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Blau-Weiss-Blätter · 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
1 (5.1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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«inen Glauben einfach zu bestreiten, zu widerlegen, zu vernichten, es kann nur gelten, feine lebendige Kraft umzuschaffen, ohne ihm fein Tiefstes, die zeugende Begeisterung, zu nehmen, die allein ein Leben lebenswerl macht. Trossen a. D. MofesTalvarv I. £. perez 3« einer schweren Stunde ist Izchak Leib perez*) denr jüdischen Volke entrissen worden; in einer Zeit, da jüdisches Blut in Strömen fließt und ganze Gemeinden der Vernichtung preisgegeben Pud. Gin jeder kennt die Leiden, die der zwei Millionen Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung Polens in dieser blutigen Zeit auferlegt find, und dennoch war für diese gequälten Massen der Tod von perez ein besonders erdrückender Schmerz, hundertundfünfzigtausend Zuden, jung und alt, folgten dem teichenzuge; fie beweinten ihren Dichter, und überall, wohin die traurige Kunde drang, von Warschau bis nach Transvaal, von den heiligen Bergen in Zudäa bis zu den entlegensten jüdischen Gemeinden in Kalifornien, jeder 3ude, der ein warmes Herz für sein Volk hat, empfand den Schmerz mit ihnen. Die gegenwärtigen Leiden der großen jüdischen Massen traten in den Hintergrund: das ganze jüdische Volk empfand den Tod von Perez als ein nationales Unglück. Das Größte und Schönste, was für die Erhaltung der Stärkeeines Volkes, seiner Lebenskraft, seines Dranges nach Leben und Freiheit von Bedeutung ist, hat uns perez gegeben: die unendliche Liebe zu unserem Volke. Das war das Lebensziel dieses großen Dichters: in jedes jüdische Herz die unendliche, die grenzenlose Liebe zu seinem Volke einzupflanzen. Für dieses große Lebensziel arbeitete er mehr als vierzig Jahre. perez war ein V e r s ch ö n e r e r des jüdischen Lebens. Das ganze jüdische Leben war für ihn ein Stück verborgener Schönheit. *) perez wurde am Lag Baomer 56 u (25. Mai \850 in Samosc, tintm kleinen Städtchen Polens, geboren und starb am 20. Nissan 5675 (4- April *5^5) in Warschau. <Er veröffentlichte eine Reihe von Dichtungen und Erzählungen Ln hebräischer und jüdischer Sprache, von denen die „Volkstümlichen Geschichten" am bekanntesten sind. Ihre deutsche Übersetzung („Volkstümliche Geschichten* über* setzt von Mathias Acher) ist im Jüdischen Verlag erschienen, der auch eine ebenfalls von Mathias Acher übersetzte Auswahl von „Erzählungen und Skizzen" heraus» gegeben hat. Die „volkstümlichen Geschichten" kosten M 2.— in paxxdand, M 5.— Ln Leinenband, die „Erzählungen und Skizzen" M 5.— broschiert. 8

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