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Der Israelit · 1900-05-23 · Heft 42 (23.5.1900) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 42 (23.5.1900)
Date
1900-05-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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873 nommee zu erhalten. Die bisherigen Erfolge berechtigen zu dieser Hoffnung. Berlin, 14. Mai. Ihren hundertjährigen Geburtstag beging am 12. d. Mts. Frl. Friederike Wolf, Schwerinstraße 7, in geradezu bewundernswerther geistiger und körperlicher Frische. Die Gemeinde, der „Israelitische Frauenverein" und etliche Privatpersonen erfreuten die rüstige Jubilarin durch Spenden mannigfacher Art. Die Nachbarn fühlten sich mitgeehrt und betrachteten das alte Fräulein mit ehrfurchtsvollem Stolz. Sie empfing die Besucherinnen in selbftgcplätteter weißer Blouse, an der Brust einen Maiblumenstrauß; denn ste wäscht und scheuert allein, ohne jegliche Hilfe, wie sie auch Kohlen und Holz sich heraufholt. Seit 70 Jahren ist sie Berliner Bürgerin, und 25 Jahre lang wohnt sie in dem engen Stübchen, das von Sauberkeit strahlt. Bis zu der Zeit war sie als Köchin tbätig, wie sie mit kräftigem Lachen sagte, „als mich keiner mehr mochte, zog ich hierher. Jrtzt bin ich frei und habe mein Milchtig und mein Fleischtig und mein Jonteftig." Rührend und erhebend war das Bild, das sich uns bot: ein fröhlicher Wille zum Leben, der die Altersmiseren verachtet, neben tiefer Demuth und Ergebung in den göttlichen Willen, wenn er sie abberufen würde „zur Heimkehr". Danzig, 14. Mai. (Bericht über die Thätigkeit desVerbandes der West preuß ifchenSynagogen-Gemeindenim Verbandsjahre 1899—1900.) Von den in Westpreußen vorhandenen 55 Synagogen-Gemeinden gehören 41 dem Verbände an, während 14 demselben bis jetzt ferngeblieben sind. Eine erfreuliche Zunahme hat die Zahl der persönlichen Mitglieder erfahren, in dem dieselbe von 169 auf 220 . gestiegen ist. In den 12 Gemeinden, in denen Rabbiner angestellt sind, welche ReligionSschulen selbst leiten resp. überwachen, sind 936 schulpfl'chtige Kinder vorhanden. In 42 Orten mit jüdischen Gemeinden resp. Filial-Gemeinden sind 1088 schulpflichtige Kinder, so daß es sich für den Verband um den Unterricht von 2024 Kindern handelt. Spricht schon diese Zahl allein für die eminente Wichtigkeit der Aufgabe, die sich der Verband gestellt hat, nämlich diesen Unterricht zu kontroliiren, zu verbeffern, wo nöthig zu subventioniren, und wo er überhaupt fehlt, einzurichten, so befestigt sich diese Ueberzeugung mehr und mehr, wenn man die eingegangenen Revisionsberichte aufmerksam verfolgt und studirt. Keine geringe Aufgabe ist es, der sich die Rabbiner Westpreußens unterzogen haben. Die zu revidirenden 42 Schulen können nicht gleichmäßig, sondern müssen nach ihrer geographischen Lage auf die einzelnen Revisoren vertheilt werden, und so kommt es, daß auf einzelne Herren nur eine oder zwei Schulen, auf andere deren sechs entfallen. In diesem Jahre sind 26 Revisionsberichte eingegangen, von denen 6 aus Rabbiner-Gemeinden 514 Kinder betreffen, während 20 sich auf auswärtige Inspektionen beziehen und 494 Kinder umfaffen. Einer Anregung des D. I. G.-B. folgend, haben die Rabbiner gelegentlich der Revisionen, wo es anging, Predigten resp. Ansprachen gehalten. Die Angelegenheit des Waisenhauses hat leider seit dem letzten Gemeindetage keine wesentlichen Fortschritte gemacht, da erst am 19. März die Lachmann'sche Stiftung für diesen Zweck die Genehmigung der Regierung erhalten hat. Es folgte noch Bericht über die Religionsschul-Jnspektionen, über die Kassenverhältniffe und das Mitglieder-Verzeichniß des unter Leitung des vortrefflichen G. Davidsohn hier stehenden Verbandes. England. London, 14. Mai. Der Bericht des Oberst Kekewich über die Verteidigung von Kimberley erwähnt eine ganze Reihe von jüdischen Offizieren mit großer Auszeichnung. In erster Linie gilt dies natürlich von dem unermüdlchien Oberst Harris, dem zweiten Commandanten von Kimberley, der die Freiwilligen, die sogenannte Stadtgarde, befehligte. Dann rühmt Kekewich speziell die Leistungen der Kapitäne W. S. Elkin, E. E. Hettog und A. Blum von der Kimberley Town Guard und endlich von den Kimberley Light Horse Lieutenant G. Harris wegen bewiesener außerordentlicher Tapferkeit und Corporal H. Harris von demselben Regiment wegen Tapferkeit. Noch ein anderer jüdischer Soldat ist in der letzten Zeit ausgezeichnet worden. Der Reiter A. Lewis von den Kitschener Horse D Squadron ist für seine Tapferkeit am Riet River zur Distuingished Dienstmedaille vorgeschlagen worden. Die Verlustlisten der letzten Wochen weisen nicht weniger als 5 Todte, verwundet 1 Major. 8 Gemeine, endlich als Invaliden nach England zurückgesandt 2 Lieutenants, 1 Corporal und 1 Sergeant. Im Ganzen nicht weniger als 18 Glaubensgenossen. die der Krieg theils in ihrer Gesundheit schwer geschädigt, theils ihres Lebens beraubt hat. Interessant und ein Zeichen des Eifers, mit dem die Inden in allen Theilen des englischen Weltreiches sich zum Dienste mit der Waffe drängen, ist die Thatsache, daß auch unter den Buschmännern aus Australien, bekanntlich eine Elitetruppe, die sich durch besonders gutes Reiten und Schießen auszeichnet, sich einige Juden befinden, in dem Contingent von Westaustralien unter 125 Mann zwei Inden, Solomon und Saunders. -£» Dermischtc^. Rom. Nach den letzten statistischen Ausweisen befinden sich in der italienischen Armee 1 General-Lieutenant, 1 Oberst, 8 Majore 43 Hauptleute und 109 Lieutenants, welche Israeliten find.

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