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Der Israelit · 1900-05-23 · Heft 42 (23.5.1900) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 42 (23.5.1900)
Date
1900-05-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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862 während ihres raschen Gehens ein Wort hervorzubringen. — Jetzt bogen sie in die betreffende Straße ein. „O weh!" sagte der Doktor, „alle Jalousien sind geschloffen, das ist ein schlimmes Zeichen. — Das große Haus dort drüben, das ist's. Jedenfalls kommen Sie hinüber, damit wir dort fragen, wo wir ihn treffen könnten." Sie gingen über den Fahrweg und traten in das dem Arzte wohlbekannte Haus; ein Bedienter kam eben die Stiegen herunter. „Ah Friedrich!" rief der Doktor, „Sie sind nicht mit draußen? — Sagen Sie rasch, wo finde ich Ihren Herrn?" „Der Herr Graf befinden sich mit dem Ordnen von Papieren beschäftigt in seinem Zimmer," erwiederte der Bediente, „und werden erst Nachmittags hinausfahren und wollten für Niemanden zu Hause sein, deßhalb sind gestern gleich nach der Abreise der Familie die Jalousien geschloffen worden. — Aber ich glaube mit Bestimmtheit, wenn ich den Herrn Doktor melde —" „Ja, ja, eilen Sie, Friedrich. Sagen Sie dem Herrn Grafen, ich lasse dringend bitten, empfangen zu werden, es betrifft eine hochwichtige Angelegenheit, die keinen Aufschub duldet." Der Bediente verneigte sich lächelnd. „Der Herr Doktor werden empfangen werden, das unterliegt gar keinem Zweifel." Er wandte sich und schritt die Stiegen wieder aufwärts, die beiden anderen folgten ihm auf dem Fuße. Der Bediente öffnete die Thüre eines der Stiege gegenüberliegenden Zimmers und ersuchte die Herren, einzutreten. „Der Herr Graf werden sicher sofort hier sein." Es vergingen in der That nur wenige Minuten, bis Graf Edgersdorf von der entgegengesetzten Seite her in das Zimmer trat. „Herzlich willkommen, lieber Herr Doktor! Was verschafft mir das Vergnügen? - - Womit kann ich Ihnen dienen?" „Ich muß sehr um Entschuldigung bitten, daß ich störe. Friedrich sagte mir, daß der Herr Graf beschäftigt sind und für Niemanden zu Hause sein wollten." „Friedrich ist ein Schwätzer," versetzte der Graf lächelnd, „allerdings bin ich beschäftigt, aber eben darum ist es mir ein dopveltes Vergnügen, Ihnen in irgend etwas dienen zu können. Dadurch habe ich doch endlich einmal Gelegenheit, Ihnen ein kleines Opfer bringen zu können für die vielen großen Opfer, die Sie uns gebracht haben!" „Der Herr Graf sind allzu gütig. Aber ich hätte mir in der That nicht erlaubt zu stören, wenn es sich um eine minder wichtige Angelegenheit gehandelt hätte, aber es handelt sich um die Rettung eines Kindes. — Gestatten der Herr Graf. Ihnen Herrn Steinhart vorzustellen." Steinhart verneigte sich, der Graf reichte ihm leutselig die Hand. „Herr Steinhart," wiederholte er, „der Name ist mir nicht fremd - doch im Augenblick erinnere ich mich nicht —" „Der Herr Graf werden den Namen Steinhart von dem früheren Verwalter der Frau Baronin Waldstein gehört haben, der den kleinen Schützling des sel. Barons bei Herrn Steinhart untergebracht hatte." „Ah, richtig, richtig, ich erinnere mich. Aber was sagen Sie? — Das Kind ist in Gefahr? — Ich habe den Verwalter doch gewarnt —" „Das betreffende Kind ist nicht in Gefahr, Werner hat den Wink des Herrn Grafen benützt und die Kleine mit sich in sein neues Heim genommen. Dafür ist aber seit gestern Abend das im selben Alter stehende Töchterchen des Herrn Steinhart verschwunden." (Fortsetzung folgt.) Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags and Donnerstags, jedesmal in mütdestenS zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonntrt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel vrrkrhvk durch V. M. Skrinackrv, Leipzig, Notzplatz jö. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. Cint Rfickscndnng der ats die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, sich van allen chiukendnnaen eine «ovie tnrüdznbebalten. «tellensuchende erhalten ans Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Woche« lang gratis und franco zugesandt, «benso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnfertionSbetragS an außer «teile Befindliche bis «ach Erlangung einer solche«. Inhalt: (Hauptblatt). Leitender Artikel: DaS Verbrennen von Leichen vom Standpunkte des Juventhums gewürdigt. — Zeitungsnachrichten u. Correjpondenzen: Deutschland: Könitz. Hannover. Aus Baden. Mülhausen i. E. Oesterr.-Ung. Monarchie: Budapest. Lemberg. — Feuilleton: Elsa. (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Was ich von meinen Kindern lerne. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Osterode. Jnowrazlaw. Hürben. Stuttgart. — Frankreich: Paris. Holland: Amsterdam. England: London. Inhalt der zweiten Beilage: Die Nahrung des gefunden und kranken Magens. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Danzig. England: London. — Vermischtes. Blätter für jüdische Geschichte und Literarnr. ——■■■■—■—■—p———W—■ ■ i i . I — LJ!U-BüiJMJ.— 11 " I ■■WBHg8» Verantwortliche Redaction Oscar Lehjmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. ^_Hier-« drei Beilagen

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