Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 30-31 (12.4.1900)
- Date
- 1900-04-12
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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Jüdische Geschichte und Litteratur. Herausgegeben von Dr. JL. £<oweilSteln. Monat in der Stärke Anfragen sind an Iler ,on mindestens einem Bogen. — Alle für diese Beilage bestimmten Mauuseripte i n Bezirks-Rabbiner Dr. Lowenstein, Mosbach (Baden) zu richten. --2^3)- l^Tx. — Beila.g'e zu. J^Tr. 30 \i- 31 cIqs „lerstelit.“ Günzburg und die schwäbischen Gemeinden. (i ortsetzung.) Der Rabbiner von Günzburg wurde, auf Anordnung einer Rabbinerversammlung, die 1582 in Frankfurt tagte, u. A. als Schiedsrichter in streitigen Fällen bestimmt. Bei der 1603 in F r a nk f urt abgehaltenen Rabbinerversammlung wurde festgesetzt, dass zu dem für Zwecke der jüdischen Gesammtheit zu gründenden Fonds die Beiträge aus Schwaben nach Günzburg einzuliefern seien.*) Als dortiger Rabbiner ist ferner der in der früher genannten Streitsache der Rabbiner Schwabens oft genannte und viel angefeindete R. Eisik Halevi zu erwähnen, welcher mehr als dreissig Jahre in Günzburg den Rabbinatsstulil einnahm und im Schalschelet Hakkabala unter den hervorragenden Gelehrten des 16. Jahrhunderts aufgeführt wird. In der erwähnten Streitsache bildeten sich förmliche Parteien, die das Für und Wider nicht ohne starke Ausfälle auf die Gegenpartei zum Ausdruck brachten. Zu den Verteidigern des R. Eisik gehörten zeitgenössische Koryphäen, wie R. Moses Isserles (RGA 17 u. 91), R. Salomo Luria (RGA ll),2) R. Meier Katzenellenbogen von Padua u. A. Der Streit endigte 1565. Im Zusammenhang hiermit und gleichzeitig als Beweis dafür, wie sehr die Gemeinden Schwabens das Ansehen ihres Rabbiners Eisik zu schützen bestrebt 1) Horovitz 1. c. I, 37. 2) Der dort erwähnte Ensliu wird 1558 in einem Judenprivileg von Ulm genannt (Hdsch. Cgm, 35)12 fol. 22 der Hof- und Staatsbibliothek in München). waren, steht das Gesuch, welches 1566 die „gemeyne Judischait im landt zu Schwaben“ an den deutschen Kaiser Maximilian II. richtete.8) Hierin wird gebeten, den Rabbiner Isack von Günzburg in seinen alten Rechten zu bestätigen, damit er innerhalb seines Wirkungskreises den schuldigen Gehorsam linde und auswärtige Rabbiner sich nicht in die inneren Angelegenheiten dieser Gemeinde einmischen. lieber die Verbindung des R. Isack Günzburg mit dem Typographen Chajim Schwarz und dem getauften Paulus Aemilius sprechen sich Perles3 4) und Steinschneider5 *) aus. Letzterer bezweifelt, dass R. Isack Oberrabbiner war, was jedoch, nach der angeführten Urkunde d. a. 1566, einem Zweifel kaum unterliegen dürfte. Nachfolger des R. Eisik war vermutlich der Gaon R. Jakob b. Josef Reiner®) (rrn in Mtsch. 22, 511 ist wohl Druckfehler), dessen Name etwa um’s Jahr 1570 in RGA tHirv rra “prn Nr, 90 erwähnt wird. Das Memorbuch von Pfersee bezeichnet ihn als trnpn un aoren -lbsn. Er ist wahrscheinlich identisch mit jenem R. Reiner, der vorher Rabbiner in Mantua war und als solcher den oben genannten R. Eisik in seiner Streitsache gegen die Rabbinen Frankfurts in Schutz nahm.7) 3) Wolf iu Geiger’s Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland, 1889 8. 102. 4) Beiträge zur Geschichte der hehr. u. aram. Studien 8. 171. 5) Geiger 1. c. 1887 8. 285. 0) Ein Gelehrter, namens J. Reiner, der im Hamburger Katalog Nr. 218 erwähnt wird, könnte der Grossvater des hier genannten .losef Reiner gewesen sein: vergl. auch Michael, Or hachajim Nr. TOB. 7) Horovitz 1. c. T| 28.