Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 679 (4.10.1937)
- Date
- 1937-10-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Saft» 2 entscheidenden Sitzung des Rates blieb j Die neue Situation in Palästina i bare Basis der PoKtik zu Heften h*t Je Hadsch Amin el Hussein!, eo heißt der schafft, wenn sie gut beniitzt wird, Engklarer und eindeutiger dies gesagt wild, land den freien Weg, Juden und Araber! um eo leichter wird die Herstellung eine« zusammenzubringen und die Unmöglich-' dauerhaften Fried«* sein. Die« bat Engkeiten des Teilungsplanea zu beseitigen.1 land, dies hat die zionistische Führung Es entsteht die Möglichkeit, die Balfoarzu erklären. Nicht nur die Ansprüche der Deklaration zur Errichtung dee Juden-, Amber heben Gewicht, sondern auch die Staates zu erweitern, Indem den Arabern * Forderungen der Juden, die in ihrer Geklar gemacht wird, daß diese Erklärung' duld bis an die äußerste Grenze geder Ausgangspunkt und die unverrückt gangen sind. , Mufti, mit einer Stimme blutiger eeiter. Herbert Samuel machte von seinem Ernennungsrecfat Gebrauch und so wurde der ehrgeizige junge nach Ihn Saud mächtigste Islam. Er begann sofort mR dem Kampf gegen das Mandat und die Juden. 1921 stiftete er die gräulichen Pogrome in Jaffa an, wurde auf Anordnung des Staatsanwalts verhaftet und unter Mordanklage gestellt. Herbert Samuel verfügte seine Haftentlassung und schlug das Verfahren nieder. Im Verfolg seiner auf „Pazifikation“ gerichteten Politik trennte er daun Transjordanien ab, das als arabisches Fürstentum von jeder jüdischen Einwanderung freigehalten wurde. Aber dieser Entschluß, der als antijüdische Maßregel gedacht war, wirkte sich allen Hoffnungen entgegen als eine Ermunterung des Streben® des Mufti aus. Von da ab entglitt die arabische Entwicklung vollkommen der Kontrolle der Mandatsregierung. Die widerstrebenden Persönlichkeiten der Araber, die Familie Naschaachibi in Jerusalem und die Hussein«, denen der Mufti trotz seines Na mens nicht augehört, wurden langsam beiseitegesohoben, jeder Ansatz zu einer Verständigung mit den Juden zerstört und schließlich ein System des Terrors gebildet, das »ich 1929 in Safed, Hebron, Jaffa und Jerusalem in blutigster Form zeigte. Die Energie des Feldmarschalls Humer, der alle Machtmittel einaetzte, wirkte bis zur Erneuerung seines Nachfolgers, des Lords Chancellor. Dann bekamen die Radikalen wieder freie Hand, und das Jahr 1986, das die Engländer überraschend traf, war erfüllt von Grauen und Schrecken. Der Mufti konnte dem Arabischen Komitee seinen Willen aufzwingen. Über 100 Juden wurden ermordet, Felder, Gärten und Wälder verbrannt und verwüstet. Aber der jüdische Widerstand zog eine für den Mufti und seine militärisch ^rgarmierten Banden den das Arabische Komitrte proklamier», '*“* ruiniert* die Wirtschaft Ider Fellachen ' und es trat ein Zustand ein, der dem Mufti höchst gefährlich hätte werden können. Er »e! die arabischen Fürsten zu Hilfe, die in einer von England gebilligten Versammlung den Rat erteilten, den Streik einzustellen und auf Englands Zusagen zu trauen. Es kam dann wieder auf des Mufti Geheiß der Boykott der Königlichen Kommission, der wieder zu dem politischen Zusammenbruch des Mufti hätte führen müssen, wenn nicht wieder auf Englands freundliche Intervention die arabischen Fürsten einen „Rat“ erteilt hätten. Nun kam das Teilungsprojekt, da« die Person des Emire Abdullah, des heimlichen Konkurrenten des Mufti in der Anwartschaft auf die Führung im Islam, in den Vordergrund zu schieben schien. Nun mußte der Mufti notgedrungen von der versteckten Opposition zum offenen Kampf gegen England vorgehen. Seine Banden unter dem Scheich Kassim und dem ehemaligen türkischen Generalstabsoffizier Fauzi traten wieder auf den Plan, wieder gab es Morde und Expropriationen reicher arabischer Industrieller, wieder Überfälle auf die jüdischen Siedlungen und schließlich die Morde in Nazareth. England ist offen herausgefordert und muß sieh stellen. Es kann weder in der Sorge um das Mandat, noch in dem Ringen um das Mittelmeer eine zum Meuchelmord aufgestachelte Masse hu Rücken dulden. Aber die enfriisohe Regierung hat viel Zeit verloren und sie hat durch das Teilungsprojekt selbst einen schweren Schlag gegen das Prinzip des Mandates geführt. Ihr Auftrag ging dahin, das jüdische Heim aufzurichten, dessen Territorium Palästina zu bilden hat. Als Palästina besetzt wurde, hat kein Araber gegen den Sinn des Mandates Einspruch erhoben. Erst Englands erster Vertreter, der Jude Herbert Samuel, hat die Bresche geöffnet und den Arabern in der Pereon des ehrgeizigen Mufti den führenden Mann gegeben, der sich mit allen Fehden F-~ lande verbunden hat. Beschluß der Politischen Kommission angenommen Genf, 1. Oktober. (JTA.) Die Völkerbund-: b) bringt ihre Überzeugung zum Ansversamuüung hat die ihr von der VI. (Poli* druck, daß das Palästina-Problem, tischen) Kommission unterbreitete Resolution betreffend die Verwaltung des Palästinamandates angenommen. Die Resolution tautet: „Die Völkerbundversammlung, die die Tätigkeit der Mandatarmacht, der Ständigen Mandatskommission und des Völkerbundrates in bezug auf die Anwendung der in Artikel 22 des Völkerbundpaktes und in dem Text des Mandates niedergelegten Grundsätze zur Kenntnis genommen hat, a) erneuert das ihnen durch frühere Tagungen der Völkerbundversammlung ausgesprochene Vertrauen und bringt ihre Allerkennung für die Ergebnisse zum Ausdruck, die sie dank einer engen und offenen Zusammenarbeit, deren Aufrechterhaltung wichtig ist, erzielt haben; gegenwärtig dem Völkerbundrat vorliegt, in gerechter Weise gelöst weiden wird unter möglichst vollständiger Bedaehtnahme auf alle legitimen Int essen, die auf dem Spiele stehen.“ Dieser Beschluß ist trotz seiner vorsichtigen Fassung sehr wichtig. Er betont, daß die Zusammenarbeit zwischen Mandatsregierung und Mandatskommission bestehen ibleibt, daß also ohne Zustimmung der Völkerbundkommision keine Änderung vorgenommen werden darf. Weiter »M die Sicherung der legitimen Interessen gefordert Darunter kann vom Völkerbund aus nur die in der B&lfour-Erklärung zugesagte und vom Völkerbund angenommene Errichtung des Jüdischen Nationalen Heimes verstanden werden. Die Morde in Nazareth Wie schon berichtet, sind am 26. September in Nazareth der Dktriktskornmissar von Galiläa, Lewis YeÄanid Andrews, und der britische Polizist Peter Robertson McEwan, als eie die Kirche verließen, ermord ert worden. Vier maekierte Araber schossen auf sie aus nächster Nähe. Lewis Andrews wurde von den Juden hoch geschätzt und genoß ihr vollstes Vertrauen. Seine großen Fähigkeiten ata BeammefcT “ äse Ä.™ liech Ml Streitkräften und wurde 1920 Mitglied der von Sir Herbert Samuel geleiteten Verwaltung. 1932 wurde er Beamter für Bodenentwicklung; während de« Aufenthaltes der Königlichen Kommission in Palästina fungierte er als spezieller Verbind ungskommieear. Erst im Juli d. J. wurde er zum Bezirkiskommtasar für Galiläa ernannt. Ata solcher trag er die Verantwortung für die Sicherheit der neuen Siedlungen hei Beisan und hatte den Siedlern bei der Besetzung der von ihnen erworbenen Boden große Dienste geleistet. Er hatte zahlreiche jüdische Freunde und besaß ein Haus in Nathania, das er häufig besuchte. Andrews wr einer der wenigen britischen Beamten, die hebräisch sprechen. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder, die gegenwärtig in England sind. Sofort nach dem Mord wurden alle Straßen, die aus Nazareth und zu der Stadt führen, von der Polizei gesperrt. Nach dem __ 27. September in Jerusalem mit allen maitärisehen Ehren stattgefunden. Für die Jewish Agency erschienen Elieser Kaplan und Josua Gordon, für den Waad-Leumi I. Ben-Zwi. Ebenso-waren Vertreter anderer jüdischer nationaler Kör- —schäften und aus zahlreichen Siedlungen - '47^ einzige'Araber bei der Beerdigung war der Bürgermeister von Jerusalem. Die Mehrzahl der britischen Bevölkerung, geführt vom Chefsekretär der Regierung Battershill nahm an der Feier teil. Trauer dar Jüdischen Siedlungen Jerusalem, 29. September. 69 jüdische Siedlungen und Kewuzoth in NordpalSetina lassen k den heutigen hebräischen Zeitungen sowie in der „Palestine Post“ eine Traueranzeige erscheinen, die eine ganze Seite einnimmt, und in der der veretoP ~~ * Lewis Andrews als ein Freund Bauern und als ein Mann von Gerechtigkeit, Frieden und Ehre geschildert wird. „Palestine Post“ erinnert daran, daß Andrews erklärt hatte, daß er weder projüdisch noch proarabisch, sondern pro- Mandat sei. Der Rat von Nathania hat beschlossen, ein Krankenhaus zu errichten, das £ 10.000 kosten und den Namen von Lewis Schauplatz des Mordes wurden Spürhunde Andrews tragen «oll. Die politische Zukunft Palästinas London, 3. Oktober. (JTA.) Ober die Aufgaben der Jewish Agency im Hinblick auf die geplante politische Neugestaltung in Palästina sprach am Donnerstag, 80. September, das Mitglied der Exekutive Professor Selig Brodetsky In einer stark besuchten Versammlung des Anglo-Palestine Club in London. Wir alle pmd Gegner der Teilung, erklärte er, es geht aber nicht darum, ob wir für oder gegen die Teilung sind, sondern darum, welche Politik unter den gegebenen Umständen nach den Araberruaruhen, nach der Untersuchung der Königlichen Kommission, nach der Regierungserklärung und nach den Debatten in Genf geführt werden soll: ob man versuchen soll, die Mandatspolitik ln ihrer gegenwärtigen Form in ganz Palästma aufrechtzueiftaJten, oder oh es unter den gegebenen Umständen beeser wäre, die Möglichkeit hm Auge zu fassen, daß wir nur ehren Teil Palästina« haben sollen, in dem aber unsere politischen Rechte nicht mehr wie in dem Mandat begrenzt, sondern als die Rechte einer Nation festgelegt sehr werden. Es sei rin schwerer logischer und tatsächlicher Irrtum, m gfeubeo, daß die Situation von 1987 die Frage „Weizmannismus oder Nicht- Wriaanannlemus“ widerspiegele. Von vielen werde übersehen, daß Palästma eingebettet kt in ehre weite politische Welt, in der Kräfte am Werk sind, die sich der Kontrolle der Jewish Agency und sogar Englands entziehen. Zum Schluß wies Prof. Brodetsky auf die Gefahr bin, daß man über den politischen Fragen die Lage in Palästina selbst vergessen könnte, feiner auf das Problem der Sicherheit und der jetzt dort benschenden Anarchie. Man müsse Palästina auch die Mitte} zur Verfügung stellen, um die wirtschaftliche Struktur des Landes aufrechtzuerhalten und auszubauen, dem ein wirtschaftlicher Ntaderbruch in den nächsten Monaten müßte eich verhängnisvoll auewirken. Jiiriiccls« StewMMtarttag nach Syrien? London, S. Oktober. (JTA.) Der Anschluß des Neg’ew an den geplanten jüdischen Staat in Palästma wird vom britischen KolonieamtBieterfaan einer Meldung des «Sooft»«“ »feig« jeftt ftjeki mehr U | Hedialuz Haklal Zioni | RASSISCHES und (KLASSISCHES Die neue Revue von I Bobby Weiser und Viefci Schleiinger Sie werden begeistert telnl PREMIERE, 6. November, - Karten von S 1.50 bis S 4.- (inkl. Garderobe) Im Zion. Undeeverbend, I., Mere-Aurelitr. 5, Telephon U-22-2-11 Mussolinis Aussprache mit Hitler Die JTA. meldet: In Kreisen der auswärt lägen Journalisten in Berlin erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß Mussolini in »einen Gesprächen mit Hitler in Berlin versucht hat, den deutschen Reächakanzler dahin zu beeinflussen, daß er seine Politik gegenüber der katholischen Kirche und den Juden mildert. Da über den Inhalt der Berliner Gespräche strengstes Stillschweigen beschlossen worden kt, kann es sich nur um vage Vermutungen handeln. Seit der Abreise Mussolinis sind weitere Maßnahmen gegen die katholische Kirche bekannt geworden, deren auffall endete das Verbot des „Münchner kirchlichen Mitteilungsblattes“ kt. Was die Juden anbetrifft, eo tot eben jetat der Kommissar für jüdische Kulturangelegenheiten Hinkel sämtliche jüdischen Kultur- und Sportveraestaltunfen „bis auf weiteres“ verboten; ie betroffenen jüdischen Organisationen wurden verständigt, daß eie Ihre Tätigkeit deshalb eins teilen müssen, weil che Behörden nicht über genug Kräfte verfügen, um die jüdischen Veranstaltungen zu überwachen. Sogar die Abhaltung hebräischer Kurse für Jugendliche fällt unter djeses Verbot. Betracht gezogen. Der Gedanke dee Anschlusses dieses Gebietes kt angeblich auch vop Dr. Weizmann und dar Zionistischen Organisation fallen gelassen worden. Das Blatt weiß weiter zu melden, daß möglicherweise den Juden eine Kompensation für diesen Verlust in der Öffnung der Grenzen Syriens und des Libanon mit Zustimmung Frankreichs sowie Transjofdaniens für jüdische Einwsndenmg geboten werden wird. Einer Einwanderung nach Tranejordaniea werde allerdings von den meisten arabischen Staaten und von den Arabern Palästinas heftigster Widerstand entgegengesetzt. Dagegen glaubt man, daß man am Quai d’Orsay eine Stärkung des nichtmohammedankchen Bevö&erungselementes in Syrien und besondere im Libanon nicht ungern sehen würde. Eine endgültige Antwort auf diesen Vorschlag sei aber von französischer Seite noch nicht erfolgt. Die Mitteilungen des „Scotsman“ decken sich mit der vom Londoner „Star“ bereite gebrachten Meldung, daß in Genf eine englkch-französische Fühlungnahme wegen einer jüdischen Einwanderung nach Syrien stattgefunden habe. Das Schicksal einer Imtnl* grantln Jerusalem, 3. Oktober. (Palcor.) Sara Tauwi, eine 68jährige Jüdin aus Konstantinopel, beging, nachdem sie Palästina erreicht hatte, im Regiernngskramfcenhaus zu Safed Selbstmord dureh Erhängen. Als sie in der Nähe von Meron wegen illegaler Einwanderung verhaftet wurde, war sie in einem Zustand völliger Erschöpfung, da sie drei Tage ohne Nahrung durch die Wüste gewandert war. Der Mann, der tie führen sollte, rauhte ihre ganzen Ersparnisse und ließ sie dann im Stich. Ihr Wunsch war, in Palästina begraben zu werden, und sie beging wahrscheinlich Selbstmord aus Angst, wieder nach der Türkei surückgea&ndt zu Vom MAtlwr Halen Jerusalem, 3. Oktober. (Palcor.) Die Leitung des Tel-Aviver Hafens kündigt an, daß Hunderte zusätzliche Arbeiter zum Beginn der Zitraesakon, die im Dezember einsetzt, eingestellt werden sollen. Für den Leichterdienst stehen 80 Boote zur Verfügung, darunter 10 Motorboote, die in Palästina hergestellt worden sind. Das neue Bassin für Leichteflbarken sowie neue / Waremschuppen befinden rieh im Bau. .