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Die Stimme · 1937-09-24 · Heft 677 (24.9.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 677 (24.9.1937)
Date
1937-09-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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EISEN fTTdlsludent^^ Im Jahre 5697 sind wegen ihrer Zugehörigkeit zum Judentum folgende jüdische Opfer durch Mörderhand gefallen: In Palästina: Elieser Turgeman, Jacob Kopperman, Ghaäm de Hahn. Avigdor Emanuel D v ai k, Mordeehai Feldmann, David Chamani, Mendel M i n z, Chaim Brock, Dr. Joseph L e h r s, Schlomo G a f n Henoch Metz, Gedalja Geller, Mosche Salman ben Sass o n, Jehuda E1 i o w i t s c h, Schmuei Gottfried, Mally Engelhardt, Abraham ben J o s e f f, Abraham Berkovsky, Daniel Staniecki, Issar Tankus, Rabbiner Elieser G e r s t e i n und Willi Weiß. Im Irak (im Zusammenhang mit den Ereignissen in Palästina): Jecheskel Schlomo C h a b i r, David Jehuda A s i r, Georg Chalif und Reuben Zionbar Mach. In Polen und in anderen Ländern: Joseph Berkowicz, Israel Wendel, Ghaim Antmann, Selig Jellen, Simon Chelmner. Zine Den, Jacob Eisenberg, Gedaljahu Mischler, Abraham Schenker, Mordeehai Kronenberg, Joseph Besser, Gittel Besser, Baruch Silberberg, Chaim Jehuda Schimanowski, Note Licbowski und Simson Feinwachs. Es Überflügelt durch sein Renommee, •eine riesige Wirkung DIANA- Franzbranntwein mit Menthol sXmtUehe atmllndiwiben Erteugnlsee und Bausmittel. An Nervosität und Kopfschmerzen Leidende wenden rar eine liaaeage an, um sieb zu erfrischen und ihre emnOdende Tageaarbelt fortaetzen za kSnnen. Im ledern besserem Geschäft erhältlich, und* mehmeiT sle^ar „Dian.“. Minderwertige Mschahmanges Aulruf der Italienischen Rabbiner Tm Zusammenhang mit der in letzter Zeit wiederholt von den extremen Faschisten an die Juden Italiens gerichteten Aufforderung, jede Verbindung mit der We 11ju'den’heit zu lösen, veröffentliehen die „Rabbiner Italiens an ihre Brüder“ einen Aufruf, der eine scharfe Antwort an die extrem-faschistischen Kreise enthält. Es ist dies das erstemal in der Geschichte der italienischen Judenheit, daß ein solcher Aufruf veröffentlicht wird. „Indem wir unserem Glaubeo Treue halten“, heißt es in dem von Oberrabbiner Prato und anderem hervorragenden italienischen Rabbinern gezeichneten Aufruf, „verletzen wir nicht andere religiöse Gefühle. Indem wir treu zu unserer Geschichte und zu unserer historischen Sendung stehen, versäumen wir nicht, unsere Pflicht gegenüber dem Staate, in dem wir leben, zu erfüllen. Niemand hat das Recht, unsere Loyalität in Zweifel zu ziehen, und niemand kann uns davon abhalten, uns selbsttren zu bleiben. Die neuzeitliche Geschichte zeigt, daß die Juden in zahlreichen Ländern einer erbarmungslosen antisemtdseben Propaganda ausgesetzt sind. Immer wieder wird der Jude zum Sündenbock gemacht. Lange Jahrhunderte loyaler Staatsbürgerschaft und treuen Dienstes am Staat, die sogar oft bis zur Selbstaufopferung gingen, gelten anscheinend nichts. Der Ruf Rieder mit den Juden1 ist nur allzu oft und nur an allzu vielen Orten ausgestossen worden. Er zeigt nieht den Wunsch, eine entsprechende Lösung für das jüdische Problem zu finden. Die Notwendigkeit dieser Lösung liegt aber auf der Hand. Es ist nicht unsere Aufgabe, die guten oder schlechten Seiten des völkerrechtlich garantierten und unter VölierbundskontrolLege- ■ teilten" Jfidiso&en JUtionalheims und den neuen Teilungsvorschlag zu prüfen. Wir wünschen, nur, daß die italienischen Juden dessen eingedenk sein mögen, daß diese Versuche, die notleidenden Juden zu rehabilitieren, von der göttlichen Vorsehung voransgeschaut und gebilligt worden sind und daß ihr Erfolg völlig von der Treue abhängt, mit der die Juden an den Vorschriften der Thora feethaiten.“ In dem Aufruf wird vor den Gefahren einer Spaltung gewarnt und der Versuch gewisser ital i e ni s c h - j üd i s c h e r Elemente, das Judentum in eigener Weise zu interpretieren und in Italien eine von der übrigen Judenheit losgelöste Reform-Synagoge au&urichten, verurteilt. Wer sein Leben nicht der jüdischen Überlieferung gemäß gestaltet, könne nicht behaupten, daß er das Judentum repräsentiert. Matura-Schale «Universum“ (arOndungaJahr 1931) UL, GarnisongBSM 3 (Tel.phon A 20.4-48) Beginn neuer Anfängerkurse Mitte September. Vormittags-, Abendu. NaohmJttagskurse (ab 5 Uhr)- 1 .——- Mittelschüler mit Vorkenntnissen können bereits am 1. Stpisfflbsr;; Sämtliche Lehrmittel I in die vorgeschrittenen Kurse ein treten. Mittelschüler aus der 4. Klans« 1 j leihweise! | mit ungünstigen Jahreszeugnissen werden für die Matura vorbereitet. DjeKuJtutgemejnde^ Von Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Präsident der Isr. Kultusgemeinde Wien Der Präsident der Wiener Kmltaugemeinde Staaterat Dr. Desider Friedmann hatte die Freundlichkeit, sich zu einem unserer Mitarbeiter über das Programm der von ihm geleiteten Gemeinde im neuen Jahr zu äußern. Durch die Bedürfnisse der Judenheit in Österreich und durch ihre Situation innerhalb des Geistes- und Wirtschaftslebens unseres Vaterlandes ist die Aufgabe der Wiener Kultusgemeinde eigentlich von selbst gegeben. Sie wird auch im neuen Jahr bestrebt sein, ihre Tätigkeit auf religiösem, erzieherischem und sozialem Gebiet nach Möglichkeit zu erweitern und die in Betracht kommenden Institutionen auszubauen und gegebenenfalls neue zu schaffen. Selbstverständlich erachtet es die Kultusgemeinde als ihre Pflicht, in ihren Schulanstalten und im Religionsunterricht an den ';en Schulen das religiöse Beitsein der Jugend zu stärken und darauf hinzuwirken, daß die Kinder in echt vaterländischem Geist erzogen werden. In diesem Sinne wird sie auch die Veranstaltungen des Jugendgottendienste s, die schon jetzt erfreulicherweise eine gToße Frequenz aufzuweisen haben, noch m steigern trachten. Die Kafe tusgeaneinde wird eich bemühen, daß nicht nur die eigenen Gotteshäuser, sondern auch die Vereinssynagogen und Bethäuser mit Hilfe von Subventionen in die Lage versetzt werden, ihre Wirksamkeit in einer eolohen Weise zu gestalten, daß eie allen Anforderungen dee religiösen Lehens genügen und die vorhandenen rituellen Einrichtungen weiter führen, daß sie den Vorschriften r Thora entsprechen und von jedermann ohne Gewiaeenezweifel in Anspruch genommen werden könnten. Auf dem Gebiete des Unterrichts sei vor allem darauf verwiesen, daß soeben “ , neue dritte Klasse der Volks- _ _ h u 1 e der Kultusgemeinde eröffnet wurde und daß wegen des starken Zustromes von Kindern für die ersten zwei Jahrgänge Parallelklassen eingerichtet werden mußten. Trotz der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde wird aber diese das Erziehungswesen noch zu erweitern versuchen, insbesondere über den Kreils der schulpflichtigen Jugend hinaus. Es wird der ErgänzungeunterTicht für schulentlassene Kind* die Popularisierung jüdi Wissens im eigenen Wirkungskreise und durch materielle Unterstützung jener Vereine, die sich diesem Zweck widmen, gefördert werden. Es ist auch geplant, Führungen durch die Institutionen der Kultusgemeinde, Spital, Versorgungsbaus, Tagesheimstätte usw.. zu veranstalten, einerseits, um Gemeindemitglieder mit den bestehenden Einrichtungen vertraut zu machen, anderseits um Sir Interesse für diese Einrichtungen* zu wecken oder zu vermehren. Einen großen Teil der Tätigkeit der Kultusgemeinde und ihrer finanziellen Mittel wird natürlich wieder die soziale Fürsorge i der jüdischen Bevölkerung wächst leider Monat zu Monat und deswegen wird größte Aufmerksamkeit und stete Hilfsbereitschaft vonnöten sein. Demnächst wird, men nur die wichtigsten Leistungen der Kultusgemeinde auf diesem Gebiet zu erwähnen, die Winterhilfsaktion mit den Ausspeisunven, Wärmestuben. Brennmaterialzuweisungen, Lebensmittelpaketen und Zinsausbilfen von neuem beginnen. Die materiellen Aufwendungen werden, das steht jetzt schon fest, in noch größerem Ausmaß erforderlich sein als ’m vorigen Winter, Für Affe KfryW der Bedürftigen wird wieder durch die Tageshei Stätte und den Kindergarten f sorgt werden. In diesem Zusammenhang muß auch das Spitalswesen der Gemeinde erwähnt werden. Man wird die größten Anstrengungen machen, um das Gemeindespital weiter auezubauen. Diese Krankenanstalt erfreut sich hei der B kerung stets steigender Beliebtheit, eich vor allem darin zeigt, daß auch solche Kreise, die sich eine Zeitlang fernhielten, heute in zahlreichen Fällen das Spital aufsuchen. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß das Rothschild-Spital . der l Kr _ . er Wiens ist, und zwar dank der mustergültigen Führung der Anstalt Sts nrö Stk Die große Sensation! D«r trit« Jiddische Tonfilm Jidl mit'n Fidl Bozig.S. Postei, Liebgold, MaxBreen Künstlerische Oberleitung: Jakob Kallch Liedertexte: Isak Mangar Musik: Abrah Augarten-Kino II., Untere Augartenstraße Nr. 28 Tel. A 40-6-98 — Beginnzeiten : */»4, V»«. ‘A8, ‘AlO. — Vorverkauf für acht Tage I und dank der Tätigkeit der an ihr wirkenden ärztlichen Kapazitäten. Die Kultusgemeinde erachtet es als eine ihrer bedeutendsten Aufgaben, hier jüdischem Ärzten an diesem vorbildlichen Institut recht viele Möglichkeiten zur Ausbildung zu verschaffen. Schließlich sei doch betont, daß die Ausdehnung des wissenschaftlichen Betriebes im Rothschildspital durch Erweiterung des Vartragswesens geplant wird. Aus all dem Gesagten geht wohl zweifellos hervor, daß die Wiener Kultusgemeinde auch im neuen Jahr nach besten Kräften ihre Pflicht tun wird. BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER Wien, I„ Freyung 1 Telephon: U 27-2-11 U 28-2-55 Durch! Ahrung atmtllchar Heferälsch-Kurse der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt. Am Montag, dem 4. Oktober, 20 Uhr, werden die hebräischen Kurse der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, unter Leitung dee Lehrers Herrn Ieak Herzberg, im Heime, IL, Raterstraße 13, eröffnet, für Mitglieder unentgeUßoh. Einsohreibungen täglich kn Sekretariat von lß bis 22 Uhr. Da* neu« groBe Bakanntnls Buch ANFANG OKTOBER ERSCHEINT, JOSEF KASTEIN JEREMIAS Bericht vom Schicksal einer Idee GANZLEINEN S 12*— Unseren Tagen, in denen ein neues Glauben»- bedürfnis, eine neue Glaubensleidenschaft erwacht, mußte dieses Buch über den Propheten Jeremias gegeben werden. Der menschlichste Gottkünder unter allen und der unerbittlichste dazu, mußte wiederkehren, um die einzelnen in flammenden Anruf zu sammeln, um dem Volk in seiner Not den Weg zu weisen, der nur der Weg der Gerechtigkeit und der unmittelbaren Hingabe an Gott sein kann. Josef Kastein war berufen, diese Geschichte eines Propheten, nein, des Propheten und der Prophetie schlechthin, aufs neue in die bereiten Herzen zu senken. Strenges Wissen, Treue zur Wirklichkeit, hoher Schwung des Wortes, ehrfürchtige Liebe zeichnen diese Schrift aus. Bisweilen ist es, als schlage der Atem des Propheten selber aus diesem Buch. Verlag R. LÖwit, Wien-Jerusalem Buchladan : Wien, I., Wollsall« 6-8 Jüdisches Beileid zum Tode Masaryks Paris, 20. September. Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Professor Dr. Chaim W e i z m a n n hat aus Anlaß des Ablebens Masaryks an den Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Dr. Eduard B e n e s c h eine Beileidsdepesche geschickt, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß der Name des berühmten Befreiers und ersten Präsidenten der Tschechoslowakei in dem wiedererwachten Judentum fortleben wird. Ein Beileidstelegramm sandte auch Lord Melchett im Namen des Council der Jewish Agency an Präsident Benesch. Dr. Nahum Goldmann kondolierte im Namen der Vertreteung der Jewish Agency beim Völkerbund dem tschechoslowakischen Minister des Äußern Dr. Kamil Krofta. Die palästinensische Exekutive der Zionistischen Organisation sandte ein Beileidstelegramm an den Ministerpräsidenten Dr. Milan H 0 d z a. Der Waad Leumi (Nationalrat der Juden Palästina«) und die Stadt Tel-Aviv sandten Beileidstelegramme an den Präsidenten Benesch. Die tschechoslowakischen Kolonien in Palästina kondolierten dem Generalkonsul m Jerusalem. Kundgebung des zionistischen Landesverbandes für Österreich Der Zionistische Landesverband für Österreich hat an den Gesandten der Tschechoslowakischen Republik in Wien die folgende Kundgebung gerichtet: „Eure Exzellenz! Das Ableben des Präsident-Befreiers Th. G. Masaryk erfüllt auch das jüdische Volk mit tiefem Schmerz und der Zionistische Landesverband für Österreich bittet Eure Exzellenz, den Ausdruck herzlichsten Beileids entgegenzunehmen. Wir alle trauern um den großen und weisen Man", um einen Vorkämpfer der edelsten Humanität Unvergessen bleibt es im jüdischen Volk, daß Th. G. Masaryk in schwerer Stunde sich für Recht und Ehre eingesetzt hat, daß er die Bestrebungen des Zionismus, für das jüdische Volk eine freie Heimstätte zu schaffen, mit werktätiger Sympathie unterstützt hat und daß er unsere Lebensfragen mit wohlwollendem Verständnis behandelt hat. Das jüdische Volk wird seiner stets in Ehrfurcht und Dank gedenken. Wir bitten Sie, unsere Kundgebung an Ihre Regierung und an die Familie des Verblichenen weiterleiten zu wollen.“ Di. aclt.rf-.eit.l-f. Klinge, die den wilde»!™ B«rt SWING Bata in Polen entläßt jüdische Angestellte Warschau, 20. September. (JTA.) Die Direktion der Bata-Schuhgesehäfte in Warschau und in der polnischen Provinz hat mit der systematischen Beseitigung der jüdischen Angestellten begonnen. In einigen Bata-Filialen in Warschau und in Lodz wurden fast alle jüdischen Beamten, Verkäufer und Expedienten entlassen. Der Warschauer Bata- Leiter soll erklärt haben, es habe sich „neue B l u t z u f u h r“ als notwendig erwiesen, weswegen die Juden beseitigt werden. Zu bemerken ist, daß die Kundschaft von Bata in Polen sich überwiegend aus Juden rekrutiert

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