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Der Israelit · 1893-07-06 · Heft 54 (6.7.1893) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 54 (6.7.1893)
Date
1893-07-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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p XXXIV. Jahrgang. Imeite Beilage ju M 54 des „Israelit". Leitender Artikel. Korachs Söyne find nicht gestorben. (Zu omv np-ts) von Rabbiner Dr. Carlebach Lübeck. (Schluß.) Der Untergang der Empörer ward zum Wahrzeichen, aber nicht minder ward zum Wahrzeichen, datz Korachs Söhne nicht gestorben sind. Und gerade Korachs Söhne sind nicht gestorben! Korach war der Urheber der ganzen Empörung. Korach war vor Allen der durch seine Geistesgaben Hervorragende, der es verstanden, selbst bedeutende Männer zu überreden und zu bethören; er hatte also gewiß auch den bedeutendsten Einfluß auf seine eigenen Söhne. Diesen Söhnen in erster Reihe mußte ja außerdem jeder Erfolg zu Gute kommen, den der Vater erlangte, jede Ehrenstellung, dte er errang. Und doch wendeten gerade sie sich von ihm ab und wurden gerade sie allein von Allen würdig befunden, gerettet zu werden. Der Untergang der Einen und die Erhaltung der Andern sind also Wahrzeichen und predigen laut die Lehre: Gott lenkt und leitet die Menschheit und dich in ihr. Er in seiner Weisheit und nach seinem Willen bestimmt dir deine Lebensstellung, ob du in diesem oder in jenemLande, alsSohn dieser oderjener Familie, mit diesen oder jenen Gaben die Erde betreten sollst; Er hat seinem Volke seine heilige Lehre, seinemVolke seinen Priesterberuf und dir deine Bestimmung gegeben. Aber dein Wille ist frei und du, und du allein trägst die ganze und volle Verantwortung über deine erreichte oder verfehlte Bestimmung. — Und fragen wir nun, durch welches Verdienst machten sich Korachs Söhne der Rettung würdig, so gibt uns wiederum das «b m Antwort, sie waren ru-vo bv ynre vaa wie ein Mastbaum am Schiffe. Der Mastbaum ist am Schiffe das Höchste, aber auch daS Niedrigste. Er geht hinab bis ans unterste Ende des Schiffes, aber er steigt nicht blos bis zum Deck auf, sondern er ragr wett, weit über das Schiff empor. So war es bei Korachs Söhnen. Der eingefleischte Sünder, ganz besonders aber der Verführer, Reltgtonsverächter und Spötter, wie es Korach war, der ist unverbesserlich, onnn dwiu bv nnnsa '’dn D’j/m nanero, der kehrt selbst dann nicht um, wenn der Abgrund sich gähnend vor ihm aufthut. (Und gerade bei Juden, welche der größten Hingebung und Aufopferung für Gott und sein Gesetz fähig sind, kommen — wie überall, wo Liebe in Haß fich wandelt und der Haß um so heftiger ist, je größer dte Liebe war, dte er verdrängt hat — kommen solche o»y«n, solche Fanatiker der Gottlosigkeit vor, die selbst auf dem Todtenbett von ihrem roy*n nicht lassen können.) Ein solcher war Korach. Seine Söhne folgten ursprünglich dem Beispiel und Vorbild ihres Vaters. Aber ganz konnte ihnen doch nicht die Heuchelei des Vaters entgehen, der Eintreten für das allgemeine Wohl als Parole ausgab und nur selbstische Zwecke verfolgte. Und als sie sahen, wohin solche Gesinnung führt, als sie mit dem Vater htnabfuhren in die Tiefe, da blieben sie nicht, wie der Vater, verstockt, vielmehr erkannten sie, an der Größe der Strafe, die ganze Schwere der Sünde und um so tiefer und ernster war ihre Reue und Umkehr. Sie waren also mit dem Vater in dte Erde versunken, waren wie der Mastbaum hinabgelangt an daS unterste Ende des Schiffes, aber um oben, wie der Mastbaum, um so höher zu steigen, je tiefer sie gefuuken waren, oib im Gerade weil sie durch des Vaters Beispiel verführt worden, weil sie mit ihm hinabgesunken waren und doch die Kraft und den Entschluß fanden, selbst in der Gruft noch zu bereuen, darum stiegen sie so hoch. Wenn eines Korachs Söhne sich bessern, dann verdienen sie hoch und groß dazustehen, im Wir verstehen also jetzt, warum in dem Abschnitt mp von ihrer Errettung nichts erwähnt ist, es vielmehr dort heißt ba nw mp!? D*wn, «alle Angehörigen des Korach", denn in Wirklichkeit waren sie mit ihm untergegangen und erst nachträglich sind sie gerettet worden. Da!>a naipn nmn npbnon nypai r6nn rraya vn on 0"ttn) dp np'i ojh’Jd maa mpv onb iraru -p'E^ Wir hätten nun zu untersuchen, warum, wenn die rechte Stelle für unfern kurzen Satz nicht in der mp mio, sondern in om-v ist, er nicht bei dem Stamme Levy, zu dem Kaurach gehörte, sondern gleich beim Beginn der Zählung, beim Stamme Rüben steht? Und darauf glaubten wir in dem 2. Ausspruch des pyid eine Antwort zu finden, »aa jnp: orrnnn rrnp oipo mini p»nia»aD Va jnpa idin Rabbi gibt zu, daß sie erst mit gesündigt und dann sich gebessert, aber er forscht nach dem moralischen Halt, der sie zu der nawn befähigte. Und den findet er darin, daß sie getrennt wurden von ihrer ganzen Umgebung, nur nicht von dem

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