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Blau-Weiss-Blätter · 1918-06-01 · 1 (6.1918) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
1 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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sonderen Beziehungen" des Kosmos Werke von ungeahnter schSpferischer Kraft entspringen und den jüdischen Namen weihen werden. Im Leide Erich )aruslawski. V-m Kfred« Meine lieben Blau-Weißen, ihr werdet lache» und sagen: „WaS will uns dieser Mann vom Pferd« erzählen? ES hat vier Beine und «inen Schwanz. Und daran wird er nichts ändern. Das ist's aber nicht. O nein! Ich will von nichts Zoologischem sprechen. Ich will mit euch, die ihr nie in einem Pferdestall wart, über Pflege und Wartung des Pferdes plaudern. Juden sind ja selten Reitknechte oder Fuhrleute; wir habe» seit langem die Fühlung mit der Natur und ihren Kindern verloren und wisse» vom Leben auf dem Lande wenig genug. Ich besitz« auch keinen „Pferdeverstand". Aber ich habe Freude am Kennenlernen und Erkennen. Habt ihr schon mal einem Pferde ins kluge Auge geschaut? Habt ihr nicht Treue und Festigkeit darin gelesen? Ist's euch, wenn ihr aus der Schule kamt, je eingefallen ei» Pferd zu beobachten, seinen Gang, das Spiel seiner Glieder, seine stolze Haltung? Wahrscheinlich nicht. Dan» wißt ihr auch nichts von dem feinen Instinkt des Tieres, der «s seinen Reiter in dunkler Nacht auf unbekannte» Wegen sicher tragen läßt. Aber aus Nichts kommt nichts. ES gibt auch andere Tiere, schlechtere. DaS heißt, meist sind sie schlecht erzogen worden; ihr Pfleger war nichts wert. Geht ruhig mit dem Pferde um. Man darf es nicht erschrecken durch plötzliches Anschreien; denn es ist anßerordentlich feinfühlig. Du darfst nicht leise von hinten Herangehen, sonst schlägt eS dich vor Schreck. Schlag's nicht dafür zur Strafe; es wäre der zweite Fehler, die Strafe hättest du selbst verdient. Wenn du von Hinte» kommst, so rufe das Pferd bei Namen, begrüße es mit Hallo!, befiehl ihm: „Rum!", daß es zur Seite tritt. Es wird sich zu dir wenden, dir mit fröhlichem Gewieher für den Gruß danken. Hab keine Angst, geh ruhig vorbei bis zum Kopfende seines Standes. Streichle deinen HanS oder deine Adda; versteht sich mit dem Strich der Haare. Fahre am Hals entlang über Rücken und Kruppe bis unten zu den Fesseln der Hinterfüße. Es tut dir nichts. Ist dein Pferd heute morgen schon gefüttert und getränkt? Hast du ihm die Streu aufgeschiittet? Ist's schon blank und sauber? DaS glaube ich dir, hu hättest selbst nicht daran gedacht. Aber ich stehe hinter dir und achte darauf, daß unsere Tiere nicht zu kurz kommen. Hol Wasser! Pfui, hast du heut', ans einer schmutzigen Tafle getrunken? Na also. Dein Pferd säuft auch aus keinem unsauberen Eimer. Eher dürstet eS. — Und sieh mal die Krippe! DaS find ja - Speisereste von gestern. Woran liegt den» das? Aha, dir ist wohl her Hafer auf die Erde gefalle» und du hast ihn eilig wieder anfgescharrt. Natürlich wurde er schmutzig. Schäme dich, dei» Pferd hat jetzt IS Stunden nichts gefressen. Wie käme dir das vor? Nun schnell die Streu. Ja, zieh das Pferd nur aus dem Stand, Hamit du «S mit den Spitze» der Gabel nicht verletzt. Bor allen Dingen ekele dich nicht. Pferdemist ist nichts schlimmes. Wir brauchen ihn sogar; faß ruhig zu.— So, der Mist ist weg. Nun streue Stroh; vorn höher als hinten. Das Pferd soll vorne immer höher stehen. Weshalb? Liegst du vielleicht gern mit dem Kopfe . U

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