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Blau-Weiss-Blätter · 1918-06-01 · 1 (6.1918) · page 19

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
1 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Judäa sind groß und die Umgegend ruhig. So gut wie kein Gewehr ist in den dortigen arabischen Dörfern zu finden. Die Angst vor der Regierung ist groß genug, um die öffentliche Sicherheit zu schützen. Anders ist es in Galiläa, in den Bergen. Die Kolonien jung und klein, die Gegend wild und die Nachbarn ringsherum — nicht einer unter ihnen, der kein Gewehr besäße. Diebstähle und Ueberfälle kommen oft vor, und die Regierung hat nicht die Macht, Einhalt zu gebieten. In solcher Umgebung liegt das Schicksal der Kolonie, ihr Frieden und ihre Siche» heit ganz in den Händen ihrer Wächter. In den Kolonien Judas entspricht die fremde Wacht der fremden Arbeit und niemand merkt sie, nicht so aber hier in Sedschera, hier, wo die Arbeit ganz unser ist, hier, im Horte jüdischer Jugend und Arbeit — sollten wir auch hier im Golus sein? . . > Sollten wir auch hier Fremde dingen? Sie sollten unser Hab und Gut hüten, sie sollten uns beschützen? So begannen wir Verhandlungen mit der Verwaltung und den Kolonisten, daß sie'Mische Wächter anstellten, aber man sah uns als Phantasten und Träumer oder gar als Kinder an. „Jüdische Wächter? -- Und die Gefahr, mit der das verbunden ist?" Man glaubte damals nicht, daß es uns ernst fei mit unserer Forderung. Wie mochte es uns wahrhaftig einfallen, junge, frische Leben einem abstrakten Prinzip zuliebe gefährden zu wollen? Und selbst, wenn es so war, — würden sich denn genug Menschen finden, die sich dazu hergaben, und schließlich, war das nicht überhaupt eine große Gefahr für die Kolonie? Die früheren arabischen Wächter würden doch gewiß nicht still bleiben, sondern mit Ueberfällen und Raub antworten. Es würde zu Blutvergießen kommen, und die Kolonie würde den Schaden davon haben; wir waren doch wenig und schwach, auf allen Seiten von Fremden und Feinden umgeben; konnte man denn in so einem Zustand irgend etwas anfangen? Wir wiesen auf unsere nationale Ehre und den Ruhm unseres Ideals hin: sollte denn auch unser Leben und unsere Ehre von Fremden abhängig sein? Aber keine Erklärungen und Proteste halfen» „Ihr habt es leicht, auf Prinzipien zu reiten — antworteten uns die Kolonisten — heute seid ihr hier, morgen geht ihr weg. Kommt ein Unglück, macht ihr euch aus dem Staube, wir aber sind an die Kolonie gebunden, wir leben in ihr und das Unglück trifft uns." Wir versuchten, auf den Verwalter einzuwirken. Er stand mit uns auf vertrautem Fuße> und obwohl er Angestellter der Jca und früher von unserer Gedankenwelt weit entfernt war, unterlag er doch allmählich dem Einfluß unserer Ideen und begann die Bedeutung der Siedlung und der nationalen Arbeit in Palästina mit fast denselben Augen anzusehen wie t«

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