze aufgezählt hat. Dr. H. Sp. Zionismus und Territorialismus Der Führer der „F r e i 1 a n d - L i g a“ der jüdischen Territorialorganisation Österreichs (JTO.) Herr Dr. Zoltan Schönberger schreibt uns: „Schreit die ständige jüdische Not, dieses Eiend nicht geradezu nach Abhilfe, nach einem Ventil? Muß für die Not der Millionen Juden, die in ihren Heimatländern unweigerlich der Vernichtung anheimfallen, die aber keine Möglichkeit haben, nach Palästina zu entfliehen, nicht schleunigst Abhilfe geschaffen werden? Und kann diese Hilfe in etwas anderem bestehen, als daß diese gefährdeten Volksteilc — und es sind nicht die schlechtesten — möglichst rasch in andere, noch nicht besiedelte Gebiete, Territorien, flhergeleitet und angesiedelt werden, daß ihnen die Möglichkeit geboten wird, möglichst rasch ein neues, menschenwürdiges Dasein unter ihresgleichen in einem freien Lande zu erhalten? Daß Palästina bei der heutigen Lage wegen seiner Kleinheit, seiner Übervölkerung und seiner Landarmut nicht imstande ist, diese notleidenden Millionen aufzunehmen, ist heute klar, ebenso, daß die Einwanderungsbeschränkungen jegliche Einwanderung praktisch unmöglich machen. Und theoretische Einwanderungsmöglichkeit kann die Not nicht lindem. Der Zionismus ist heute bereits so stark, daß er nach außen als Vertreter des Gesamt,juden tum« auftreten kann. Wäre es da nicht an der Zeit,, endlich auch die Interessen der Juden zu vertreten, die nie mehr Aussicht und Möglichkeit haben werden, nach Palästina, zu gelangen, in ihren „Heimatländern“ aber unweigerlich der Vernichtung preisgegeben sind? Ist es nötig, die heutige jüdische Jugend, die mit jeder Faser ihres Herzens noch am Palästina-Gedanken hängt, künstlich und bewußt in einen Haß gegen diesen Gedanken zu treiben, zur erbitterten Gegnerin dieser Idee zu machen, die in starrer Fortsetzung ihres Weges ohne Rücksicht auf die tatsächliche Lage Tausende verfaulen läßt, um einen zu erlösen? Wird hier nicht bald ein furchtbares Erwachen aus einem für alle nie realisierbaren Traum folgen? Pflicht des Zionismus ist es, sich dieser Jugend anzunehmen, ihr das Weiterleben zu ermöglichen. Man öffne ihr die Tore der weiten Welt, man erlöse sie aus den Kerkern Europas! Man erkämpfe ihr neue Gebiete und Territorien, man gebe ihr neuen Lebensraum und damit neuen Lebensmut! Das wird auch einem gesunden Palästina- Aufbau nützen.“ * Wir nehmen keinen Anstand, die Zuschrift zu veröffentlichen, die tatsächlich eine brennende Frage berührt. Der Zionismus ist die Bewegung, die sich die Bildung eines jüdischen unabhängigen nationalen Staatswesens in Palästina zum Ziele gesetzt hat. Er muß. alles tun, muß alle ihm zugänglichen politischen, geistigen und materiellen Mittel aufwenden, um seine Aufgabe erfüllen zu können. Er hat nie behauptet, daß das ganze jüdische Volk, das an 17 Millionen Menschen zählt, in Palästina konzentriert werden soll oder kann, und er das höchstens 2 Millionen Menschen aufnehmen kann. Hätten in den vergangenen 20 Jahren diejenigen, die Herz und Interesse für jüdische Dinge haben, unsere Aufgabe verstanden und mitgearbeitet, hätten sie an unserer Aufklärungstätigkeit teilgenommen, so stünden wir beute weiter und wir könnten unsere Forderungen auf ein größeres Territorium mit viel stärkerem Nachdruck und besserer Aussicht auf Erfolg stellen. Wie die Dinge liegen, kann sich der Zionismus nicht zersplittern und er kann unmöglich die Suche nach anderen Territorien aufnehmen. Vielleicht wird der kommende jüdische Staat an dieses Problem herantreten, können,, aber auch dies erst, wenn er die ersten Schwierigkeiten überwunden haben und sich notdürftig konsolidiert haben wird. Wir wissen um die Not des jüdischen Volkes und um die Aussichtslosigkeit der Junges sympathisches Fräulein Absolventin einer Handelsschule (VorzussschQlerin), nur aus bestem Hause, für Buchhaltung gesucht Vorzustellen vormittags, Konditorei Karl Ncumann, II., GredlerstraBe 2. jüdischen Jugend und wir müssen wieder die bittere Klage erheben, daß wir in allen Anstrengungen, unserer Jugend Land und Brot und Arbeit zu schaffen, allein geblieben sind. In diesen vergangenen 20 Jahren hätten aber immerhin die nichtzionistisehen, nicht national eingestellten jüdischen Verbände alle ihre Geldmittel, ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen einsetzen müssen, um außerhalb Palästinas ein Refugium zustandezubringen. Aber bis zum Jahre 1933, dem Beginn des deutschen Unglücks, ist überhaupt nichts unternommen worden. Es ist kostbare Zeit mit — Kritik am Palästina-Werk des Zionismus vergeudet worden, eine Zeit, in der der militante Antisemitismus die Öffentlichkeit aller in Frage kommenden Gebiete hat soweit vergiften können, daß eine geschlossene und gesicherte Ansiedelung größerer Gruppen zur Unmöglichkeit geworden ist. Die jüdische Jugend hängt am Palästina-Gedanken und sie wird bei der kommenden Einwanderung nach Palästina sicherlich in erster Reihe berücksichtigt werden. Aber wenn sich Hoffnungen nicht erfüllen, so wären nicht wir es, die die Jugend in Haß gegen den Palästina-Gedanken treiben, sondern diejenigen jüdischen Verbände, die auch heute noch gegen den Palästina- Gedanken kämpfen und die jüdische Öffentlichkeit beunruhigen, indem sie die vorhandenen Schwierigkeiten noch übertreiben. Wenn jüdische Verbände mit aussiehtsvollen und gesicherten Vorschlägen heraustreten, dann wird selbstverständlich kein Zionist seine aktivste Mitarbeit verweigern. Leider haben wir alles Recht, daran zu zweifeln, daß jemals eine stärkere Ansiedelung von Juden in Südamerika oder Südafrika oder sonstwo wird Zustandekommen können. Eben heute liegt uns eine Depesche aus Kostarika vor, wonach die dortige Regierung die Grundbuchseintragung von Boden für eine jüdische Gesellschaft abgelehnt hat mit der Begründung, daß die Souveränität des Landes gefährdet sei. Hier ist der Vorwand, dort ein anderer. Es nützt nichts — alle Juden müssen in die Palästina-Front, alle müssen zum Zionismus, alle müssen seinen Kampf mPVämpfen. Wenn j die jüdische Front stark genug sein wird, dann besteht die Aussicht, daß das Gebiet jdes Judenstaates soweit vergrößert wird, I daß wir eine fühlbare Entlastung berbei- 1 führen können. Wer dies nicht versteht und! nicht mitarbeiten will, der trete abseits. Wer | aber durch die vollkommen aussichtslosen j Versuche, Kolouisatiousgebiete außerhalb I Palästinas zu erreichen, zu einer weiteren I Zersplitterung der Kräfte beiträgt, weiter sinn- und nutzlos Geld und Arbeit verpufft, I der stört das Palästina-Werk und überj nimmt eine schwere moralische Verantwor- 1 tung. Restaurant Billet ’w Beitrenommierte Küche vj Reichhaltige Menüs 4 S 1*90 u. 2*60 ll.,Hammerpnrgste!lg««*3 (nächit Salrtorbrüdcs) Jüdischer Stüdentenstreik in Warschau Warschau, 14. Oktober. (Privat) Da die Verfügung wegen der abgesonderten Sitze für jüdische Hörer an den Hochschulen trotz Protest der jüdischen Studentenschaft nicht zurückgenommen wurde, sind die jüdischen Studenten beute vollzählig in den Streik getreten. Sie sind im hiesigen jüdischen Studentenheim versammelt. Bisher hat sich kein Zwischenfall ereignet BLAU - WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhältlich bei: Viktor Adle.rsb e r g, Trafik- und Haushaltartikel, Wien, VIL, Zollergasse 5. Tel. B 33-402. Rumänischer Minister läßt eine Synagoge zerstören Bukarest, 14. Oktober. (JTA.) Auf dringende Anordnung des Handelsand Industrieministers Valer Pop Ist die einzige Synagoge der §tadt Alh» Julia (früher Karlsburg) in Transylvanlen samt den anschließenden in jüdischem Besitz befindlichen Gebäuden von drei Rekrutendetachements innerhalb von vier Stunden niedergerissen worden. Wie die nationalistische Tageszeitung „Universul“ mitteilt, wohnte Minister Pop den unter Leitung des Polizeikommissariats darchgeführten Abbrucharbeitea persönlich bei. Mit Genugtuung stellt das Blatt fest, daß es „in dieeer Stunde in Alba Julia, dem Heiligtum Rumäniens, keine einzige Synagoge mehr“ gibt. Oie Einwanderung Jüdischer Kinder aus Deutschland In Eres Aus Amsterdam wird uns berichtet: In ihrer Eigenschaft als Vizepräsidentin des „Women’s Appeal Comity for German Women and ChiMren“ hielt Lady R e ading, die Tochter des verstorbenen Lord Melchett und Schwiegertochter des früheren Vizekönigs von Indien, hier einen Vortrag über die Aktion, die den Zweck hat, jüdische Kinder aus Deutschland im Alter von fünfzehn bis siebzehn Jahren nach Palästina zu bringen und dort für den landwirtschaftlichen Beruf auszubilde®. Insgesamt hat die Organisation bisher 1750 Kinder aus Deutschland in den Kolonien Palästinas untergebracht. Die Kinder bleiben unter der Aufsicht der Zentralleitung, die ihr Wohlergehen und ihre Fortschritte in der Ausbildung ständig kontrolliert. Neben der praktischen Unterweisung in der Landwirtschaft bekommen die Rinder Unterricht in Hebräisch, jüdischer Geschichte, Agrarchemie, Biologie, Geographie usw. Orthodoxe Kinder können das Talmudstudium weiter treiben. Die ganze Ausbildung dauert zwei Jahre, worauf die Kinder sich selber erhalten müssen. Es werden für sie Plätze ausgesucht, auf denen sie nützliche Arbeit verrichten können. Erwähnenswert ist, daß sehr häufig Gruppen von Kindern, die eine gemeinsame Lehrzeit durchgemacht haben, beisammen bleiben wollen, um später eine eigene Kolonie zu gründen. Schwierigkeiten sind der Aktion von amtlicher Seite nicht in den Weg gelegt worden, nur muß die Organisation den Unterhalt jedes einwandensden Kindes garu* tierea,

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