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Die Stimme · 1937-10-08 · Heft 680 (8.10.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 680 (8.10.1937)
Date
1937-10-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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%t. m, — Wien, Freitag, 8. Oktober. 1987. Seit« 9 BIBBMBMBMBMMaBBDHHHMB I Dr. Rudolf GlBddidi I Am 4. Oktober ist in Tel-Aviv Bahnrat Dr. Rudolf Glücklich im 60. Lebensjahr gestorben. Schon in seiner Jugend, in der Zeit Theodor Herzte, war er in Mährisch- Ostrau zionistisch tätig und entfaltete insbesondere in der zionistischen Ferialverbindung Hessianah eine hervorragende Tätigkeit. Seiner zionistischen Gesinnung ist der leider so früh Verstorbene Zeit seines Leben« treu geblieben. Dr. Glücklich, der lange Jahre Beamter der österreichischen Bundesbahnen war, wendete sich nach dem Kriege der kommerziellen Tätigkeit zu und war längere Zeit in Triest ansässig. Kaum nach Wien zurückgekehrt, setzte er seine zionistische Tätigkeit zunächst in der Bezirkssektion IV/V und dann in der Beairkssektion X fort. In einer für den Zionistischen Landesverband schweren Zeit übernahm er in selbstloser Weise das Sekretariat und führte sein Amt mit großem Fleiß und noch größerer Liebe Jahre hindurch. Als sein Sohn in Erez Israel festen Fuß gefaßt hatte, trat auch Dr. Glücklich mit seiner Familie seine Alijah an, begleitet von den basten Wünschen seiner zahlreichen Freunde. Die außerordentliche Wertschätzung, der er sich erfreute, kam bei dem Abschiedsabend im Festsaal des Landesverbandes voll zum Ausdruck. In Erez Israel war Dr. Glücklich in der Hitachduth Olej Austria und in der Palästinensisch-österreichischen Handelskammer tätig. Im August dieses Jahres weilte er zum eretenmal auf Besuch in Wien, und nun ereilte ihn der Tod. Die Nachricht vom Tode dieses braven und selbstlosen Zionisten wird überall mit schmerzlicher Bewegung aufgenommen werden. Der Landesverband trauert um seinen verdienstvollen Sekretär. Der Präsident, des Landesverbandes würdigte bei einer Vertrauensmännerversammlung. die am 6. Oktober stattfand, in wannen Worten die Verdienste des Dahingeschiedenen. Der Witwe und den beiden Kindern wendet sieh die allgemeine Anteilnahme zu. Alle, die Doktor Glücklich kannten, werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren. denn jeder ist den Unbilden einer Verkühlung suigesetzt, die von verhängnisvollen Folgen begleitet sein kenn. Der beste Schutz gegen Verkühlung ist die Abhärtung und die Stählung des Körpers, die am besten erzielt wird durch ständigen Gebrauch von IANA FRANZBRANNTWEIN mii menthol Der österreichische Gewerbebund In einem offiziellen Zirkular des Österreicbischen Gewerbebnndes wird den Mitgliedern nahegelegt, den Beitritt zur Vaterländischen Front zu vollziehen. Auf der Rückseite dieser Aufforderung ist folgendes zu lesen: Sehr geehrtes Mitglied! Die gefertigte Ortejgruppenleitung beabsichtigt, anfangs Dezember 1937 beim „Auge Gottes“, 9. Bezirk, Nußdorferstraße, eine Werbesohau (Ausstellung gewerbl. Erzeugnisse) unserer Mitglieder unter dem Motto „Christen, kauft nur bei Christen“ zu veranstalten. Wir laden Sie dazu ein. Mittwoch, den 6. Oktober 1937, 7 Uhr abends, findet im Gasthaus Wettengel, 9. Bez., Porzellangasse 38, eine Besprechung der Interessenten zu diesem Zwecke ststt Anregungen für die Ausstellung und Teilnahme an der Werbeschau werden beim Sprechabend gegeben. — Die Ortsgruppenleitung. Diese Aufforderung ist ein V e r e t o ß gegen Verfassung und Strafgesetz. Derartige Boykottaufrufe eind auch geeignet, dae Ansehen Österreichs und seine Interessen im Ausland schwer zu gefährden. Es muß entschiedenst verlangt werden, daß Regierung und Behörden gegen solche Gesetzesverletzung eins-breiten, weil sonst die Gesetzesverletzer glauben müßten, daß sie den Schute der Regierung genießen, Vm gefwiß vSM nutrifit, Wir treffen um.»„ArcheIfonh“ Kapelle Oppermann. -1., mmsm 8. UL > 23-3-41. Hüll m 8 Blr m. NU Dr Mi Unentbehrlich für jeden Zionisten ■— und zum Verständnis des Peel- Vorschlags Adolf Böhm Palästina-Kommission im November Jerusalem, 6. Oktober. (JTA.) „Falastin“ meldet aus London, in dortigen politischen Kreisen verlaute, daß die neue britische Palästina-Kommission, die auf Grund der- Vollmacht des Völkerbundes den Palästina- Teilungsplan zu untersuchen haben wird, von dem britischen Parlament, dessen Sitzungen im Monat November wieder aufgenommen werden, gewählt werden wird. Kurz darauf, ebenfalls im November, Dauernde Schönheit durch richtige Pflege Belebung, Ernährung, Regeneration der Haut. Creme Vltaskin bewirkt einen jugendlichen, rosigen, samtweichen Teint, verhütet alle Teintunreinheiten, beseitigt Falten u. Runzeln. Prospekt kostenlos, Tiegel zu S5.—. Apotheke Bayer, Wien, I.. Wollseile 13. In Fachgeschäften erhältlich. wird sich die Kommission mach Palästina begeben. Die Kommission soll am einer Reihe von Fachleuten für auswärtige Politik bestehen sowie aus Persönlichkeiten, die sowohl zu den arabischen als auch zu den jüdischen Führern gute Beziehungen unterhalten. Der letztere Umstand soll der Kommission das Zustandebringen einer Annäherung zwischen den Standpunkten der beiden Parteien, der Juden und Araber, erleichtern. Die Kompetenzen der neuen Kommission sollen sehr weitreichend sein und sich nicht nur mit der Festsetzung der Grenzen des künftigen jüdischen und des arabischen States befassen. Die Kommission wird unter anderem zu befinden haben, ob Jerusalem in den jüdischen Staat einbezogen oder zwischen Juden und Arabern aufgeteilt werden soll. Ihre Hauptaufgabe aber soll darin bestehen, eine jüdischarabische Konferenz am R u,ndea, Tisch in Palästina in die Wege zö leiten. Sitzung der Exekutive in London wieder abberufen könne. Man befürchtet von dem Aufruf eine starke Wirkung. Flugzeugstützpunkt auf dem See von Tiberias Auf dein See von Galiläa soll ein neuer Flugzeugstützpunkt eingerichtet werden. Wie es heißt, werden in Zukunft, die Flugboote der englischen Luftfahrtgesellschaft Imperial Airways den See auf ihren Flügen Alexandria—Bagdad und nach Indien als Zwischenlandungsplatz benutzen. Gerüchtweise verlautet hier, daß der Imeue Flugzeugstützpunkt im Zusammenhang mit den Unruhen gleichzeitig auch der militärischen Luftfahrt, zur Verfügung gestellt werden soll. Ein Scheich ermordet Jerusalem, 6. Oktober. (Palcor.) Der Scheich Al-Fattah wurde gestern nachts von arabischen Terroristen in A k k o ermordet. DAS OKTOBER ERÖFFNUNG! PROGRAMM ml» 12 internation. Attraktionen, wi« sie Wien noch nicht Msehwnlicrt Die zionistische Bewegung Band II: Die zionistische Bewegung vom Ende des Weltkrieges bis zum Jahre 1925 Mit einem Anhang über die Royal Commission 1937 Ganzleinen S 21'- In einem Stadium gesteigerter Verantwortung der zionistischen Bewegung werden Bücher wie das von Böhm als Maßstäbe gebraucht. Das ist die große Aufgabe dieses zionistischen Standartvxrkes unserer Zeit Alleinvertrieb durch: B UCHHANDLUNG R. LÖWIT WIEN, I., WOLLZEILE 6 TELEPHON R 25-4-53 Flugunfall Hubermans Bronislav Huberman, der sich auf einer Konzerttournee durch H o 11 ä ndisch-Indien befand, erlitt auf Sumatra einen Flugunfall. Das holländische Verkehrsflugzeug „Specht“ stürzte bei P a 1 e m b a n g ab. Vier Personen, darunter ein Passagier, kamen hiebei ums Leben. Huberman und seine Sekretärin wurden glücklicherweise nur leicht verletzt. Der Künstler wird am 10. November in Wien eintreflen. Chaj es-Ausstellung Das Landeskomitee veranstaltet, wie schon mitgeteilt, im November eine Chajes- Ausstellung, in der Dokumente, Bilder usw., die auf das Wirken des Verewigten Bezug haben, der Öffentlichkeit vorgelegt werden sollen. Wir bitten alle, die derartiges Material besitzen, es dem 2&nistische,n ,L|tndesyert ‘Band für diese Ausstillung als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Es ist selbstverständlich, daß alle geliehenen Dokumente und Reliquien auf das sorgsamste behandelt und nach der Ausstellung den Eigentümern mit dem besten Dank zurückgestellt werden. Die Tragödie der Jüdischen Jungärzte in Österreich London, 6. Oktober. (Palcor.) Die erste Sitzung der neuen Zionistischen Exekutive in London fand am 29. September unter dem Vorsitz von Dr. Ch. Weizmann statt. Anwesend waren Professor S. B r o d e tsky, D. Ben-Gurion, Dr. N. Go 1 dmann, Reverend M. L. Perlzweig und M. S h e r t o k. Nach Erledigung einer Reihe administrativer Fragen wurde die politische Lage eingehend besprochen. Die Exekutive traf sodann Arrangements für die politische Tätigkeit in den nächsten Monaten. Verhandlungen mit Agudah und Revisionisten Es wurde beschlossen, der Agudah mitzuteilen, daß die Exekutive gern bereit ist, über die Fortsetzung der politischen Zusammenarbeit zu verhandeln, und zwar auf der Grundlage, die sich bereits als erfolgreich erwiesen hat. Ferner wurde beschlossen. Ae Neue Zionistische Organisation zu verständigen, daß die Exekutive nach wie vor gewillt ist, mit den Vertretern dieser Organisation zu einer Besprechung zusammenzutreffen. Sitzung der Politischen Kommission Die vom Council der Jewish Agency eingesetzte Politische Kommission hielt eine gemeinsame Sitzung mit der Exekutive ab. Dr. Weizmann eröffnet« die Sitzung mit einer Ansprache, in der er eine Übersicht der politischen Lage gab. Später traf die Politische Kommission zu einer separaten Sitzung zusammen und wählte den Marquis Rea(fing und Lord Melchett zu Vorsitzenden. Herr A. L o u r i e, politischer Sekretär der Jewish Agency in London, wurde zum Sekretär der Kommission bestellt. * Der Mufti hetzt weiter London, 6. Oktober. (Privat.) Der Mufti hat einen Aufruf erlassen, in welchem er den englischen Behörden das Recht absprieht, das arabische Komitee aufzulösen und ihn selbst von seiner Präeidentenstelle abzusetzen. Er fordert die arabische Bevölkerung zu lautem Protest auf, ydi wr eie, die ihn gewählt hat, ihn auch Das „Mitteilungsblatt der Vereinigung jüdischer Ärzte“ schreibt: ■ „Seit 4% Jahren werden österreichische Staatsbürger, welche ordnungsgemäß ihre Studien vollendet haben, zum H11 f s a r z t d i e ns t in den öffentlichen Spitälern nicht zugelas sen. Sie werden zu einem Dienst nicht zugelassen, der nicht etwa mit einem wesentlichen Einkommen verbunden ist oder eine Lebensstellung bedeutet, sondern dem jungen Arzt Gelegenheit bietet, seine Ausbildung unter Anleitung von Vorgesetzten zu vervollkommnen und ihn zu befähigen, dereinst seinem Ideal gemäß der leidenden Menschheit zu helfen. Diesem mit vielen Opfern und wenig materiellen Erfolgen verbundenen Ideal streben die Besten der Jugend nach, die entschlossen sind, alle möglichen persönlichen Opfer auf sich zu nehmen, um sieh dem edlen Heilberuf und der Forschung widmen zu können. So geartete, so hilfsbereite Menschen werden zu diesem Dienst am Kranken nicht zugelassen, nicht etwa, weil ihnen die Befähigung fehlt oder abgesprochen wird, sondern — weil sie Juden sind und obwohl „Gleichheit aller S t'a a t s b ü r g e r“ besteht. Mit Rücksicht auf Judentum unmöglich... Wir haben seit Jahren unablässig darauf hingewiesen, welche Verzweiflung und Enttäuschung sich der unschuldig Ausgeschalteten bemächtigt, und man darf sich, da es sich um Menschen handelt, die sich vor die Vernichtung ihres Lebenszieles gestellt sehen, nicht wundern, daß manche der fortdauernden, erfolglosen Kämpfe und Opfer müde werden! Nachdem vor einiger Zeit ein Kollege, der die vorzeitige Beendigung seiner Spitalszeit nicht verwinden konnte, aus dem Leben geschieden ist — — seine Mutter ist ihm dieser Tage freiwillig gefolgt!—, ist vor wenigen Tagen ein junger Kollege, der denselben Weg geben wollte, nur mit Mühe dem Freitod entrissen worden. Als er nach angemessener Zeit den Spitaiedirektor bat, ihn zum Aspiranten vorzuschlagen, wurde ihm von diesem bedeutet, daß dies mit Rücksicht auf sein Judentum unmöglich sei. „Nur wenn ich ,von oben' die Weisung bekomme, BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER Wien, L, Freyung 1 Telephon: U 27-2-11 U 28-2-55 Durchführung almtlichur Bank* u. Börsatransaktfonan Ihr Gesuch vorzulegen, kann ich es tun. Sie sehen ja, daß ich ältere Kollegen, die auch den besten Ruf haben und gegen die auch nichts vorliegt, bisher nicht Vorschlägen konnte.“... Angesichts dieser Aussichtslosigkeit. grübelt Dr. S. darüber nach, daß er auf lange Sicht seinem ehemals bemittelten, jetzt aber verarmten Vater zur Last fallen werde, versucht durch Inserate, durch Lektionensuche usw. ein paar Schillinge monat- Das gemQtlldiste Lokal im Herzen der Stadt I WINZERHAUS l„ RotanturmatraBa 17 StimmiM«. Unt.rh.ttuftg. Tarn. — TfalMi bl« 4 Ufer frOtl. Er«tkl*M!g. W.I.«, nlksUnlWk. Praia*. lieh sicherzustellen, um weiter hospitieren zu können — vergeblich! Er versucht, auszuwandern — vergeblich! Er verzweifelt an seiner Zukunft und spritzt sich eine große Dosis Morphin ein. Wir aberfragen: Wie lange noch wird diese Ausschaltungspraxis dauern? Wie lange werden unschuldige, strebsame, junge Menschen auf eine so harte Probe gestellt?“

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