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Der Israelit · 1893-07-06 · Heft 54 (6.7.1893) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 54 (6.7.1893)
Date
1893-07-06
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1044 Ort, auf dem fie standen, d. h. wohl, daß sie sich nicht als Korachiden, auch nicht als Leviten, sondern als Israeliten betrachteten. Ihr Vater war eingebildet auf sich, auf seinen Reichthum, auf seine Abstammung, auf seine Zugehörigkeit zum Stamme Levi: und das war sein Unglück. Er war deßhalb unzufrieden, hielt sich für etwas Besseres als seine Brüder und strebte nach dem Hohenpriesterthum. Seine Söhne waren getrennt von ihrer ganzen Umgebung, nur nicht von dem Platze, der unter ihnen war. Ihr hochmüthiger Vater machte Freundschaft und Kameradschaft mit dem ganzen Volke, um sie für sich zu gewinnen, für seine Zwecke zu gebrauchen, um sich nachher um so sicherer über sie erheben zu können; er sprach sein bv wtwnn no^> Q’temp ob myn in n 'n Snp, — aus Heuchelei, als Partei- und Schlag- und Stichwort — gegen?wn und prwj und zog damit wirklich die ganze Nation auf seine Seite. i>3 nN mp on^y inp'i myn, seine Söhne aber meinten das in aufrichtigem Ernst: „Wir sindalle Israeliten, alle brav und Keiner mehr wie der Andere." Das war ihr moralischer Halt, ihr Untergrund und das mußte sie von ihrer ganzen Umgebung trennen, sobald sie sahen, daß ihr Vater und seine Genossen diese Worte von Gleichheit und Brüderlichkeit nur als Lockspeise mißbrauchten. Also sie hatten mit ihrem Vater gemeinsame Sache gemacht, hatten sich mit ihm gegen Moses aufgelehnt, aber aus aufrichtiger Liebe zum ganzen Volke und darum gingen sie nicht unter, sondern sie wurden getrennt von ihrer Umgebung und das unter ihnen Befindliche blieb. Darum wird ihre Erhaltung nicht aufgezählt bei der Zählung ihres Stammes Levi, sondern sofort bei dem ersten Stamme Rüben, also beim Beginne der Volkszählung. Sle fühlten sich als Israeliten und deßhalb ir>v nb mp -331. Es bleibt uns noch die 3. Frage, warum inv nb und nicht iybaj oder id-ibu kV oder mindestens ioy wd nb gesagt wird und darauf bezieht sich wohl die 3. Ansicht, die des \10nj na 'n der erklärt, nrw D’poa \r\wbw vn nb. Er streitet nicht gegen die erste Ansicht, daß fie nawn gethan, auch nicht dagegen, daß sie sich als Glieder des Volkes gefühlt und daraus die Kraft zur naitpn gesogen, aber er forscht nach, welchem Umstand sie ihre gemeinsame Rettung zu danken haben. Wir wiffen aus der Zählung in k-ik'i (Kap. 6, Vers 24), daß mp 3 Söhne hatte *vdk mp oai 'pn nnsffD nkn ppK’SNi njpVsi. Wieso wurden nun alle 3 gerettet? Weil sie nicht alle 3 an einem Orte waren, sondern jeder stand für sich, so wie 3 Säulen. Warum sie alle 3 gerettet wurden? Weil jeder seinen Weg für sich ging, keiner erst auf den andern wartete, jeder nach seinen Klästen, nach seiner Einsicht, nach seinem besten Wissen und Können handelte! Das meiste Gute unterbleibt deßhalb, weil keiner den Anfang machen will, weil jeder erst auf den andern wartet, sich auf den andern verläßt. Soll das Gute geschehen, dann muß jeder sich betrachten, als sei er nur allein auf Erden, er muß sprechen D^'yn maj sterbe i ch, erreiche t ch nicht meine Bestimmung, dann war die Weltenschöpfung vergeblich, dann stirbt mit mir die Welt aus. Deshalb meint na 'n heißt es idd nb mp 'jai, s i e sind überhaupt nicht gestorben. Jeder war eine Säule, die das Weltgebäude auf ihren Schultern trug und deßhalb lebt für alle Ewigkeit ihr Name und Tag für Tag wird ihr Gedächtniß in den Gotteshäusern erneuert, ppNV -udid, ein Lied des Korachiden Assaf beschließt das tägliche Morgen- und Abendgebet, so daß im Munde der Leute die Frage entstand, „welches sind nun die Säulen, auf denen die Welt ruht?" Einige sagen: Die drei Stammväter! Der sittliche Halt der Welt, die Grundlage und Bürgschaft für Israels Heil und Zukunft sind die drei Stammväter. Wo solcher Anfang, da kann kein rühmloses Ende sein. Ein Volk, aus solchem Felsen gehauen, ausgerüstet mit Nationaltugenden, aus solchem Quell entsprungen, kann nur zeitweise irren, um schließlich mit um so größerer Begeisterung dem von den Ahnen gegebenen Beispiele folgend, das Höheziel des Lebens zu erreichen. Die Vergangenheit ist die Gewähr für die Zukunft, die von den drei Vätern gegen eine ganze widerstrebende Welt verkörperten drei höchsten Güter der Erde (spy) noK (dh-ok) iot, (pnjr) üDffD sind die drei Säulen, welche die Erde stützen, unsere und damit der Welt Heileszukunft verbürgen. Andere sagen, nicht die Vergangenheit, sondern die Gegenwart allein kann uns beruhigen. Chananja, Michael und Asarja sind die Stützen: Denn sie sind nicht die einzigen geblieben; zu allen Zeiten und G. s. D. auch heute noch, hat es Männer gegeben, welche ihr Leben freudig für ihren Glauben hinzugeben bereit gewesen. Als Alles vor Nebukadnezar's Bild sich bückte, ließen sie, die Edelsten und Vornehmsten, an des Königs Hofe erzogenen Prinzen, sich lieber in den glühenden Ofen werfen, als ihrem Gotte untreu werden. Daß, wie im babylonischen Exil, so in allen Zetten Israels größter Erniedrigung Männer sich fanden, die weder der freundlichen Verführung, noch dem tyrannischen Zwang nachgaben, wo es das Heiligste galt, das ist unser Trost und Zuversicht, das sind die Stützen der Welt. Etwelche endlich aber sagen, unsere Zukunft beruht auf der Zukunft: Korachs Söhne sind die

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