Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 1 (6.1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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tiefer als mit deinen Wanderstecken? Und dann fließt natürlich Feuchtigkeit M schräger Streu weit besser ab in die Stallrinne, die sich hinter den Ständen entlang zieht. — Nun aber mit dem Pferd hinaus vor die Stalltür. Rockaus! Striegel und Kartätsche vor und fest geputzt. Halt, zunächst reibe ihm den Schlaf ans den Augen, reinige ihm die Nüstern, das After. Nun erst putze. Am Kovfe fängt man all: Hals, Körper, Beine; erst die eine Seite, dann die atibcrc. Bürste die Fesseln gut alls. Die müssen blank sein, es sind empfindliche Stellen. Die Hufe mach sauber, kratze den Strahl aus, sollst fault er. Kämme auch Mähne und Schweiz damit sie nicht verfilzen. — Und nun besieh dir bciii Pferd. Mit den Augen des Kiinstlers und denen des Pflegers. Welch herrliches Tier! Achte auch auf andere; schätze ein, vergleiche, taxiere Würdest du in deiner Wirtschaft den Gaul haben wollen, der da vorbeikommt? Warum nicht? Aber sieh doch, er lahmt ja! Ich nehme an, daß du ein lahmes, krallkes Tier nicht in die Arbeit stecken, sondern ihm Schonung und Pflege gönnen würdest. Ich kömlte ja noch vieles sagen, dich auf manches noch aufmerksam machen. Du hast rraLürlich selbst jetzt noch keine Ahnung, was ein Pferd an Wartung und Pflege braucht. Aber du weißt nun, daß es auch andere Arbeit gibt als den p/tlisgorss oder lego zu lernen. Geh ans der. Schule nicht Probleme wälzend nach Hause, sondern sperre deine Augen allst Vielleicht gefällt dir die reiche Welt ringsum besser und gibt dir genug zu schauen, zu staunen, zu ergründen. Für heute mag's genug sein. Euch lieben Gefährten allen ein herzliches Schalom! Im Felde Curt CasparY Lin „Ariegssxiel" in den Glauer Bergen wir saßen im Stadtheim über der Karte von Berlin und Umgegend und erörterten strategische Pläne für unser Kriegsspiel. Geländebegrenzung. Aufstellung und Aufgabe hatte Klobe schon ausgearbeitet; in Schreibmaschinenschrift lagen einige Exemplare seiner kriegerischen Entwürfe auf dem Tisch. — wir hatten mehrere Züge aufgefordert mitzumachen, aber sie wollten nicht. Es wäre doch zu schade, wenn unsere Arbeit und die Freude auf ein Kampfspiel mit heranschleichen und Erstürmen eines Aussichtsturmes so umsonst gewesen sein sollten. keiner will, machen wir's allein. Ich nehme „Rot", du nimmst „Blau-. wir sind ja genug Hungens im Zuge". Am Abend vor Himmelfahrt sollte die Sache losgehen. Der plan war ganz einfach : „Blau" fährt vom Anhalter Bahnhof bis Siethen südlich Berlins, „Rot" ab Bahnhof Eharlottenburg nach Alichendorst Beide Parteien marschieren so schnell wie möglich zum Kapellenberg in den Glauer Bergen» um den Aus» stchtsturm zu besetzen und gegen die später Lintreffenden zu hakten, wer um Mitternacht im Besitz der obersten Plattform des Turmes ist, hat gewonnen So stand denn der Führer der roten Partei bereits eine halbe Stunde vor Abgang des Fuges auf dem Bahnsteig und wartete auf seine Armee, die da kommen sollte — und nicht kam. „Nanu", dachte er, „was soll das heißen? [2