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Blau-Weiss-Blätter · 1918-06-01 · 1 (6.1918) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
1 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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schätzen sie die durch Lehrgeld erzielte Ausbesserung ihres Linksmmens erheblich mehr als -er wohlhabende Besitzer, so Laß sie sich wirklich zu Gegenleistungen verpflichtet fühlen. Zudem ist der Beamte in der Regel häufiger im Betriebe, als der Herr selbst, hat wohl auch ein« gründlichere praktische Schulung genoffen, da er ja meist aus groß-bäuerlichen Verhältnissen stammt, die an und für sich mehr zur Fertigkeit in allen praktischen Arbeiten erziehen als die Verhältnisse des Groß-Betriebes. Er ist daher imstande eins bessere Anleitung zu geben, als der Groß-Grundbefitzer. Ist man aber erst zur Erkenntnis gelangt, daß der groß-bäuerliche Betrieb besonders geeignet ist dem Landwirte Kenntnisse und Geschick in allen praktischen Handgriffen und Arbeiten zu vennitteln, dann liegt es nahe, ihn nicht mittelbar durch den aus ihm hervorgegangencn landwirtschaftlichen Beamten sondern unmittelbar als Lehrstelle zu benutzen. Das empfiehlt sich besonders für das erste Zahr der Lehrzeit. Zn keinem Stande findet man eine solche Wertschätzung der Arbeit und eine so gesunde Beurteilung der Wenschen nach ihrem Rönnen und Lebenswandel wie im Bauernstände, und nirgends gibt es so geschloffene und gesunde Lebensanschauungen und so vernünftige und zugleich streng befolgte kebensregeln wie eben dort. Für die erste Ausbildung gibt es daher keinen besseren Platz als einen größeren Bauernhof, wo fast alle landwirtschaftlichen Arbeiten Vorkommen und zumeisr von Bauern und seinen Familienrnitgliedern selbst ausgeführt werden. Neben dem Ueben der nötigen Handgriffe und der Gewöhnung an die Arbeit bietet die Lehrzeit auf einem Bauerngut besonders Gelegenheit Viehpflege und Gemüsebau ordentlich zu erlernen. Viehzucht war ja von jeher die Stärke des Klein- und Wittelbetriebes. Zn den Bauernwirtschaften wird recht viel vom Vieh und von der Viehpflege gesprochen. Da werden Vergleiche zwischen den, eigenen Vieh und dein des Nachbarn angestellt, jedes einzelne Tier wird mit all seinen Tugenden und Fehlern oft genug durchgehechelt, sodaß der Praktikant einfach gezwungen ist, sich für all das zu interessieren Gewinn! er dennoch dem kein Zntereffe ab, so war ein solches Lehrjahr zum mindesten ein Prüfstein für die Selbstbenrleiinng. ob er überhaupt für die Landwirljchaft geeignet sei oder nicht. Gegebenensalls werden hier Elemente, die glaubten die Landwirtschaft bestehe in Zagen, Reiten, Fahren, Tändeln und Lustschnappen, gleich ausgemerzt zu ihrem eigenen Heile und zum Wohls des ganzen Standes. Hinzugesagt sei noch, daß für die Wahl des kehrgutes mit

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