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Der Israelit · 1900-04-12 · Heft 30-31 (12.4.1900) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 30-31 (12.4.1900)
Date
1900-04-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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021 schaffen und gerade, deine Handlungsweise eine gottgefällige und du selbst genügsam werden. -ro, die bitteren Kräuter endlich ermahnen uns zur Arbeitsamkeit. Welche Mühsale hatten unsere Vorfahren in Egypten, welchen Plagen waren sie ausgesetzt. Das Wort des Königs hatte sie zur Knechtschaft verdammt, und sie mußten sich fügen, so lange darin ausharren, bis Gott sich ihrer erbarmte. War allerdings ihre Behandlung eine grausame, ihre Arbeit eine die Kräfte des Menschen aufreibende gewesen, so ruft uns das "ine zu, erkennet, was der Mensch vermag, welche Körperkräfte er zu entwickeln im Stande ist, um sich redlich zu ernähren, um nicht auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein. Das Segensreiche solcher Bestrebungen schildert uns die heilige Schrift mit den Worten: /rxn -r ycr r;\ Heil dir, so du dich durch deiner Hände Werk ernährst. Schon unsere Weisen kennen das Sprüchwort pexn 'nxxn TVi\ ohne Mühe und Arbeit auf Erden, ohne das Bittere des Lebens zu kosten, wird uns kein Segen, kein Genuß und keine Freude zu Theil. Daß aber Mancher mit geringer Mübe, mit wenig Arbeit ein freudenreiches Leben sich verschafft, während ein Anderer in Plagen, Mühen und Sorgen sein Leben kümmerlich fortschleppt, ist höhere Bestimmung, ein Problem, das schon unfern großen Lehrer Moses beschäftigte. Im Allgemeinen aber heißt es ire nn nb'bn. in dieser Welt, eine stete Nacht, ist vieles bitter. Und wenn auch die Arbeit gut von statten gegangen und der Lohn nicht fern ist, so sind es die Menschen selbst in ihrer Engherzigkeit, die sich das Leben verbittern, die aus der von Gott zum Eden geschaffenen Erde eine Hölle machen. Da müssen wir ausrufen^: '2 pw hilf, o Gott, denn es geht zu Ende, hilf uns, daß es besser werde. Möge uns diese Betrachtung aneisern zur Veredlung unseres Selbst nach jeder Richtung hin, das Pesach-Opfer zur Dankbarkeit, die Mazzo zur Genügsamkeit und das Moraur zur Arbeitssamkeit. Dann erkennen wir die Richtigkeit der Worte ..Wer mit dem Nöthigsten zu'rieden, Unniilhiges nicht wünscht und keinen Überfluß, Dem hat sein guter Gott das beste Loos beschieden, Dem schafft sein Nörhigstes den süßesten Genuß". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 12. April. (H a g a d a h s ch e l P e - s a ch.) Unfern verehrten Lesern überreichen wir heute eine Probebogen der Hagadah schel Pesach von Dr. Lehmann, die wir im nächsten Jahre s. G. w. vollständig herausztigeben beabsichtigen. Es war im Jahre 1885, da wir, auf einer Reise begriffen, der herrlichen Sederabende gedachten, die wir im Elternhause verlebten und die durch die lebensvollen und geistsprühenden Erklärungen des Vaters sich tief in unser Gemüth einprägten. Wir setzten uns deßhalb brieflich mit ihm in Verbindung und baten ihn, die Hagadaherklärungen doch im „Israelit" zu veröffentlichen, welchem Wunsche Dr. Lehmann mit Freuden nachkam. Seitdem sind schon öfters Wünsche, die auf die Sonderausgabe dieser Erklärungen Hinzielen, uns laut geworden, in diesem Jahre aber so stark, daß wir glaubten, nicht länger damit säumen und wenigstens noch vor dem diesjährigen Feste einen Bogen herausgeben zu sollen. Berlin, 8. April. (Repräsentantensitzu n g.) Der Vorsitzende eröfsnete die Sitzung mit einem tief empfundenen Nachruf für den Heimgegangenen Hrn. Wilhelm G o l d s ch m i d t, schilderte dessen Festhalten an den religiösen Satzungen, sowie seine besonderen Verdienste um die Bauverwaltung, welche er in neue Bahnen gelenkt habe. Die Gemeindebehörden werden seiner stets in Liebe gedenken. Bei diesen Worten erhob sich die Versammlung von ihren Sitzen. Es wird ferner mitgetheilt, daß Herr Dr. A. Schäfer in den Talmud-Thora-Vorstand eingetreten ist. Herr Landgerichtsrath Löwe hat der Gemeinde das Bild seines verstorbenen Schwiegervaters, des Herrn Justizrath Makower, zum Geschenk überwiesen. Es ist ein Schreiben von Frau Mathilde Goldschmidt eingelaufen, in welchem sie in ihrem und ihrer Kinder Namen für die ihr beim Tode ihres Gatten bewiesene Theilnahme dankt. Zum Vorsteher-Stellvertreter in den Gemeinde- Vorstand bis zum 31. Dezember 1902 wird Herr Heinrich Eisner einberufen. — In Angelegenheit der Schenkung der Dr. Ludwig Bamberger'schen Erben hotte der Gemeindevorstand in geheimer Sitzung beschlossen, sich an die beiden Minister zu wenden und dieselben um Abschrift des Protestes, welcher von einigen Repräsentanten gegen Annahme dieser Schenkung erhoben war, zu bitten. Der Herr Minister des Innern hat das Gesuch abschlägig beschieden, der Herr Cultusminister hat noch keinen Bescheid ertheilt. Herr Dr. Ludwig Landshoff hat dem Hospital 25,000 Mk. gespendet. Es folgen Bewilligungen von Subventionen an Religionsvereine: 1. Ahawas-Thora 800 Mk., 2. Oranienburger Vorstadt 2200 Mk., 3. Ahawas Reim 3000 Mark, 4. Beth-Zion 1000 Mk., 5. Ahawas scholaum 1300 Mk., 6. Steglitz 1000 Mk., 7. Lipmann-Tauß- Synagoge 1500 Mk., 8. Fortbildungsverein Montesiore 300 Mk., 9. Jüdisches Kinderheim 300 Mk., 10. Volkskindergarten und Hort 300 Mk. Um 11 Uhr fand die Einführung des neugewählten Vorsteher-Stellvertreters Herrn Max Mecklenburg statt. In geheimer Sitzung wurde Herr Sanitätsrath Dr. Lewandowsky zum Vorsteher-Stellvertreter gewählt. E. R.

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