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Blau-Weiss-Blätter · 1918-06-01 · 1 (6.1918) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
1 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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schwimmen und die Gefahr lag nahe, daß Rucksack und Kleider ganz durchnäßt werden würden. Aber es ging besser, als es zunächst aussah, und ganz behängen mit Wasserpflanzen stieg „Rot" das andere Ufer empor, Pan oder vielmehr Neptun mit zerbrochenem Dreizack; so ähnlich sah der „Wanderknüppel" aus. Nun aber galt es sich zurecht zu finden. Die „Karte von Europa" muß wieder heran, aber fie gibt keine Auskunft. „Rot" schaut sich um, es ist bereits recht dunkel, halt, aber dort — nur ioo Meter weiter rechts — da ist die Brücke. Kühn ging es drüber weg, dem Feind entgegen. Jetzt eine kleine Rast, den Lodenumhang um; er verbarg die weiße haut des Körpers der Sicht des Feindes. Dort drohte der Kapellenberg. „Rot" verließ den weg; denn man mußte immerhin mit „blauen" Spähern rechnen. Er lauschte in die Nacht. Nichts rührte sich. Sonst sind Blau-Weiße doch nicht so ruhig? „Ls ist gewiß die Ruhe vor dem Sturm", dachte er, „mein Anmarsch ist gemeldet. Oder ist gar die „rote Armee", an die er immer noch glaubte, „sind gar meine Jungens kühn genug ohne mich Klobe anzugreifen, und der weiß es und lauert nun auf sie? vielleicht hat auch „Rot" den Turm besetzt und Klobe will sie überfallen?" Seine Phantasie arbeitet hitzig und schnell; er ist ein wenig aufgeregt. Dessen ungeachtet schleicht er vorsichtig genug den Berg hinauf, gebückt, jedes Gebüsch als Deckung benutzend, stets lastend, damit nicht eine listig gezogene Schnur oder eine tückisch verdeckte Grube seinen Kriegsfuß zum straucheln bringe. Vielleicht lauerten bereits dicht vor ihm grausame Feinde um ihn — entsetzlicher Gedanke noch vor Beginn des Kampfes zu überrumpeln und zu töten? „Rot" war auf alles gefaßt. Er entledigte sich jetzt seines Rucksacks in einem Gebüsch und kroch weiter. Aber noch immer regte sich nichts. So wurde er weniger vorsichtig und ging schneller, erst gebückt, dann aufrecht. Da mit einem Male ... steht das hölzerne Gerüst des Turmes dem Dunkel entwachsen vor ihm. Nichts rührt sich. Nun macht er Lärm: „haaalloool" Stille. Die Frösche quaken. Ganz in der Ferne pfeift eine Lokomotive. Sonst nichts. „Dazu klotzt man durch den Sumpf, verflucht noch mall" Rot läuft mehrmals um den Turm herum; dann häuft er Kiefernzweige auf und macht ein Feuer. Noch ist die Flamme klein, dann brennt sie hoch und groß, ruft rot ins Land, vielleicht sind doch die änderen in der Nähe? „haaalloool" Und wieder still. Die Zweige knistern, knastern; die grünen Nadeln paffen, qualmen, flackern hell, hell auf und verglimmen. „Rot" liegt am Boden, den Rucksack unterm Kopf, hoch über ihm der Himmel . . . der „Große Bär" . . . dort der Polarstern. Er wickelt sich in seine Zeltbahn ein, den Kopf nach Nord, die Füße nach Süden — er ist doch tüchtig müde — unk schläft ein'. „Scha-a-a-aloml" „Rot" schrickt empor. Schon ist er hoch. Das ist doch Klobes Stimme. „Schaloml" brüllt „Rot". Und schon ist Klobe da und meldet: „Führer und Heer von Blau". Das Heer ist Leo Heller. „Und hier ist „Rot", platzt die Gegenseite los. Gelächter und grenzenloses Staunen beiderseits. „Ja, Mensch, wo kommst du her?" Nun, Klobe hat den Zug verpaßt und gleichfalls allerlei erlebt, wir lachen und erzählen. Nur eine Sorge bleibt: wo sind die Jungens? Ach was, am Morgen wird sich alles zeigen. Und friedlich schlafen „Blau" und „Rot" nebeneinander ein. ■ Am Morgen trafen dann die „Heere" ein. Die einen halten nicht mitge« U

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