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Der Israelit · 1900-04-12 · Heft 30-31 (12.4.1900) · page 34

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 30-31 (12.4.1900)
Date
1900-04-12
Page
– (sequence 34)
Language
German
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26 Als nächstfolgenden Rabbiner bezeichnet das Memorbuch von Pfersee: um me *?n:n pan X'w Vitt {XöB'b ms?^x Tino trnpn p prr rrne?]^xn nm c^abn tej,\t bnnvn rrsn mry R. Isack war demnach der Sohn des heiligen R. Elieser Lipmann See, der als Rabbiner von Friedberg am 29. Tischri (28. September) 1562 vor der dortigen Synagoge ermordet wurde; der Mörder Kunz Finsel „ein mächtiger, berühmter Feldherr“ wurde am 18. November 1562 vor dem Thore der Friedberger Judengasse enthauptet.8) Isack See, der 1592 gemeinschaftlich mit Simon Levi Günzburg das Machsor T hannhausen drucken liess, in deren Auftrag auch 1594 in Tliannliausen die mnSn erschienen, ist wohl ein Verwandter des Rabbiners Isack See. 9) Der Nachfolger des K. Isack als Rabbiner von Schwaben war R. Gedalja Rothenburg, dessen Gedächtnis das Memorbuch von Pfersee mit folgenden Worten feiert : rb'ßn mxo px;n msjuno b“iet B'p'Sx nns p x'S-i; rmtc cenan mm DH’a^r. mayrr ^xia"a mir pnntp *rcy Er starb etwa 1610 und wurde in Thannhausen begraben. Der Ursprung der jüdischen Gemeinde Günzburg scheint auf Ulm zurückzuführen, von wo die Juden vertrieben wurden und in Günzburg sich niederliessen. Daher kömmt es, dass viele Günzburger .luden den Familiennamen Ulmo führen.10) Neben Günzburg ist die Hauptgemeinde Pfersee* 11) zu erwähnen, wo die berühmtesten Träger des Namen Günzburg ihren Wohnsitz hatten, in deren Besitz die Handschrift des babylonischen Talmuds sich befand, die Asulai12) und Nathanael Weil13) in Pfersee gesehen haben und die gegenwärtig eine Zierde der Staatsbibliothek in München bildet.14) 8) Ben Cliananja IX, 213 nach einer von zwei Schülern des Ermordeten geschehenen Aufzeichnung im jiid. Gemeindebuch von Fried he r g; vgl auch Mtseh. XXII, 5]]. 9) Der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Worms amtiremle Rabbiner Samuel b. Elieser See war vielleicht ein Bruder des R. Isack; vgl. über ihn Löwenstein 1. e. S. 34; Kaufmann Jair Chajim Bncharach S. 5. 10) Im Anhang II stellen wir die bekannteren Träger des Namens Günzburg und in Anhang III jene des Namens Ulmo zusammen. 11) Die jüdische Schreibweise des Ortes variirt sehr; wir finden , NtWlD , ’tcnyEB , , NICHTS , NBHpED NEWI1B .N’lKnySD »N’IKnpS. Wolf, bibl. hehr. III, 327 liest Pfeffersee; Beer in Mtseh. 1858 S. 270 macht Freisingen daraus. 12) Schern hagedolim s. v. tODJ. 13) Vgl. 7NJPJ pip Schluss. 14) Näheres über diese Handschrift und deren Wanderungen berichtet Rabinowitz im Dikduke So fr im I, 35. Unter den im Privilegium von 1617 (s. o. S. 10) genannten Juden befinden sich auch jene von Pfersee.1,v) Um die Mitte des 16. Jahrhunderts war der Gaon R. Libermann Rabbiner in Pfersee, dessen Name in der Zeit des R. Josel von Rosheim16) genannt, sonst aber nirgends erwähnt wird. Der erste unter den auch sonst bekannten Rabbinen von Schwaben mit dem Sitz in P f e rsee ist R. Hcnocli Sundei, Sohn des Rabbinatsassessors Abraham und Enkel des 1L Jechiel in P o s en 17j. Er war zuerst Rahbinatsassessor in Opatow und dann Rabbiner in G n e s e n ,s). Bei der allgemeinen Judenverfolgung in Polen durch < 'hmielnicki 1648/49 ging auch R. Henoch Sundei, wie so viele andere Gelehrte, iirsExil. Erfand zuerst in Prag Aufnahme (wo er 1657 eine Erklärung zu Ps. 83 schrieb) und bald darauf Anstellung als Rabbiner in <) t ti n gen im Lies.,9) Von hier kam er nach Pfersee, wo er im Hause des Vorstehers Salomon Ulmo20) dem Talmudstudium sich widmete und als Rabbiner der Provinz Schwaben eine segensreiche Wirksamkeit entfaltete.21) Er ist Verfasser von r,,irx'i D’TO (1. Teil) und carrrm ”cv nyi wrn sowie der handschriftlich vorhandenen Werke ,to& rh'V -pt? rxe „ise: apS ,rran -irn lind cbiy m::22). Seine erste Frau starb in Polen; seine zweite Frau, Edel, war die Tochter des R. Isack Günzburg, Urenkelin des R. Simon Günzburg. 2:i) Sein ältester Sohn Isack lebte in Krakau; er wird im rar mar S. 8 und im Vorwort zu n*rxr nmaa genannt, Sein zweiter Sohn Jeliuda Löb wurde 1680 sein Nachfolger als Rabbiner in 15) Dass das Lei Geiger 1. c. 8. 173 genannte 1'ferst und S. 175 genannte Pfeifen ein falsch gelesenes Pfersee ist, leuchtet von selbst ein, 16) Vgl. Lelnnann im „Israelit“ 1879 8. 1022. 17) Seine Mutter war eine Tochter des R. Jeliuda Löh Heuochs (das ich, ge^en die Meinung des Prof. Kaufmann, Mtsch. 1894 S. 94, aus mancherlei Gründen in Altschul, anstatt Eisenstadt, an Hosen möchte); er war als grosser Gelehrter bekannt und bekleidete die Rabbinerstelle in Wladimir. 18) Hier schrieb er die Selicha PN2' 'n pjn (Zunz, Lit. Gesell. 434); hier approbirte er u. A. 1647 das 2pP’ fPm 'D (Amsterdam 1652). 19) Dort unterzeichnet er 1659 eine Approbation zu Hirsch Tuch führ er’s '28 rmi und zu D’QDn mttp 'D von Mardochai Hirsch (Amsterdam 1671 77). 20) Vgl. Anhang II Xr. 8. 21) Dass R. Chanoch Sundei in Pfersee, wo eisern Lehen beschloss, auch Rabbiner war, geht aus RGA T Nr. 36 und 49 hervor. 22) Vgl. Neubauer Oatalogne Nr. 962 und 994; Or haehajim Nr. 906. 23) Vgl. Anhang TI. Nr. 20.

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