Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 1 (6.1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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drei lebte ich mich ganz gut ein; mein Fieber war sehr pünktlich und genau, alle zwei Wochen je vier bi» fünf Tage; ich erwartete e» schon, wenn e» an der Zeit war, und e» ließ mich niemals vergeblich warten. Auch mein Hunger war nicht aufdringlich: bei Tage ließ er mich in Ruhe, nur nachts war er aufsässig und ließ mich Nicht einschlasen. So wechselten die Arbeitstage mit dem Fieber ab. Wer kein Fieber hatte, schämte sich geradezu vor den Kameraden; wie? In Palästina arbeiten und niemals Fieber haben? * * * Die Honigmonate gingen vorüber, und als die erste Begeisterung sich ein wenig gelegt hatte, bot sich in dem neuen Rahmen ein altes Bild dar, ein Golus-Bild. Der Himmel war in der Tat neu. ein Palästina- Himmel, die Erde war neu, eine Palästina-Erde, aber die Kolonisten — Golusmenschen mit Goluösitten . ... Auch die Arbeit selbst befriedigte mich in Judäa nicht ganz, sie war zu mechanisch und monoton. Man fühlte eine Dürre im Leben, eine Leere im Herzen; ein unbefriedigtes Verlangen trieb einen — und so beschloß ich, nach Galiläa zu gehen. * * * Vor neun Jahren war Galiläa noch nicht das, was es jetzt ist. Da» Retz von neuen Kolonien und Farmen, das Galiläa zu einem kleine» jüdischen Land gemacht hat, mit viel jüdischem Boden und jüdischer Bevölkerung, bestand damals noch nicht. Die galiläische Stellung war erst im Werden, vier kleine, schwache Kolonien waren zwei, drei Jahre vorher gegründet worden. In jener Zeit war Sedschera tonangebend für Galiläa. Es gab für unsere junge Siedlung ein Muster ab, da» Muster einer dörfischen, arbeitenden Siedlung. Hier wurde der neue Typus des Arbeiterkolonisten von Untergaliläa geboren und zum ersten Male verwirklicht, hier wurde der erste Versuch genossenschaftlicher Arbeit gemacht (die Gruppe hieß damals „Kollektiv"), hier wurde die Arbeiterorganisation „Hachoresch" gegründet, hier auch wurde der Gedanke der jüdischen Wacht geboren, und hier, auf einem der nahen Hügel, wurden die ersten Gräber der gefallenen Wächter gegraben . , . Ueberhaupt zeichnete sich gerade dies jüdische Dorf vor allen jüdischen Kolonien im Lande au». An schönen Bergpanoramen, mit denen Palästina so gesegnet ist, ist Sedschera reicher als alle. Die Berge umgeben die Kolonie und schließen sie von allen Seiten ein. In der Ferne, jenseits