Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- 1 (5.1915)
- Date
- 1915-05-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seelenleben des jüdischen Volkes. Das war das größte Verdienst von perez: er gab dem Volke die entfremdete Intelligenz zurück. Zugleich aber hob er die Volks Masse aus der Tiefe empor und gestaltete fiezu einer großen lebendigen Macht. Seine Waffe war die Liebe zn seinem Volke. Mit ihr kämpfte und siegle er. Das war die große Kraft Perez': nicht nur daß er feine- Volksgeschichten in jüdischer Sprache schrieb; er schrieb fie «n hebräischen Geists. Selten hat ein jüdischer Volksdichter es mir solch tiefem Sinn verstanden, die trübe jüdische Gegenwart durch den engen, seelischen Anschluß an den alten, stolzen, hebräischen Geist s» hell und strahlend zu beleuchten. Der hebräische Geist und der hebräische Ausdruck bilden in jeder volkstümlichen Geschichte perez^ nicht nur das Markige, das Kraftvolle; sie dokumentieren sich hierüberall als das Streben nach Ganzheit,'Vollkommenheit, nach harmonischem Denken und Fühlen. Darum war Perez, der große jüdische Dichter, ein so feuriger Bekenner der hebräischen Sprache. In ihr erblickte er stets die goldene Kette, die uns an die Bibel» an die Propheten, an unsere ganze reiche Vergangenheit schmiedet; s o sprach er über das hebräische zur Jugend, und mit besonderer Vorliebe nannte er sich einen hebräischen Schriftsteller. Zn seinen ersten und besten Schaffensjahren schrieb er ausschließlich hebräisch. In allen Tiefen des jüdischen Lebens sieht perez nur Schönes» Großes, heldenhaftes. Zedes Lied von ihm ist ein heldengcsang. Darum wird er stets der Dichter des jüdischen Volkes bleiben. Dr. S. Bernstein Ariegsseder Aus einem Brief von Felix Rosenblüth. Der Brief ist in den im Neuen Verlag soeben erschienenen »Ariegsbriefen deutscher und österreichischer Juden * enthalten. Dieses Buch kostet Mk. 2.50 und ist beim Jüdischen Verlag zu beziehen. L. bei St. Q., 2. April . . . Als wir abends um halb neun Uhr von Mauchv-Lagache abmarschierten, das ganze Bataillon in Marschkolonne, voran die SpicUeute, am Schluß die große und kleine Bagage, darunter das Gfelgespann, das unsere Kompagnie zur Vennehrung ihres Wagenbestandes requiriert hat, da war bei Tuch zu Haufe peffack». der erste Sederabend; auf dem Marsch war es schwer, auch nur in Gedanken dabei zu verweilen, dazu war die Stimmung der Mannschaften zu to