Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 678 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 678. - Wien, Frefteg, t Ofctobwr IM». „Rassisches und Klassisches“ hat begonnen. Karten «an S 1.50 bis S 4.— Im Zionistischen Landesverband, I., Marc-Aurel-StraBe Nr. 6, Tel. U 22-2-11 milian Bielitz-Biaia verlassen. Vielfach sind sie, soweit sie im Besitz einer Fahrkarte waren, in die Tschechoslowakei geflüchtet. Die Behörden gaben Donnerstag abends zu, nicht mehr Herr der Lage zu sein. Die Polizei jagte immer nachträglich nur kleinere Trupps von Plünderern auseinander und schlug dabei allerdings unbarmherzig drein. Sie ging in Biala gelegentlich mit blanker Waffe vor, besonders dort, wo die Exzedenten in die Parterrewohnungen eingedrungen und die Insassen geschlagen und ausgepiündert hatten. Solche Fälle hatten Bich vor allem an der Peripherie von Biala ereignet. Exzesse in ganz Polen Warschau, 26. September. (JTA.) Die Angriffe auf jüdische Passanten im Zentrum Warschaus dauern an. In der Mawzalkowska und in einer Reihe anderer Geschäftsstraßen wurden zahlreiche Juden überfallen und niedergeschlagen, acht Juden wurden erheblich verletzt. Auch in den Vorstädten Warschau« hören die Überfälle nicht auf. In Czerniakow und Powfele den in zahllosen jüdischen Geschäften die Fenster einge&chiagen, einige jüdische Geschäfte wurden in Brand gesteckt, der Schaden ist sehr erheblich. An den Wänden vieler Häuser wurden Riesenmechriften „Tod den Juden“ angemalt. Mehrere Juden wurden verletzt. Im Distrikt Czyste wurden in den letzten Tagen im Zusammenhang mit den antijüdischen Exzessen 200 Personen verhaftet, davon fast die Hälfte Juden. Die Versicherungsgesellschaften, die infolge des unaufhörlichen Einschlagens von Auslagenfenstem in jüdischen Geschäften große Verloste erlitten halben, weigern sich, Glasversicherungen von jüdischen Kunden anzu- In einem Dorfe in der Nähe von S n i atyn veranstalteten Huligans schwere antijüdäsche Exzesse, die jüdische Frau Buk wurde sei» schwer verletzt In der Stadt , "$#*■«*»** #iffep Bapdett jüdische Passanten an, verletzten mehrere, der Jude Klein und seine Frau wurden schwer verletzt. ha Osmiana und Nowawileika. griffen Banden die jüdische Bevölkerung an und fügten mehreren Juden erhebliche Verletzungen zu. 20 Nationaldemokraten wurden als die Anführer verhaftet. Im Dorf Wyeszchowice bei Tamow in Ostgalizien wurden die Häuser von drei jüdischen Familien vollständig niedergebrannt. Der Warschauer Schulinspektor Adam Bialeoki, der eine Jüdin zur Frau hat mußte infolge der antisemitischen Hetze gegen ihn sein Amt niederlegen. Def Gouverneur von Wilna verfügte die Ntederreißung aller jüdischen Sukkoth-Hütten mit der Begründung, daß diese die Stadt verunzieren. Ghetto-Bänke Sn den Elementarschulen In zahlreichen polnischen Elementarschulen wurden für die jüdischen Schüler sogenannte Ghetto-Bänke eingeführt. Nachdem die Klagen der jüdischen Eltern bei den Sehulkuratorien gegen diese Einrichtung nichts gefruchtet haben, hat sieh eine jüdische Abordnung ins Schutminigterium i Vorstellungen zu erheben. KLAVIERUNTERRICHT IRMA BENEDJCT-BALASZ Strafmilderungen wegen Przytyk Warschau, 27. September. (JTA.) Vor dem Berufungsgericht in Lublin wurde auf Anordnung des Obersten Gerichtshofes ein zweites Beruf ungs verfahr en gegen fünf Nichtjuden und drei Juden, die So Zusammenhang mit den schweren antijüdischen Ausschreitungen in Przytyk, . ,, -- —= -- im März 1936, von denen eine Welle der ■»* seit Ende März tnn_ 624 gestiegen. Daß Judenexzesse ausging, angeklagt gewesen Jese jLs<i7~,eiD1lst: 18t darauf zuriiekzuwaren, durchgeführt. Der ernte Prozeß hatte' fdhren, daß Ende Juni zahlreiche Touristen bekanntlich vor dem Kreksgericht in Radom' außerhalb des Landes weilten, stattgefunden. Die mutmaßlichen Mörder | Die natürliche Vermehrung der Bevölkedes jüdischen Ehepaares Minkowski, rung im zweiten Vierteljahr 1937 betrug da« bei den Ausschreitungen ums Leben j 6046; es wurden 12.416 Geburten und 6370 kam, wurden {damals sregeo Mangels «e 3*» XodesfäJte veumchnst D* Yerlaat durch — weisen freigesprochen und die Übrigen Anführer des Pogroms kamen mit verhältnismäßig leichten Strafen davon. Dagegen wurden mehrere Juden, die versucht hatten, sich den Angreifern entgegenzustellen, zu mehrjährigen Strafen verurteilt Bei , einer späteren Berufungsverbandhing in 1 Lublin wurde das Strafausmaß bei einigen Verurteilten geändert. Urteil ofene Beweisverfähren Bef der Verhandlung, die nun in Lublin stattfand, wurde nicht eine nochmalige Prüfung der Schuldfr a g e vorgenommen, sondern nur über eine etwaige Abänderung der Straf - höhe entschieden. Die drei jüdischen Verurteilten, Scholam L e s k o, Leiser Kers z e n z we i g und Jkehok Friedmann, wurden wieder von den Advokaten Waclaw Szumanski, Leib Landau, Berensohn und Fertigstem verteidigt Da* Gericht fällte folgendes Urteil: Die Strafe Friedmanns wurde vom 514 Jahren auf 3H Jahre, die Kerszenzweigs von 6 auf 5 Jahre und habe. Die Herabsetzung des sei erfolgt, damit die Einrechnung der Untersuchungshaft möglich sei Der Verteidiger Leskos, Advokat Szumanski, hatte beim Obersten Gerichtshof beantragt, daß die Verhandlung gegen Lesko unterbrochen und ein Lokalaugenschein vorgenommen werde, der zeigen sollte, daß es nicht möglich gewesen sei, von dem Fenster des Leskoschen Hauses aus den Bauer Wiesniak zu treffen. Lesko war zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil das Gericht annahm, daß durch den Schuß, den Lesko aus dem Fenster des väterlichen Hauses abgegeben hatte — in Wirklichkeit war es nur ein Alannschuß gewesen —, der Bauer Wiesniak getötet worden sei. Advokat Szumanski hatte zu seiner Behauptung das Gutachten des berühmten Lemberger Univereitätsprof es so re Steinhaus eingeholt, der ebenfalls die Meinung aussprach, daß es nach der Art der Wunden des Getöteten und der Richtung des abgegebenen Schusses ausgeschlossen ist, daß Wiesniak von . _ Lesko erschossen wurde. Diesem Gutachten die Leskos von 8 auf 7 Jahre h e r a b-; schlossen sich später noch weitere gesetzt In der mündlichen Urteile-;Universitätsprofessoren an. Der begründung erklärte das Gerieht, daß der j Forderung des Advokaten Szumanski nach Prozeß wieder einmal die Schuld der einer Revision des Verfahrens gegen Lesko drei Angeklagten bewiesen wurde vom Gericht nicht stattgegeben. Palästina-Nachrichten Smilanskyüber dieFassungs kraft des Judenstaates London, 29. September. (JTA.) Der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Landwirte Palästinas, Mosche Smilansky, hat sich in einem Vortrag, dem er im Anglo- Palestimian Club hielt mit der Fassungskraft des geplanten jüdischen Staates im Palästina beschäftigt. Smilansky vertrat den Standpunkt, daß die Araber niemals einer weiteren jüdischen Einwanderung und weiterem Bodenkaui diurch Juden in Palästina zustimmen den. Damit sei die Teilung zur einzig möglichen Lösung des Problems geworden. Was das vom der Kgl. Kommission für den jüdischen Staat in Aussicht genommene Gebiet betrifft, so meinte Smilansky, daß von dem 5M Millionen Dunam, die in gwjr Palästina wirtschaftlich entwidklungsfähij sind, 4M Millionen in das Gebiert des jiidi sehen Staates fallen. Auf diesen 4M Millionen Dunam könnte eine Million andwirtsch af t treibende Beölkerung leben, was ungefähr einer ■eiteren Million andere Lebansmögliehkeiten bieten würde. Von den 4M Millionen Dunam sind 3M Millionen noch in arabischen Besitz; IM Millionen gehören reichen arabischen Grundbesitzern, die nicht in Palästina leben und möglicherweise bereit wären, ihren Boden an Juden zu verkaufen. Daß man die Araber auf den übrigen 2M Millionen Dunam in den arabischen Teil Palästinas oder nach Transjordanien transferieren könnte, hält Smilansky für eine Illusion. Aber auch von den 2K Mülionen Dunam, die kleineren Landwirten gehören, würden vermutlich 30.000 bis 40.000 Dunam erworben werden können. Damit wäre die Grundlage dafür geschaffen, daß ’ m Verlauf von zehn bis zwanzig Fahren etwa zwei Millionen Juden angesiedelt werden könnten. Wenn es England wirklich darum zu tun ist, daß der Teilungsplan verwirklicht wird, dann müßten die Juden folgende Bedingungen stellen: Die Unabhängigkeit des jüdischen Gebietes muß mindestens in der Übergangszeit gewährleistet wenden; wenn es einmal eine Million Juden im Lande geben wird, würden sie in der Lage sich selbst zu verteidigen; dem jüdischen Staate müßte wirtsehaftlicheMeistgünstigung innerhalb des britischen Reiches zugeetanden werden; eine internationale Anleihe müsse den Juden gewährt werden, um den Aufbau des neuen Staates aiuf gesunder wirtschaftlicher Basis zu ermöglichen. Die jüdische Bevölkerung Palästinas Jerusalem, 29. September. (JTA.) Nach amtlicher Schätzung betrug die Bevölkerungszahl Palästinas Ende Juni 1937 1,316.767. Die Nomaden und Angehörigen der Armee sind hierbei nicht mite ingerechnet. Die Zahl der Gesamtbevölkerung ist sozum größten Teil saisonbedingte — Ausreise betrug 5422. Die Gesamtbevölkerung am 30. Juni setzte sich aus 809.394 Mohammedanern (615% der Gesamtbevölkerung). 886.084 (29'3%) Juden, 109.769 (8'3%) Christen und 11.520 sonstigen Personen zusammen. Die amtliehe Schätzung beruht nicht auf einer Zählung, weshalb auch ihre Ziffernangaben ungenau sind. Nach den offiziellen Mitteilungen der Zionistischen Exekutive hat die Anzahl der Juden schon im Frühjahr die Zahl von 400.000 überschritten. 26 ädriger tüchtiger Lagerist Vertreter, Inltaisant HECHALUZ Haklal Zion» „Rassisches „ und Klassisches" und Vicki Musik von Leopold Premlire: Samstag 8. Hot. OFFENBACHSAAL Karten van S IAO bla 4.— (Inklusive fiarderaba) Im ZIONISTISCHEN LANDESVERBAND, l„ Maro-Aurel-Straße Nr. 5, Tel. U 22-2-11 Haussuchungen förderten weitere Bomben und Waffen zutage. Führer der Opposition, unter Urnen der Leiter der transjordanischen Zweigstelle der Arabischen Bank, wurden verhaftet und verbannt. Die Untersuchung gegen einen der Hauptbeschuldigten ergab, daß er einen Preis von 250 Pfund für die Ermordung der führenden transjordanischen Persönlichkeiten ausgesetzt hat. Im Laufe der Untersuchung soll auch der frühere Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, vernommen werden. Die transjordanische Volkspartei ist verboten worden. Scheich Chalit el Akadi und andere Führer der transjordanisehen Opposition sind für die Dauer von sechs’Monaten verbannt worden. Die Ermordung des öfter* reicher* Weiß hei Nahalal Der einundzwanzigjährige österreichische Jude Willi Weiß, der, wie berichtet, am 9. September auf der Hauptstraße bei Nahalal von arabischen Banditen erschossen wurde, stammt aus Wie n. Seine im sechsten Bezirk wohnhafte Mutter erhielt, wie wir erfahren, die Nachricht vom tragischen Geschick ihres Sohnes von ihrem zweiten Sohn, der in Tel-Aviv lebt. Der, Regierungskommissar von Galiläa, Andrews, erklärte in einem Gespräch mit einer Kolonistenabordnung aus der Umgebung von Nahalal, die im Zusammenhang mit der Ermordung des österreichischen Zionisten Willi Weiß bei ihm vorspzaoh.- diel-; Regierung ■■ :«lsse|. woher die Mörder- Weiß’ stammen; sie hoffender Bande sehr bald habhaft zu werden. — Im Zusammenhang mit dem Mord hatte die Polizei 30 Fellachen aus dem Dorfe Safuria verhaftet, später jedoch wieder freigelassen. SÄ „Innere Stadt" vergibt ihr schönes, zentral gelegenes Heim (Telephon, Garderobe, usw.) tagsüber und an einzelnen Abenden in Untermiete. Für Tagesheimstätte, Kurse, eventuell für Bürozwecke gut geeignet Anfragen Donnerstag, 8 Uhr abds. im Heim, I., Bauernmarkt 8, Tel. U 27-6-10 und ständig bei Nr. R 28-3-16. Revision der Einwanderung** Bestimmungen? Jerusalem, 22. September. (Palcor.) Die arabische Zeitung „Falastin“ berichtet, daß die britische Regierung beschlossen hätte, die bestehenden Einwanderungsbestimmungen im Einklang mit den Empfehlungen im Bericht der Königlichen Kommission einer Revision zu unterziehen. Außerdem glaubt das Blatt, daß die neue britische Kommission, die im Oktober in Palästina erwartet wird, auch anderen Möglichkeiten für die Lösung des Palästina-Problems als nur durch Teilung des Landes Raum läßt. Hilfe für Transjordanien Jerusalem, 23. September. (Palcor.) Laut Meldungen der arabischen Presse soll Großbritannien eine Anleihe von 30.000 Pfund Sterling für Bewässerungszwecke in Transjordanien zur Verfügung stellen. Außerdem verlautet, daß die britische Regierung die Absicht hegt, in Verfolg der Empfehlungen der Peel-Kommission 50.000 Pfund Sterling für das Studium der Bewässerungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Jordantal und der Beersheba- Gegend auszusetzen. Die Arbeiten sollen demnächst in Angriff genommen werden. „Haaretz“ berichtet, daß in Amman sich steigende Aktivität in arabischen Bodenkäufen bemerkbar mache, hervorgerufen durch den Glauben, daß die Bodenpreise infolge des Teilungsplanes steigen werden, Verschwörung gegen Emir Ahduliah Jerusalem, 29. September. (JTA.) Aus Amman wird berichtet, daß die öffentliche Ruhe und Ordnung in Transjordanien durch die Propaganda des Mufti und die nach der Panarabischen Konferenz in Bkwdan verstärkte Tätigkeit der transjordanischen Opposition gefährdet sind. Die Beobachtung dieser Tätigkeit bat Auf der soeben abgehaltenen ordentlichen zur Aufdeckung einer Verschwörung Jahresgeneralversammlung des Ungarischen gegen das Leben Emir Abdullahs, Zionistenverbandes hielt Präsident Dr. Jude« Kommandanten des trans jordanischen1 lius Mikloe einen Rechenschaftsbericht Ober Grenzkorps, Pik Pascha, des britischen den Züricher Zionistenkongireß. Geschäftsvertreters Captain G 1 u b b und führender Präsident Dr. Friedrich Fried des Ministerpräsidenten Ibrahim; berichtete über die Tätigkeit des Verbandes, el Haschern geführt. In dem Auto des jDr. Julius Miklos wurde neuerdings um Emini ist ein« Bombe gefunden wordan. Präsidenten des Verbandes gewählt, Weltverband für jiddische Kultur Paris, 28. September. (JTA.) Der in Paris abgehaltene Weltkongreß für jiddische Sprache und Kultur hat beschlossen, einen Weltverband für jiddische Kultur zu gründen. Es wurde ein Zentralkomitee gewählt, dem 35 Vertreter aller Länder, in denen jiddisch gesprochen wird, angehören. Eine Resolution sieht die Schaffung eines Zentrums für das jiddische Schulwesen, Theater, die Veröffentlichung von Zeitschriften und Büchern, die Gründung einer jüdischen Buchvereinigung, von Theaterschulen, Lehrerseminaren, die Einberufung eines Weltkongresses jüdischer Lehrer usw. vor. GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHL Lieterant tür Heilanstalten antat Aufsicht das EhrwOrdloen Rabblnats dar lataalltltohen Kultusgamslnda Wien ÖC, Berggasse 15, XVtll.,Währingerstraße 71 Ungarischer Zionisten*