Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 42 (23.5.1900)
- Date
- 1900-05-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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4i. Jahrgang. Umritt Beilage M M 42 des Jlsrnrilt“. reitender Artikel. Die Natag des gesunden i totes Magens- Zur Verhütung und Linderung von Magenkrankheiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jüd Speisegesetze. Von Dr. P. Münz, pract. Arzt, Nürnberg. (Fortsetzung. *) Es braucht wohl nicht besonders betont zu weiden, dass nicht jedes Nahrungsmittel für jeden Krankheitsfall passt, sondern dass eben eine geeignete Auswahl Platz zu greifen hat. Viele Kranke mit chronischem Mo genleiden erfahren im Laufe der Zeit selbst am besten, welche Nahrung ihnen zusagt. Meist besteht aber die Ernährung in Milch, Eiern, den verschiedenen Fleischarten, Dr. Papilskis Fleischextrakt, sowie den anderen rituell erlaubten künstlichen Nährpräparaten, ferner in Weissbrod, Zwieback, etwas Obst, am besten in Form von Mus, wie Apfelmus, in Kartoffelpüree , Spinat, zu denen sich als Getränke Selterswasser, schwacher Theeaufguss, Limonaden, Cacao, leichte Biere, leichter Wein zugesellen. Es gilt als Regel, dass die Mahlzeiten nicht zu reichlich ausfallen, sondern lieber öfters in kleineren Portionen gereicht werden sollen, damit der Magen nicht zu sehr belastet werde; deshalb ist die Zufuhr von Flüssigkeiten beim Essen einzuschränken. Geht die Erkrankung mit einer starken Säureentwickelung, vorzüglich von Salzsäure einher, so können alerdings die Mahlzeiten in grösseren Quantitäten verabfolgt werden und mit der Aufnahme von Getränken einhergehen. Eine Ernährung mit animalischem Eiweiss, vor Allem aus Eiern und Fleisch bestehend, wird in solchen Fällen bevorzugt. Dagegen ist die Menge der Pflanzenprodukte und der Fette sowie der Milch und ihrer Produkte einzuschränken; ebenso müssen alle reizenden Speisen und Getränke , weil diese die Absonderung der Säfte noch mehr anregen. gemieden werden. Ist dagegen die Absonderung der Magensäfte vermindert, so soll die Ernährung bezwecken, die Säfte so auszunutzen, dass sie auch die Ver- *) Vergl. Nr. 30/31 des „Israelit“. dauung der gereichten Nahrung bewältigen können. Im Grossen und Ganzen werden bei einem Salzsäuremangel die leichtverdaulichen Vegetabilien bevorzugt. Es ist in diesem Falle angezeigt, die Nahrung in feinvertheiltem Zustande zu bieten, auf welche eben die Säfte einwirken können, und überdies durch Reize die Secretion der Säfte anzuregen. In dieser Beziehung stehen obenan, hartgekochte und dann feingeriebene oder auch weich gesottene Eier, Milch, Butter, leichtverdauliches Fleisch, am besten in geschabtem Zustande, Kartoffelpüree, Erbspüree Weissbrod, Zwieback, Reis mit Milch, denen sich als Reizmittel Obst, leichtgewürzte Speisen, Sardellen, Fleischbrühe, geringe Mengen von Alkohol wie Wein, Bitterbier vor der Mahlzeit am besten die Flüssigkeiten genommen — anscliliessen. Während der Mahlzeit ist die Zufuhr von Flüssigkeiten auszuschliessen, damit die Säfte nicht noch mehr verdünnt werden. Bei verschiedenen Arten von Verdauungsschwäche, für die ausser der Nervosität keine Ursache nachzuweisen ist, ist jede Ernährung dreist geboten; es sind allerdings erregende und stark reizende Nahrungsmittel, sowie heisse Speisen zu vermeiden. In der Ernährung geht man aber von leichteren Speisen systematisch zu schweren über, bis die Kranken an eine ausreichende und kräftige Kost gewöhnt sind. Die diätetische Behandlung des Magengeschwürs hat nur das eine Ziel im Auge, die Geschwürsfläche zur Heilung zu bringen und darum jeden Reiz von ihr fernzuhalten. Deshalb darf nur die leicht verdaulichste Nahrung, bestehend in kalter Milch, Schleimsuppen , E i e reiweiswasser, verabfolgt werden. Auch nach Heilung der Geschwürsfläche müssen die Pflanzenprodukte gegenüber der thierischen Kost zurückstehen. — Beim Krebs zielt die Ernährung dahin, die Beschwerden zu lindern und den Kräftezustand zu heben; daher ist eine reizlose, leichtverdauliche und doch nahrhafte Kost am Platze. Diese setzt sich am besten zusammen aus Milch, Fleischsaft, geschabtem Fleisch, zerriebenem kalten Braten, lockeren Biscuits, geröstetem Weizenbrod, Reis, Theeabkochungen, Rothwein, Kraftbier, künstlichen Nährpräparaten, Kumys, Kefir. — Bei den Magenerweiterungen muss sich die Behandlung stets nach dem Grundleiden richten; in jedem Falle ist es aber hier von Wichtigkeit, die Speisen in kleineren Mengen und Öfters zu nehmen. Es dürfen auch nur