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Der Israelit · 1900-05-23 · Heft 42 (23.5.1900) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 42 (23.5.1900)
Date
1900-05-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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872 solche Nahrungsmittel verabfolgt werden, welche die Verdauungskraft des Magens wenig in Anspruch nehmen und zu keinen Gährungen Anlass geben; aus diesem Grunde ist die Zufuhr von Flüssigkeiten, weil sie den Magen belasten, während der Mahlzeiten einzuschränken, von Kohlehydraten,[wie Hülsenfrüchten, Zucker, ferner von Fetten so viel wie möglich abzusehen. Es ist natürlich, dass bei der Behandlung von Verdauungsstörungen auch etwaige Erkrankungen des Darmes genügende Berücksichtigung finden müssen. Es erscheint darum angezeigt, in Fällen, in denen der ausreichende Abfluss des Bauchspeichel- und Gallensaftes behindert und so die Verdauung des Fettes beeinträchtigt ist, dementsprechend auch die Fettzufuhr einzuschränken. Die Fette müssen dafür in der Nahrung durch grössere Mengen gleichwerthiger Kohlehydrate ersetzt werden. Bei vorhandenen Diarrhöen wiederum ist darauf zu achten, dass alle Nahrungsmittel, welche auf mechanischem und chemischem Wege einen Reiz auf die Darmschleimhäute ausüben, streng gemieden werden. Es ist darum verboten: Obst, Obstwein, Weisswein, kohlensaures Wasser, Honig, Zucker, Kaffee, Milch, alle sauren Speisen und Getränke, Kohl, Salat, Schwarzbrod. Hülsenfrüchte , Kartoffeln, die nicht zerkleinert sind, hartes Fleisch. Die Ernährung setzt sich vielmehr aus leichtverdaulichen und stopfenden Nahrungsmitteln zusammen, wie feingeschabtes Fleisch, gewiegte Eier, Hammelfleischbrühe mit Gries oder Reis, Gerstenschleimsuppen, Kartoffelpüree, Reiswasser, Eichelkaffee, Eichelcacao, Heidelbeerwein. Rothwein, etwas Cognac, Theeabkocliungen. Die Speisen müssen in öfteren und in kleineren Mengen genommen werden. Im Gegensatz hierzu besteht die Ernährung bei Stuhlverstopfungen in Speisen, welche geeignet sind, die Darmwände entweder durch mechanische oder chemische Reize zu Bewegungen anzuregen und die Stuhlträgheit zu beheben Es ist vor Allem nicht genug vor der fortgesetzten Anwendung von Abführmitteln zu warnen, da diese nur dazu beitragen, den Darm zu verwöhnen und noch mehr zu erschlaffen. Dagegen lässt sich gegen den Gebrauch eines milden Bitter- oder Glaubersalzwassers von Zeit zu Zeit nichts einwenden, wie Ofenei', Franzensbader, Friedrichshaller, Karlsbader, Kissinger, Marienbader, Püttnaer, Saidschutzer, Sedlitzer Wasser. Die Ernährung gestaltet sich derart, dass neben leichtverdaulicher animalischer Kost, bestehend aus Eiern, Kalbsbrühe, Fleisch besonders Pöckelfleisch, ferner aus Milch, Buttermilch, Kefir, Molken, frischen Fischen, gereicht werden frische Gemüse, wie Rüben, Kohl, ferner Kleienbrod, Rademanns Brod Marke ,,DKa, Grahambrod, Obst (vor Allem Trauben und Zwetschgen), etwas Kartoffelpüree, zuckerreiche uni gewürzreiche Nahrung wie Honig, Weisswein, bitteres Bier, ferner Kaffee, kohlensaures Wasser, früh und abends ein Trunk frischen Brunnenwassers; ebenso soll das Tabakrauchen den Stuhl befördern. Einzuscliränken ist der Genuss von Rothwein, Thee, Schleimsuppen, ganzen Kartoffeln, Erbsen, Weissbrod, Zwieback, Reis, Cacao, Heidelbeeren, zum Theil auch von Milch. Die diätetische Behandlung aller dieser krankhaften Zustände erleidet bei Vorhandensein von Hämorrhoiden fast gar keine Aenderung. Hinsichtlich der Hämorrhoiden ist, da die Entwickelung derselben durch sitzende Lebensweise gefördert wird, auf regelmässige und ausgiebige Bewegung im Freien besonders zu achten. Die Zufuhr von scharfen Gewürzen, von Alkohol, sowie stark blähenden Substanzen, wie Erbsen, Bohnen. Linsen. Kohl, hart gekochten Eiern, Graubrod ist bei Vorhandensein von Hämorrhoiden zu meiden; ebenso ist ferner der Genuss von starkem Wein, starkem Kaffee, Honig, Zwiebeln, Senf, Pfeffer jedenfalls einzuschränken Lass die Speisen gut und langsam gekaut werden müssen und nicht in grossen Mengen genossen werden dürfen, ist so selbstverständlich, dass es wohl nicht erst betont zu werden braucht. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 17. Mai. Wir lesen in der „Allg. Ztg. d. Iud.ntH.Heute feierte die altrenonunirte jüdische Buchbandlung M. Poppe lauer hier das Fest ihrer 40jährigen Bestehens. Zu diesem Anlaß ist aus dem Nachlasse oes Begründers der Firma ein Werk: Mebo ha Talmud erschienen zur Erinnerung an Dr. Moritz Poppelauer, der dar Geschäft am 10. Mai J8o0 (Lag be-Omer 56-0) begründet hat. Die Poppelauersche Buchhandlung hat sich in diesem langen Zeitraum immer aus gleicher Höhe erhalten und um die Verbreitung der jüdischen Wifsenschaft ansehnliche Verdienste erworben. Hoffentlich ist es dem neuen kenntnißreichsn und rührigen Besitzer, Herr Jakob Sänger beschieden, die alte Firma zu neuer Blüthe zu bringen und in dem alten Re-

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