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Der Israelit · 1900-04-12 · Heft 30-31 (12.4.1900) · page 44

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 30-31 (12.4.1900)
Date
1900-04-12
Page
– (sequence 44)
Language
German
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4 prni Der Hausherr wascht sich die Hände, saqt aber keine n3"n. £5^* Der Hausherr nimmt ein Stückchen Peteisilie tunkt es in Salzwasser, oder Eisig und sagt diese n:rn. Und nach- ~ dem er es gegessen hat, gibt er auch den übrigen Hausleuten. Gelobt icift T». Ewiger, unser Gott, i 7!^ " nDN ^113 König der Welt, der die Erdfrüchte erschaffen I T T " )V v; T; T T ijat. :npixn n? pD! Dann bricht er die Hälfte von der mittelsten nüD ab und legt sie irnter die Lehne und hebt sie auf zum jDlp’DN. Man nimmt das El und die j?nr von der Seder - Schüssel herunter, hebt die Schüssel in die Höhe, und sagt dieses. NH3 Sehet, welch' armseliges Brod unsere Bäier im Lande Mizraijin genossen haben! Wem es hungert, der komme und esse, wer in der Kjp^Kjnrpsfta« «j x'Jirxonb «rp pDpi bi .onipi Brod besitzt, jo bewahrt er die größere Hälfte für später. Und nun beginnt die Hagadah, die Erzählung, i'L. Der Hausherr hebt die Sederschüffel empor und spricht mit lauter Stimme: .D’iattsn 8V1X3 wmsK h K’jy kbp6 tn „Dies ist das Brod des Elends, das gegessen haben unsere Väter im Lande Mizrajim." Da es namentlich darauf ankömmt, die Herzen der Kinder durch schöne Erzählungen, Gleichniffe und Parabeln zu erfreuen, zu erquicken und heranzuziehen, so wollen wir hier gleich eine Erzählung wiedergeben, die sich an das erste Wort der Hagadah knüpft. In manchen Hagadoth steht an, in manchen «™, in manchen beides, xn heißt „dieses", xn3 „wie dieses". Es sind, verschiedene Lesarten, und der Sinn scheint derselbe zu sein. Vielleicht können wir beide Lesarten rechtfertigen. In alten Zeiten lebte ein rechtschaffener, aber armer Mann, niedergedrückt von Kummer und Sorgen, mit den Seinen im tiefsten Elende. Alles, was tr beseffen, war bereits verkauft; sogar die Kinder mußten als Sklaven dienen. Da besuchte ihn ein Jugendfreund, ein überaus reicher Mann, ein Großgrundbesitzer, und sprach zu ihm: Komm mit mir, ich setze Dich als Verwalter auf eines meiner großen Güter; dann hat alle Deine Noth ein Ende. — Nun begann ein Leben voll Glück und Freude, voll Wohlstand und Behagen für die früher so unglückliche Familie. Und jedesmal am Jahrestage des frohen Ereigniffes, da zog der Vater zum Andenken an sein früheres Elend seine alten Bettlerkleider an und vertheilte in diesen reiche Geschenke an Frau, Kinder und Gesinde. Das war dann stets eine große Freude, wenn die Kinder den Vater in den zerrissenen und beschmutzten Gewändern erblickten — Da geschah es, daß der Verwalter den Zorn des Grundherrn auf sich lud, der chn forttrieb und ihm alles nahm, was er besessen und ihm nichts ließ als das Bettlergewand, das er mitgebracht. Die Kinder jubelten, als sie den Vater in diesen Kleidern erblickten. Dieser aber sprach traurig: Arme Kinder! Früher war es nur eine Erinnerung, ein Andenken; beute aber ist's bitterer Ernst. Der arme Mann, dessen Kinder als Sklaven dienen mußten, ist Israel in Mizrajim. Da kam sein Jugendfreund, der Herr der Welt, der Heilige, getobt sei Er, und brachte Israel in das Land, das Er den Vätern zugeschworen. Nun hatte alle Noth ein Ende und am Jahrestage der Erlösung sprachen wir K'jy rnrH «na. „Wie dieses war das Brod des Elends; es ist nur eine Erinnerung, damit wir im Glücke der Zeit des Elends nicht vergessen." Aber wir haben unfern Freund erzürnt und mußten hinwegziehen aus dem herrlichen Asyl, das Er uns gewährt hatte. So müssen wir denn wieder essen das Brod der Verbannung x'iv xar6 »n, „dieses ist das Brod des Elends," das unsere Väter gegessen im Galuth Mizrajim; und wir müssen das Brod der Verbannung essen mn -pan ian mton; möge uns der Allgütige recht bald daraus erlösen. 'rw pM-i bs „Jeder, der hungrig ist, komme lind esse!' Wir sitzen vereint mit unseren Lieben an der Festcstafel, die langersehnte hohe Stunde ist endlich herangekommen. Nach all den Vorbereitungen freuen sich namentlich die Kinder auf die bevorstehenden Genüsse — doch, ehe wir etwas genießen, rufen wir es laut aus: Jeder, der hungrig ist, der komme und esse! So spricht nicht allein der Reiche, so spricht auch der Arme beim Beginne des Seder. Jeder ist bereit, selbst die kärglich zugemessene Speise mit D.m zu theilen, den der Hunger quält. Welchen Eindruck müssen diese einfachen Worte auf die Gemüther der Kinder machen! Ja, der Jude ist barmherzig. Rühmend erkennen es unsere Freunde an; selbst unsere Gegner müssen es, wenn auch

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