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Der Israelit · 1900-04-12 · Heft 30-31 (12.4.1900) · page 39

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 30-31 (12.4.1900)
Date
1900-04-12
Page
– (sequence 39)
Language
German
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31 Sohn dieses Elia, namens Josua Falk, war lange Zeit Gemeindekassie] in Worms; das Memorbuch rühmt 11. A. seine Gastfreundschaft; er starb am Mittwoch, 15. Siwan (31. Mai) 1730. Die Familie Blin war auch im Eisass sesshaft. Mose Blien aus Hönheim wird um die Mitte des 18. Jahrhunderts als Armeelieferant erwähnt;4) er ist jedenfalls identisch mit Mose Blin in Bischheim, der von Sabbatai Koben in der Einleitung zu seinem;ns nn:ö 'c (Fürth 1741) als Mäzen gepriesen wird. Auch sonst findet sich der Name Blin in der jüdischen Bitteratur; so Elieser 1>. Jakob Blin als Verfasser v. rroraj? (Gat. Bodl. S. 958); ein Rafael Blin aus Nizza und Simson Blin in Parma werden von Gadalja ihn Jach ja genannt (ibid. S. 0877; cf. Gross, Gallia judaira p. 394). (Fortsetzung folgt.) Ein jüdischer Unterrichtsplan aus dem 17 Jahrhundert. Von Rabb. Dr. M, 1^. Bamberger-Schildberg. Rabbi Sabbati Bas teilt uns, in der Vorrede zu seinem bibliographischen Wörterbuch den Unterrichtsplan der portugisiscli-spanischen Gemeinde zu Amsterdam mit, wie er damals, als er Amsterdam — um das Jahr 1680 — besuchte, in deren Schulen massgebend war. Mit dem Glockenscldag acht Uhr in der Frühe sind alle Lehrer und Schüler in ihren Klassenzimmern versammelt, mit dem Glockenschlag elf verlässt alles die Unterrichtsräume. Um zwei Uhr beginnt der Nachmittagsunterricht, der im Sommer um fünf Uhr schliesst, im Winter dagegen, sobald es Zeit zum Minchagebet in die Synagoge zu geben. Die Schule besteht aus sechs Klassen. In der ersten Klasse erlangen die Kinder die Fähigkeit, das Hebräische Gebetbuch fliessend lesen zu können. Die zweite Klasse lehrt die Kinder den Pentateuch, Lesen und mit dem Trop (coytsn prj) Vorfragen. Uebersetzen desselben — und zwar des ganzen — sowie das Lernen von Raschi’s Commentar zu jedem Wochenabschnitt ist das Pensum der dritten Klasse. 4) Vgl. oben S. 9 n. 7. Die vierte Klasse vermittelt die Kenntnis» der Newiim und Ketuwim. Die Kinder haben hier doppeltes zu lernen, Lesen mit dem Trop und Uebersetzen. Während in den ersten vier Klassen die Landessprache als Umgangssprache galt, tritt für die fünfte Klasse als solche das Hebräische auf. Schüler und Lehrer sprechen nur hebräisch mit einander. Vorzüglicher Unterrichtsgegenstand ist der Talmud, und vor den jeweiligen Festtagen der betreffende Abschnitt des Schulchan Ariicli; halaehische Gegenstände werden in der allgemeinen Umgangssprache erklärt. Gründlicher Unterricht in der hebräischen Grammatik ist eine Aufgabe dieser Klasse. Die sechste Klasse des Beth hamidrasch wird von dem Chacham unterrichtet. Gegenstand des Unterrichts sind Talmud und Decisoren. Mit der Schule ist eine Bibliothek verbunden, aus welcher die Schiller jedes beliebige Werk entnehmen dürfen, aber nur zur Benützung innerhalb der Schulräume; selbst gegen Hinterlegung eines Pfandes wurde kein Werk aus den Schulräumen herausgegeben. Dieser Unterrichtsplan wird von R. Sabbati Ncheftel JJurwitz in seinem Werke omöjn ui 8. 9 (Amsterdamer Ausgabe 458) mit hellerBegeisterung zur Nachahmung empfohlen: p,yn w irr px ’jix; nrx'i xcxrr exn t nar ew pnto -id*ö rmrfc rrn rrcr -no^rr *hdj imia an-nna err jiiaa^n rrbv un’a *n j*bw poo px .fax rp fara aipn n*rxrr 'V irr nxe» n/ra nex 2?Totiz. Die „Privilegh-te Hildesheimische Zeitung“ vom Jahre 1782 enthält in ihrem 12. Stücke eine Mitteilung Uber ein in jener Zeit von den Juden im Eisass begangenes patriotisches Fest.*) Der interessante Bericht lautet; „Aus dem Eisass, vom 8. Januar. Die Elsässer Judenschaft hat zu ßischheim bey Strassburg wegen der Geburt des Dauphins ein prächtiges Fest 1) Weiss, Geschichte und rechtl. Stellung der Juden im Fürstbistum Strassburg, Bonn 1896, erwähnt nicht diese patriotische Kundgebung der Elsässischen Juden. Hildesheim, Februar 1900. Dr. Lewinsky.

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