Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 54 (6.7.1893)
- Date
- 1893-07-06
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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m 1045 Riesen, welche den Himmel auf ihren Schultern tragen. Daß die Söhne der größten Leugner und der unbeugsamsten Widersacher sich von dem Einflüsse der Eltern frei zu machen verstanden, daß die zum Einreitzen geneigten Kinder das Gebäude gestützt und gefestigt, welches die zum Erhalten b erufenen Väter zerstören wollten, daß von mp ein -p» und ein hervorgegangen, das wd mp das ist unsere Hoffnung, das der Anker, der uns Rettung bringt: die mp 'ja sind zum dj geworden, daß, sowie die min wahr und göttlich und gefeit gegen jeden Ansturm, sie auch ewig und dauernd und zum Heile der Menschheit schließlich führen wird. Literarischer Bericht. Das Reich Judäa im Jahre 6000. (2241 christlicher Zeitrechnung.) Roman von Max Osterberg-Veracoff. Druckerei und Verlagshaus, Stuttgart Dr. Fo erst er u. Cie. Eine Zukunftsroman, ä la Vellamy. Die Vereinigung der Juden in Palästina vorausgesetzt, werden die Zustände in diesem neuen Staate geschildert. So gut und schlecht ein Nichtjude eine solche Perspektive stellen konnte,*) hat der Verfasser es gethan. Daß dabet viele Mißverständnisse und Lächerlichkeiten mit unterlaufen mutzten, ist nicht zu verwundern. So ist z. V. dem Hohepriester „Rabbi Kohn" eine äußerst komische und den richtigen Begriffen schnurstracks zuwiderlaufende Rolle zuertheilt, indem der Verfasser ihn unter anderem eine wenig Geschmack verrathende Rede im Tempel (!) halten und ihn hernach auf den Ball gehen läßt! Das alles bei Gelegenheit der Einweihung eines Standbildes! Dergleichen dem jüdischen Leser anstößigen Mißgriffe könnte man noch eine garne Menge Nachweisen. Doch ist das in flottem Styl und nicht ohne poetischen Schwung geschriebene Buch mindestens in demselben Maße wie andere reine Phantasie- Produkte, geeignet, für einige Mußestunden eine leichte und angenehme Lektüre abzugeben. Zeituugsuachrichteu und Correspoudeuze«. Oester.-Ungar. Monarchie. Wien, 21. Juni Der Verurteilung der Katharina Schönbaum, die den jüdischen Händler Markus Tandler in Holleschau deS „versuchten Rttualmordes" geziehen hatte, folgte gestern die der Magd Karoline Sehnula, die eine ähnliche Beschuldigung erhoben hatte. Karoline Sehnula, das ehe¬ *) Der Verfasser ist soviel wir wissen, Jude. Red. malige Dienstmädchen David Tandlers, schilderte das angebliche Attentat nachstehend: Sie habe sich ungefähr um 10 Uhr abends zu Bette gelegt, und zwar, da es in der Küche bet Tandler kalt gewesen sei, bis auf die Schuhe vollständig bekleidet und sogar mit einem Tuche auf dem Kopfe; nach ungefähr einer Stunde sei sie dadurch erwacht, daß sie von zwei ihr unbekannten Männern — der Sprache nach Juden — unter den Armen gepackt wurde. Sie sei dann von den beiden Männern in den Hof des Hauses geschleppt worden, wo ihr diese den Mund und die Augen zugehalten, die linke Hand mit Spagat gebunden und mit einem scharfen Messer an derselben mehrere Schnitte beigebracht hatten; nach einstündigem Ringen sei es ihr gelungen, sich aus den Händen der Attentäter zu befreien und sich aus die Gasse zu flüchten, worauf sie, da ste in Holleschau unbekannt war, zu der Gemüsehändlerin Francisca Nohyl, die ihr den Dienst bei Tandler vermittelt hatte, geeilt sei. Letztere ging mit der Sehnula sofort zur Polizei, und diese schickte nach der Gendarmerie, welche allsogleich auf den ihr bezetchneten Thatort eilte, um die noch frischen Spuren des Attentats zu erheben. Man traf die hier aus zehn Personen bestehende Familie Tandler in tiefstem Schlafe. Es wurde nun konstatirt, daß die Küche genügend warm war, und nirgends waren Spuren eines Ringens zu entdecken. Im ganzen Hofe fand man nur einen einzigen Tropfen Blut, der von einer Tags zuvor geschlachteten Gans oder von einer frischen Rindshaut herrührte. Die Kleidung der Sehnula war trotz des angeblich einstündigen Ringkampfes mit zwei Männern weder zerdrückt noch zerrissen; nur das Hemd zeigte Blutspuren, die sich merkwürdigerweise, obgleich das Dienstmädchen an der Brust nicht verletzt war, in der Brustgegend auf der Innenseite des Hemdes befanden, und zwar in Streifen. Man sah, daß das Hemd früher mit Blut besprengt und zusammengelegt wurde, da die Blutstreifen auf der einen Innenseite des Hemdes genau gleiche Abdrücke auf der andern Innenseite hervorgebracht hatten. Nach Aussage der sachverständigen Aerzte waren die Schnitte auf dem linken Arme mit einem sehr scharfen Werkzeuge, jedoch mit solcher Vorsicht beigebracht, daß keine Ader, ja nicht einmal die Fleischtheile verletzt waren, und von solcher Gleichmäßigkeit und Feinheit, wie ste nur bei der größten Ruhe des Opfers und deS Attentäters zugeführt werden konnten. Weder die Tandlersche Familie, noch die im Hofe befindlichen sehr wachsamen Hunde, noch auch jemand aus der Nachbarschaft waren durch die mitgetheilte Affaire aus dem Schlafe aufgeschreckt worden, nicht einmal die kleinen Tandlerschen Kinder, die bei der Magd in der Küche schliefen. Zu diesem für Karoline Seh-