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Der Israelit · 1907-10-03 · Heft 40 (3.10.1907) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 40 (3.10.1907)
Date
1907-10-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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h *t itmrteit fet urtb man veymttete, haß der Täter MäEnvom rituellen Wört!ersonnen Habe, um den Beimacht von sich akMenken. Der Verdacht et sich, ge^en Mollnar sewst, der auch dieheiden fe gHhrreben haben dürste. Man stellte Schrift- -tt mit ihm an und diese würden rnm zur Vereng mit dem Briefe nach Budapest geschickt, um Sachverständigen' im Schreibsach untersucht zu n. Bis zur Beendigung dieser Untersuchung >1 Mollnar unter polizeilischer Aufsicht. 'renchtttuäev, 2. Ostover. Hier Kurte auf An- MereS Herrn Rabbiner Dr. Mannes aus lH eine .Ortsgruppe des „Verbandes der hsreunbe" gegründet. Derselden traten sofort 35 Zer ,bet, eim für unsere nicht große Gemeinde irfrMÜche Zahl. Zum Borfitzenden wurde Herr Siegfried Mayer erwählt. lM-tzMii. £ a. M., li Ott. Ein Mann von echtem [,■ eine Gestalt, wie sie noch vor hundert in dm jüdischen Gemeinden nicht zu den Seltengehvrte, wie fie heute aber kaum noch zu finden vjifc im Alter von 81 Jahren dahingegangen: -er emmstterte Verwalter des Königswarter-Hospitals, Abraham Seckbach. Achtundzwanzig Jahre, von 1875 bis zu seiner vor vier Jahren erfolgten Pensionierung, hatte er in dieser Stellung Gelegenheit, ohne Amtspflicht und ohne Reglement an armen, fremden Brüdern jüdisches zu übenmit stillem, liebendem Verstehen blickte er dm Leidenden ins Herz, iuÜckte er dm Entschlafmen die Augm zu. Und in der kleinen Synagoge der Anstalt konnte man ihn viele Jahre Ktch mit vorbildlicher Innigkeit als 1132 rr6tP fungieren hören. Er war kein kunstgerecht gebildeter Kantor, nicht einmal eine große jüdische Gelehrsamkeit konnte er ton eigen nennen, und dennoch griff sein Bortrag dem Hörer ans Herz, weil er aus der Tiefe eines für Gott rmd seine Lehre glühenden Herzms empordrang und so best Morten inneren Gehalt, dm Tönen die Wärme wahrhaftigen Empfindens verlieh. Wer ihm dann, wenn er, noch von Begeisterung erfüllt, .von y\oy herabkam, dmübar die Hand drückte, dem mochte er wohl abwehrend von seinen „künstlerischen Vorbildern" in der alten Synagoge der RettgionSgesellschaft erzählen, von der guten alten Zeit, da er, ehe er die Stelle am Hospitale antrat, dreiundzwanzig Jahre lang als trmer Küster, als WvV unter dm Augen Samson Raphael Hirschs ^"31 «wirst. Dann ging ihm das Herz auf, und in seinem Erinnern wuchsen die Gründer der ReligionSgesellschaft m Riesengestalten empor, in deren Gedächtnis er sich sonnte, und von dmm er meinte, „so was gäbe es heutzutage doch nicht mehr." So war's denn sein ln dm letzten beidm Lebensjahren oft geäußerter Herzenswunsch, nur noch den Tag zu erleben, au dem das nme herrliche Gotteshaus seiner geliebten und nimmer vergeffmm ReligionSgesellschaft seiner Bestimmung übergeben würde, und in steudiger Dankbarkeit feierte er dm großm Tag im Steife der Gemeinde mit. Es war feine letzte große Freude himiebm, ehe er am zweiten Sukkothtage „gereift und satt an Tagm" ins Reich der ewigen Frmde einging vor Gottes Angesicht. n3S3n. Mainz. 2. Oktober. Bor kurzem ist der Prälat Dr. Friedrich Schneider dahier gestorben. Dieser hohe Würdenträger der Kirche war von einer aufrichttgeu Freundschaft für die Juden erfüllt, die er gerne üet jeder Gelegenheit betätigte und offen bekannte. Seine Forschungen auf dem Gebiet der altertümlichen Kunst führten ihn, schon als er noch einfacher Geistlicher war, häufig mit unseren Glaubensgettvssen zusammen und er sprach später oft mit leuchtenden Augen von der angenehmen Enttäuschung, welche ihm der Verkehr mit jüdischen Künstlern und Händlern gebracht, die ihm in feinen Büchern so ganz anders, als er es da erfuhr, geschildert worden seien. Schneider zögerte nicht, dieses günstige Urteil auch in Kreisen auszusprechen, von denen er bestimmt wußte, daß sie ein solches Lob des Gottesvolkes nicht gerne hörten. Za, es geht sogar die Sage, daß er mit einer solchen Aeußerung sich den gerade vakant gewesenen Bischofssitz verscherzt habe. War es in seiner Macht, einen unserer Brüder bei Irgend einer hohen Persönlichkeit zu fördern, das Gewicht seiner hohen Autorität für ihn in die Wagschale zu werfm, so nahm er keinen Anstand, dies freudig zu tun. Zu jener Zeit, da Bischof Kettelet von Mainz an der Spitze der deutschen Zentrumspartei stand und der Kulturkampf aufs hefwütete, suchtm katholische Blätter — verandurch einige Skribmten jüdischer Herkunft im miste anttkatholischer Zeitungm — die Schuld an dm für dm Katholizismus unerfreulichm Zuständen auf die Juden zu schieben, Schneider war es damals, der ganz im stillen jenm Blättern Winke gab, doch nach dieser Richtung ihre Kampfeslust zu zäh- Mm. Es ist vielleicht heute das erste Mal, daß hierifcoit geschrieben oder gesprochen wird, bei seinen Lebzeften ließ es Schneürer niemals zu, daß man ihn üni deffenkwille rühmte. Ausgrabungen an Klöstern itiib Kirchen in iürt um Mainz brachten den gekehrten Mann in den letzten Jahren seines Lebens auch mit der jüdischen Mttrtumswisseuschast' in Beziehung und auch hier bemühte er sich in ästigster und wohlwollendster Weise. Es ist aus das lebhafteste zu bedauern, daß er feine Absicht, ein Werk über euren großen jüdischm Handelsherrn zu schreiben, der auf. Veranlassung Kaffer Otto's II. vonJtakienuachMainz gekommen sei, nicht mehr verwirklichen konnte. Gewiß hätten wir hier interessante Auffchlüsse über altjüdische Kunstdenkmäler erhalten. In lüdischen Kreisen wird 1 Hi ft i’fat'an QDmntaS WM»! I« V VV Al«» lMV»ftUVll «VVVHVI» der Tod des wackeren Mannes auftichttg beklagt werden. Seine hpchhemme Gesinnung werden sie in dankbarer Erinnerung behalten. * er, 33 Gept. Am Montag, 9 September, dem ersten Lag des Rausch - Haschonoh-Festes, beging Herr Bernhard Löwenstein, das feit annähernd 30 Jahren unermüdlich tätige Vorstandsmitglied fast sämtlicher hiefiger jüdischer Wohltätigkeits Institute, mit feiner Gatttn die goldene Hochzeit. Dieses seltene Fest hatte seinen zahlreichm Freunden und Verehrern Veranlassung zu besonderen Ehrungen gegeben. Zür Vorfeier brachten bereits am Freitag abend die Schüler der BilbungSanstalt für jüdische Lehrer dem Jubelpaare ein Ständchen, btt welcher Gelegenheit Herr Seminar- Direktor Dr. Knoller dem Dank der Schüler und deS für dieselben wirkenden Unterstützungsverttns, dessen Vorstand Herr Löwenstein seit mehr als einem Bierteljahrhundert angehvr, in herzlichen Worten Ausdruck. Am Sonntag Morgen wurden die Gefeierten durch Gesangs- „ und Deklamationsvorträge der Zöglinge des Knabm-WäisMhauses und eine Ansprache deS Leiters des Instituts, Lehrer Federlein erfreut. Am Festtage selbst gedachte Serr Landrabbtner Dr. Gronemann am Schluffe seiner estpredigt des Jubelpaares und erflehte des Allgüttgen Segen für seinen ferneren Lebensweg. Mittags erschienen mtt den Herren Rabbinern die zahlreichen Kollegen btt dem Jubilar, zunächst hielt Herr Landrabbiner Dr. Gronemann eine herzliche Rede, in welcher er besonders dem Dank der zahlreichen Vereine, denen Herr Löwenstein seine Zkräfte widmet, Ausdruck gab und im Anschluß daran die Ehe-JubiläumS-Medaille überreichte. (Daß Herr L. anläßlich der Anwesenheit S. Majestät des Kaisers mit dem Kronenorten dekoriert wurde, haben wir bereits berichtet.) Alsdann überreichte der erste Vorsteher der Synagogen-Gemeinbe, Herr Senator Fischer, mit einer warmherzigen Ansprache die Stiftungs-Urkunde einer zur Feier.der goldenen Hochzeit von dm Freunden des Jubelpaares unter lebhafter Beteiligung aller Schichten der Synagogen-Gemeindr ins Leben gerusenm Bernhard und Sophie Löwenstein Stiftung, die den Ramm Löwenstein zu dauerndem gesegneten Andenken in der Gemeinde erhalten soll. Die Zinsen des Stistungskapitals sollen nach näherer Bestimmung des Jubilars zu wohltätigen Zweckm innerhalb der Synagogen-Gemeinde Hannover Verwendung finden. Herr Löwenstein führte in seinen Dankes-Worten aus, taß er bas Sftftungskapital aus eigenen Mttteln erhöhen werte, wie er auch im übrigen die sämtlichen hiefigm Vereine anläßlich der Feier, besonders bedacht habe. — St. Ingbert, 29. Sept. Der gewiß seltme Fall, daß eine Frau unter Trommelwirbel in Begleitung militärischer Vereine zu Grabe getragen wurde, ist heute hier vorgekommm. Frau Lina Kahn, Witwe, welche Inhaberin der Kriegsmünze von 1870/71 für Nichtkombattanten und der Kaiser Wilhelm-Erinnerungsmedaille war, wurde diese Ehrung auf dem Wege zur letzte Ruhestätte zu teil. Guxhagen, 2V. Sept. Unsere Gemeinde hat den Tod einer NV8 iu beklagen. Am n"Yy ist Frau Goldine Katzenberg n"y, Witwe des früheren Gemeinde ältesten Moses Katzenberg, 68 Jahre alt, von einem zahlreichen Trauergefolge geleitet, zu Grabe getragen worden. Herr Lehrer Kamhal hielt die Trauerrede, in welcher er die Verdienste der Entschlafenen rühmte. Längere Jahre Vorsteherin der 0^3 rran bat Frau Katzenberg fich durch ihr anspruchloses, bescheidenes Wesen, durch ihre Friedensliebe und nicht zum mindesten durch ihr ir\D2 die Hochschätzung weiter Kreise, ohne Unterschied der Konfesfion, zu erwerben verstandm. .n"3XJn $prect>$aal. Warnung! Derselbe Schwindler, der im vorigen^Winte^in'Westfalen und in Schlesten in meinem Namen verschiedene Literaturvereine und einzelne Herren telephonisch um Gelbbettäge für angebliche Unterstützungszwecke angerufen, setzt gegenwärtig auch hier und in anderen Städten dieses Treiben fort. Derselbe nennt fich auch gelegentlich Franz Graetz. Ich warne hiermtt noch einmal nachbrücklichst vor diesem Schwindler und bitte dringend, denselben vorkommmden Falles festhalten zu taffen.j| > Ber li n, 15. September. >»»* W. gg Dr. Gujstav^KarpeleS. (Unseren Abonnenten steht diese RubrikkostenloSzur Bergung. RichtabonneMen haben für die Annahme jeder Notft eme Gebühr von 1 Ml, die gleichzeitig einzwenden tfkju enbrichten. Die Sendungen müssen umner spätestens am Mrttwöch. Bimnistag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer m unseren Händen ieirul Verlobt: Elise Gutmann mit Dr. L.Warsza wSki irth in Bayern. — Lea Jameson mit Simon Grünfeld' lSrube-Kleinwallstadt m Gefearträ: Ein Sohn: Dr. Israel RooS» Frankfurt a. M. — Paul M. Aron (Levi), Stuttgart. — M. Deutsch. Frankfurt a. M. . _ .. ‘ , Waimigwohfelera: Josef,Sohn von R. S e eb e r g e r» Günzenhausen.'—"Julius, Sohn von D. R. Homburger,. Karlsruhe. ' . Teratorben: Abraham Seckbach, 81 Frankfuut a. M — Frau Michael Schuster. Frankfurt u..M. Sabbat-Anfang u. Ausgang. ♦ ri'itrttnn ORT: Anfang Datum ÄuSflang UhrlMin. 1907| 5967 UhriMin. 6. Oft. 97. Tischri Frankfurt s M 5 25 6 45 Berlin .... — — 6 17. München ■ 5 30 6 23 Straftbrrrg . 5 30 6 40 Bolen .... — — « 03 Nürnberg . - — — 6 26 Hamburg u . ' 6 85 rnt btn ffiellametetl ist die Redaktion nicht verant' wortttch: ürsbesondere ist es «nSfchliestlich Sache der Leser, die im Reklametell enthaltenen Empfehlnuge» ritneller Ware« oder sonstige Angabe« religionsaesetz» eiä * “ ‘ “ lichpn Eharakters ans ihre ZnverlSffigkeit z« prüfen. lisep Friedrich Quelle 6346) OfTenbaclt a. H. ,€>e{en dicht u. RheamntlHmuM bewährt.“ versprechende Reklame zu machen ist nur dem Fachmann möglich.' Deshalb sollten Sie nicht versäumen sich unsere Dienste kostenlos nutzbar zu machen, indem Sie uns Ihre Inserate übertragen. Sie inseriren durch uns nicht nur billiger sondern sichern sich auch größtenteils noch alle diejenigen Vorteile, welche wir auf Grund unserer langjährigen Beziehungen mit den Zeitungen genießen. Nassenstein * Vogler, 11. G-, Frankfurt *. M* ftN 481, was gibt's denn so eilig? — Ach, die gnädige Frau ist mit dem Nachtexpreß, zurückgekommen und so erkältet, daß sie kein Wort svrechen kann. Nun muß rchmitten in der Nacht nach Fays ächten Sodener Mineral-Pastillen in die Apotheke laufen, damit sie morgen wieder gesund ist. Fahs ächte Sodener sind rhr unterwegs , ausgegangen und sie hat. vergessen, andere zu kaufen, sonst hätte sie sich gar nicht erkälten können, sagt sie. 'Run geben Sie mir schnell drei Schacht teln!. — Fays ächte Sodener kosten 85 Pfennig die Schachtel und sind in Mer Apotheke, Drogerie und Mineralwasser-- ndmng zu haben.. 692117 D^C

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