Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 30-31 (12.4.1900)
- Date
- 1900-04-12
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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27 Pfersee-4;, wo er etwa 25 Jahre amtirte und am 21. Elul (10. September) 1705 aus dem Leben schied. Sein Frau Gitel war die Tochter des angesehenen R. Leser in Otlingen2"). Er ist Verfasser von d't» rrtwr (2. Teil), 2b >3ijw und noch einigen anderen Büchern, die in der Vorrede zu nnus ri'L'Xi erwähnt sind. Sein Sohn (dianoch Henm-h war Rabbiner in S ch n a i 11 a cli und Gelnhausen und gab das 0^22 ri*»»- 's dessen 5. Teil er verfasste, sowie die Responsensammlung m\T rrz -rn, beide mit eigenen Zusätzen, heraus, wie er auch noch mehrere, handschriftlich vorhandene Bücher verfasste, deren einige in meinem Besitze sind. R. Heil och, der auch als Mohel thätig war, war 1736 noch am Leben. Seine Frau Sprinz war die Tachter des R. Josef in Sch war zach. Der Ehe entsprangen mehrere Söhne und Töchter. Ein Sohn, Jakob Jehuda Lob, war Rabbinatsassessor in Altona und ist Verfasser von nrt Dir*? (Altona 1 767/68) 2<j; er starb daselbst am 22. Oheschwan (12. November) 1778 -7). Sein Sohn Abraham war 1735 Rabbiner in Udenheim bei Bingen. Ein Urenkel des R. Henocli, der auch seinen Namen trug, Henocli Wolf b. Jizchak Sekel aus Aub, arbeitete als Setzer in Prag und Sulzb a c. h und versäumte nie, bei seiner Unterschritt den Namen seines berühmten Urgrossvaters zu erwähnen. -8) Nachfolger des R, Jehuda Löh als Rabbiner von Schwaben mit dem Sitz in P f e r s e e war am Anfang des 18. Jahrhunderts R. Jehuda Löb b. Isachar Bär Oppenheim aus Worms. Er war ein Schwestersohn des berühmten Prager Oberrabbiners David Oppenheim und ist Verfasser von rrvre rn:o (Homburg 17 3 6).29) Er schrieb 1724 eine Approbation zu dem von seinem Verwandten, dem Rabbinatsassessor R. JoseLin Fürth, herausgegebenen spv mm 'D30) und starb etwa 1732. (Fortsetzung folgt.) 24) Eifuelle Anträgen von ihm finden sich in EGA 2pJT Nr. 99, 102, 114 uml in 11GA irV’PN T Nr. 75; als Zeuge unterschreibt er 1691 (cf. EGA NltT H’D “BTl S. 59 b). 25) EGA N-nrr m iuti Nr. 90, 20) Er approhirte 1770 Falagi’s n'3* 72N H’3 G17N&7 nniC'D (Altona 1770); eine rituelle Anfrage von ihm befindet sich in HDV JVIDT n"U7 Nr. 4. 27) Vgl, Grat schritt bei Wittkower, Agudath Perachim 8. 290. 28) Vgl. die Nachweise 1x4 Brüll, Oeutralauzeiger S. 9o, wobei noch ’yp und rnina jrnj n"i^ 1,61zufüiren sind. 29) Die unrichtige Angabe im Gat. Bodl. Nr. 5760, wo Jehuda Löh Isacliar Bär Oppenheim aus Worms mit Jehuda Löb b. Samuel Oppenheim von Glog au, Vrf. von nmn» HDD, verwechselt ist, wird von Steinschneider in den Zusätzen (das. 8. 106)'selbst, berichtigt. 30) Vgl. Anhang II Nr. 91. Eine Blutbeschuldigung am Ende des 18. Jahrhunderts. > Mitgetheilt von l>r. E. Ooltein, Distriktsrabbiner, ßurgkundstadt. Ende Mai 1797 verbreitete der zehnjährige, schwachsinnige Bettelknabe Mathes Marr aus Grün hei Küps folgende Beschuldigung. Er sei in das Haus des Juden Marx Abraham, Schullehrers in Küps, gelockt worden. Dieser habe ihn mit einem Stricke angebunden, ihm ein Eisen in den Mund geschoben und ihn au einen Nagel aufgebängt. Sodann habe dieser ein langes Messer, eine Hechel, ein Schüsselein und ein Häfelein gebracht, ihm mit dem Messer in die Finger geschnitten und aut den Bauch gehechelt, von welchem sehr viel Blut in ein Schüsselein herabgelaufen sei. Aus den Fingern sei auch Blut geflossen, das in Blasen an den Fingern aufgefangen worden sei.2) Zwei Bauern seien dann hereingekommen und hätten ausgerufen: „Jud\ was machst Du da?“, hätten ihm die Hände und den Leib abgewaschen und gesagt: „Tn dieses Haus gehst Du nimmer herein.“ Der Oheim des Knaben, der Schneider Johann Ohrlein aus Grün, bei dem dieser wohnte, ging mit dem Knaben zum Schullehrer hin und machte ihm Vorwürfe. Dieser war über die lügenhafte Anschuldigung empört und soll nach der Aussage des Öhrlein ihm mit einem Messer gedroht und ihn mit dem Jungen zur Stube hinausgestossen haben.3) Da bald hierauf in der ganzen Gegend eine Beunruhigung der Gemüter sich bemerkbar machte, beeilten sich die Stadt- und Landjudenschaftsdeputirten. zu Bamberg dem drohenden Unheil vorzubeugen und dem weiteren Umsichgreifen des lügenhaften, verhetzenden Gerüchts entgegenzutreten. Sie warteten nicht erst, bis die Katastrophe hereingebrochen, sie um ihr Hab 1) Auf dem Bodenräume der Synagoge zu Altenkundstadt fand ich hierüber ein Aktenbündel enthaltend drei Dekrete der fiirstb. Eegg. zu Bamberg (im Original), ein Schreiben des Amtmannes von Unterlangenstadt und ein solches des Stadtvogts von Burgkund stadt au den Hofrat und Centricbter von Weismain, eine Bittschrift der Stadt- und Landjudendeputierten zu Bamberg (in Abschrift), einen Bericht des Gentrichters von Weismain an die Begierung zu Bamberg (19 Bogen Original). 2) Als der Untersuchungsrichter dem Knaben verhielt, dass man an seinen Fingern und an seinem Bauche nichts bemerke, als einige ganz kleine, Nadelstichen ähnliche rote Pünktchen, da sah er mit stierem, sinnlosem Blick für sich hin und alles, was aus ihm herausznbringen war, lautete „ich weiss nicht1-. 3) Bericht des Hofrats zu Weismain an die fürstbischöfliche Eegierung.