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Der Israelit · 1900-04-12 · Heft 30-31 (12.4.1900) · page 38

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 30-31 (12.4.1900)
Date
1900-04-12
Page
– (sequence 38)
Language
German
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30 halten, so würde er der erste gewesen sein, solches bei der Behörde anzuzeigen.“ Durch die Regierungs-Entschliessung vom 29. Juli wurde die Sache endgültig erledigt Sie lautet: „Der genauesten Untersuchung ungeachtet, die Centrichter wegen des angeblich von einem Juden zu Kiips misshandelten Mathes Marr aus Grün geführt hat, hat man nach gegenwärtiger Lage der Sache weder einen zureichenden Grund, gegen den bezüchtigten Juden mit einer Untersuchung fürzuschreiten, noch kann gegen den insitzenden Jungen und dessen Mutter etwas weiters vorgenommen werden. Die Sache muss insolange auf sich beruhen, bis sich nähere Anzeigen von der Richtigkeit der Geschichte einer — oder von deren Erdichtung und fälschlichen Aussprengung anderer Seits ergeben. Dieses wird Centrichtern auf seinen sub prosso den 19. dieses erstatteten Bericht mit dem Beysatzc eröffnet, dass er den insitzenden Jungen und dessen Mutter des Arrestes wieder entlassen, jedoch beydeu vor ihrer Entlassung die weitere Verbreitung der Geschichte bey Zuchthausstrafe untersagen soll. Und weil die Judensehatt noch immer über Beleidigungen klaget, die sie dieser Geschichte wegen von den christlichen Einwohnern dortiger Gegend zu leiden hätten, so Lat Centrichter die desshalb bereits erlassene Warnung, dass sich niemand, einen Juden zu beleidigen, bey gehen lassen soll, auf das schärfste zu wiederholen, und dabey den Unterthanen die dem Intelligenzblatte eingerückte Nachricht an das Publikum begreiflich zu machen, auch zu nemlichen Ende mit den Centämtern Burgkundstadt und Kronach weiter Communication zu pflegen. Decretum Bamberg 29. Julius 1797. A. J. Pabstmann. J. W. Degen. H. Werner. Job. Oesterreicher. An den Centrichter zu Weissmayn. Zur Geschichte der Juden in Worms. II. Wormser Flüchtlinge. (Fortsetzung.) i). Isack B1 iu. Isack Blin, Sohn des Elieser Sussmann, war zur Zeit der Zerstörung von Worms einer der dortigen Vorsteher und flüchtete von da nach Frankfurt, wo er Freitag, 2. Nissan (18. März) 1695 in s Jenseits einging. Seine Grabschrift (Nr. .">2« >2) lautet : tPCTTD "W'bx 'ins p"ch mn fc: - p’trj? cvr 'p:i *voej .rrsjun pea ne: Sein Tod wird auch im Wormser Memorhuch (ed. Berliner, S. 22 Z. 6 v. u.) gemeldet, wo unmittelbar vorher auch der Heimgang seiner Frau Fromet betrauert wird, die zehn Jahre nach ihrem Gatten aus dem Leben schied. Sie war die Tochter des Wormser Talmudlehrers Mosche öHingen und starb in Worms am Dienstag, 1. Tamus (23. Juni) 1705. Die Familie Blin, die heute noch in Worms vertreten ist, führt ihren Stammbaum auf mehrere Jahrhunderte zurück.1) Einer der alten Gelehrten daselbst war Elia b. Mose Blin, von dem die Bodleiana in Oxford (Cod. 2184) Rechtsbescheide besitzt und der als Lehrer und Verwandter des IJerz Treves in F rank für t, des Verfassers eines kabbalistischen Kommentars zum Gebetbuch, bekannt ist (cf. Horovitz, Frankfurter Rabbinen I, 23; nue S. 3 N. 16). Nach Zunz (z. Gesell, u. Litt. S. 107) war er früher in Bingen wohnhaft. Er starb in Worms am Sabbat. 18. Adar II (28. März) 1587; seine Frau Blümlin starb daselbst in der Nacht vom 5/6. Aw (14/15. Juli) 1630. Von seinen Kindern starb Elieser Sussmann vor dem Vater a. 1551; sein Sohn Aron2) starb 1622; seine Tochter Fromet, die 1631 starb, war die Gattin des gelehrten Vorstehers R. Feibelmann.3) der 1641 in N i k o 1 s b u rg zu seinen Vätern einging; des Letztem Sohn, 1». Aron, war einer der Schulrektoren in Worms, kam dann als Rabbiner nach Metz und starb 1652 als Rabbiner in Fulda. Ein anderer Sohn des R. Feibelmann, namens Mose, war Vorsteher des Wolilthätigkeitsvereins in W orms und starb daselbst an der Pest 1635 (vgl. Memorbuch S. 12, wo seine Leistungen als Vorbeter rühmend hervorgehoben werden). — Ein Sohn des in der Uebersclirift genannten Isack Blin, namens Elia, warRabbinatsassessor in W or m s und starb hochbetagt am Freitag, 16. Adar i (16. Februar) 1680. Ein 1) Cod. 672 Oxford nennt einen Mose I>. Elia Blin, der vor 1465 in “Worms lebte und wahrscheinlich Urgrossvater des hier genannten Elia b. Mose war. 2) Eine Tochter dieses Aron, namens Sollen. war an den Gelehrten R. Abraham Abevle b. Mose Landau verheiratet, der 1666 in Worms an der Pest starb (Memorbuch 8. 28). 3) Eine Anfrage von ihm findet im n "D Nr. 118.

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