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Blau-Weiss-Blätter · 1918-09-01 · 2 (9.1918) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
2 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Der Klan-Meißlag in Kcrlichrngen Wieder ist ein Blau-Weißtag vorüber und wir sitzen zn Hause und denken an die gemeinsam verlebten Tage, die uns unsere Gemeinschaft fühlen ließen, so stark wie nie, die uns daS Ziel vor Augen stellten, für das wir arbeiten, so ein- Hringlich wie nie. WaS liegt näher, als ans solchen Tagungen, wie wir sie in regelmäßiger Folge jetzt erleben, Vergleiche anzustellen zwischen den einzelnen Trefifahrten. jeder besonderen Wert heranszuschälen, jeder die freudige Erinnerung um «dessentwillen zu bewahren, was sie am meisten, vor allen andern, auszeichnete? Vor .etwa einem Jahre schrieb die BundesleiLnttg in der C'inladnng zu einer derselben: „Dauernde Vergleiche mit Lockwitz sind von Ucbel". Ich glaube, daß wir gerade Idurch solche Vergleiche angeregt werden, daß sie uns Mißstände erkennen lassen, die .abzustellen sind, daß sie uns den Wert der einzelnen Tagung immer höher auschlagen lassen. Doch ich wollte ja berichten, wie es in Berlichingen zngegangen ist. — Was rfür ein Leben in dem kleinen Dorf, das sonst verloren und still daliegt! Von allen -Seiten tönte der Willkommsruf: „Schalom!"' Für diese Tage gehörte uns, uns 450 Blau-Weißen, dies Torf „erb - und eigentümlich zn." Am Sonntag, den . 4. August, fandt'n sich allmählich Angehörige aller angemeldeten Bünde ein . . . , .„aber wann fängt es denn an?" „Es geht erst morgen nachmittag los". So strolchte malt herum, sagte (wie vielen?) Schalom, stellte sich Unbekannten vor, mn gleich darauf mit ihncll hernmzntollen oder wie mit alten Freunden sich über .die Fahrt oder lonst etwas zn unterhalten. Am Montag nachmittag nm 3 Uhr begann die Tagung. Es ging die Chaussee nach Schönthal entlang, und bei jeder der Biegungen zurückschauelld, sah mall, daß immer noch mehr kamen, obgleich schon so viele voraus wäre»». Ein langer Zug in Bewegung, alle einem Ziele zn, der zufällig an der Spitze marschierellde der Führer, ititb dies unser Blau-Weiß, wirklich alle für uns liub mit uns. Auf bem Kreuzberge, hoch oben, mit weiter Fernsicht ins sonllige Jagstal (denkt Ihr noch an die Kleinbahn, die über die Wiesen dampfte und so niedlich anssah wie ans dem Spielzengkasten geholt?), da oben war die feierliche Eröffnung des Blau-Weißtages. Karl Glaser sprach, darauf wurden die Nadeln verteilt und danrr ging's an die Spiele. Auf weiter Bergwiese begannen sic; große sportliche Konkurrenzen waren ausgeschrieben: Völkerball, Schleuderball, Barlauf, Stafette. Alle Büllde hatten geübt, um ihr Bestes zu zeigen. Doch der Himmel wollte es anders. Er bedachte uns mit einem derartigen Wolkenbruch, daß wir trotz arlfänglichen Widerstandes genötigt waren, die Spiele Hbzubrechen. Alle trieften, und die Scheunen, unfere Nachtquartieresahen nach mnserer Rückkehr aus wie Trockenböden. Die geplanten Nachtfahrten blieben uns versagt. Bei schlechtem Wetter findet die Führerschaftssitzung im Saale statt. Am Abend kamen Führer und ältere Wanderer zusammen. Karl Glaser eröffnete die Sitzung mit einem Bericht über den Stand des Bundes, den er als sehr erfreulich bezeichnte. Ueberall bilden sich neue Bünde, die Zahl unserer Wanderer beträgt Weit über.3000. Danach ergriff Grete Eckstein das Wort zu ihrem Referat über die Berufswahl der Mädchen. Diese Frage, so führte sie ans, sei bisher über Gebühr vernachlässigt worden, fast, als stände sie außerhalb des Rahmens unserer. Gemeinschaft. Doch die Verpflichtung, die wir allen denen gegenüber, die 3*

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