Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1918-06-01 · 1 (6.1918) · page 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
1 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2425321-3181720-3181721--1033-3520026
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

: ■ y "■■■■■ ■?: ■ —y’.v,/ " , •. ,■yy v '■■,■■■ : ■ ■■ ' i : /: IV. An die jüMcheHeffentlichkeit spricht die jüdische Jugend die Erwartung aus, daß sie durch Hrkräftjge Förderung der Hebräischen Sprachpflege die Bestrebungen der jüdischen Jugend ermögliche. WiD jüdische Jugend hofft von den Führern der jüdischen Meffentlichkeit, daß sie zur Erreichung unseres Zieles beispielgebend die lebendige Pflege der hebräischen Sprache durchführen werden. Sie erwartet von den Erwachsenen die Vereinigung und Reform bereits bestehender Institutionen für hebräische Spracherlernung, sowie die Schaffung neuer, zweckdienlicher Einrichtungen für hebräische Sprachpflege. Insbesondere erwartet sie das Eintreten der Erwachsenen für die jüdische Schule mit weitgehendster pflege des hebräischen. — Am 18., 19. und 20. Mai trat die jüdische Jugend Oesterreichs gleichfalls in Alien zum österreichisch-jüdische» Irrgendtag zusammen. Ueber ihn wird UNS wie folgt berichtet: Die vereinigten jüdischen Jugendaruppen Wiens haben vor kurzem ihre Aameraden ganz Oesterreichs nach Wien zum ersten jüdischen Ingendtag eingeladen, dessen Zweck sein sollte, der kräftezersplitternden Isolierung unserer Jugend in unzähligen kleinen Vereinen ein Ende zu bereiten und einen einheitlichen Verband jüdischer Jugeudgruppen Oesterreichs zu begründen. Diese Einladung hat in allen Kreisen der jüdischen Jugend unerwarteten Jubel und Teilnahme erregt. Mit Spannung wurde die psingstwoche überall, wo jüdische Jugend in Oesterreich lebt, herbeigesehnt. Schon einige Tage vorher war der große Musikvereinssaal, der als Ort der Veranstaltung bestimmt worden war, bis auf das letzte Plätzchen ausverkaust. Unter Anwesenheit von mehr als 3QOO jugendlichen Personen, darunter an 200 Delegierten von Jugendvereinen und über 360 Gästen aus der Provinz wurde Samstag, den *8. Mai um 7 Uhr abends die Tagung durch eine Begrüßung des Vorsitzenden Dr. Siegfried Bernfeld eröffnet, der in ferner kurzen Begrüßungsansprache der ungezählten Tausende von Freunden und Brüdern, die auf den Schlachtfeldern geblieben waren, gedachte und ausführte, daß „wir in dieser Zeit nicht zu einem Fest der Freude zusammengekommen sind, sondern daß es gilt, das lebendige Gefühl von Einheit, das die jüdische Jugend dnrchströmt, zu emem organisatorischen Ausdruck zu bringen/' hierauf nahm das Wort unter jubelndem Beifall der ganzen Jugend Herr Dr. Martin Buber, der in feiner Ansprache „Zion und die Jugend" die reinsten Saiten aller Teilnehmer aus Oft und West, aus allen Gescllschaftsklasien und aus allen politischen und kulturellen Richtungen zum Mitschwingen brachte und alle auch seine theoretischen Gegner in ihrem Tiefsten erfaßte. Sonntag, den 19. um Vt M Uhr vormittags wurde die zweite Sitzung eröffnet mit den Begrüßungen. In ausführlicher Rede begründete hernach Dr. Siegfried Bernfeld feine persönlichen Anschauungen über das Programm einer jüdischen Jugendbewegung. Ausgehend „vom Bild des jüdischen jungen Menschen, wie er sein solle", versuchte er deffen Aufgaben für die eigene Sclbsterziehung und deffen Forderungen an die jüdische Gesamtheit abzuleiten. Die anschließende Diskussion war von außerordentlicher Lebhaftigkeit und Mannigfaltigkeit. Ihren Hauptinhalt bildete die Frage der richtigen Weltanschauung der jüdischen Jugend, ob sie sich mehr der geistigen Selbstbildung und der Entfaltung im Menschlichem widmen sollte, unbeschadet der Erwerbung der notwendigen jüdischen Inhalte, oder ob sie 25

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.