Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 1 (6.1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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-urst; fcie anderen führerlos wie sie waren, Hallen ein Vuartier im Dorfe bezogen, ^,wo es Milch gab-. Da war nun nichts dagegen zu machen. Der Sturm auf den Kapellenberg fand dennoch statt. Ls wurde erbittert gekämpft. Tannenzapfen, Erdklumpen, lange Aeste und Hordentöpfe taten ihre Schuldigkeit und mancher flog schneller die Höhe hinunter, als er hinaufgekommen war. Der Sieg . . . war unentschieden oder, sagen wir wechselnd. Schließlich räumten beide Parteien das Schlachtfeld und zogen nach Drewitz. Berlin (z.Zt.Mannheim) Sidney Haskel. Erinnerungen (von Petach-Tikwa bis Sedschera) von V. Ben Gorion Gekürzt aus dem in nächster Zeit erscheinenden Jiskorbuch. Abgedruckt mit Erlaubnis des Jüdischen Verlags, Berlin Es war vor etwa zehn Jahren, in der Zeit des neuen „Ausstiegs"; ich kam in Jaffa an und begab n»ich gleich nach der Metropole der jüdischen Kolonien, nach Petach-Tikwa, wo ich Arbeit nahm. Die erneuerte Pionierbewegung war damals in vollem Gang, mit jedem Schiff kamen frische Menschen an, und. unser Lager wuchs von Woche zu Woche. Es kamen junge Leute aus allen Ecken Rußlands, aus kleinen und großen Staaten Polen«, Litauens, Wolhyniens und Südrußlands, Jeschiwahschüler und Gymnasiasten, die die Bücher samt den Haarspaltereien über Bord geworfen hatten und herkamen, Palästina durch Arbeit auszulösen. Wir waren alle frisch, munter und unberührt voll der ersten noch ungebrochenen Begeisterung, sorglos und fröhlich. Wir fühlten uns erneuert, wiedergeboren. Weit, weit zurück haben wir die schmalen und schmutzigen Gäßchen gelaffen, und nun leben wir zwischen Gärten und Pflanzungen. Alles ist hier anders, die Natur, das Leben und die Arbeit, selbst die Bäume stnd hier neu, nicht wie die Bäume „dort" — Oelbaum, Palme, Mandelbaum, Eukalyptus und vor allem Orangen. Und das aller ist unser, wir selbst haben es gepflanzt. Aus ist es mit den Büchern, dem Bänkedrücken und der unfruchtbaren Hirnarbeit — wir arbeiten nun wirklich! Und wir arbeiten nicht nur — wir erobern! Wir erobern Boden, Leben, ein Palästinaleben — und was geht uns alles andere an! Wir waren stegesfroh. An den Abenden nach der Arbeit pflegten wir in der Arbeiterküche oder auf den sandigen Wegen zwischen Weinbergen und Plantagen zusammenzukommen und zu tanzen und zu stngen, Hand in Hand, Schulter an Schulter im Rundtanz. Etwa ein Jahr arbeitete ich in Petach-Tikwa und den andern Kolonien Judäa»; aber ich hatte mehr Fieber und Hunger als Arbeit; in alle »5