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Der Israelit · 1893-07-06 · Heft 54 (6.7.1893) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 54 (6.7.1893)
Date
1893-07-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1028 bekundet, sondern der auch der sinnlichen, thterischen Seite des Menschen mit so liebender Fürsorge nahesteht, daß gerade ihre Schöpfung und ganze Anlage das Wunderwalten Gottes in seiner unerforschlichen Größe bekundet. Jedenfalls aber steht hier, nachdem uns an's Herz gelegt wurde bt* mnv, daß es einen Gott gibt, als erstes göttliches Attribut -ravn um, daß er der Bildner und Gestalter all' der zahllosen Formen ist, in welchem alles von Gott Geschaffene uns entgegentritt! Dieser mannigfache, innerhalb fester Naturgesetze sich entfaltende Formenretchthum hat Gott zum Bildner! Wie könnten wir angesichts dieser Wahrheit geringschätzig über die Form urtheilen! Sie herrscht in der ganzen Natur, in ihr prägt sich die Individualität, das ganze Wesen und der Geist alles Erschaffenen aus, wir sehen die ergreifende Harmonie dieses von Gott gebildeten Formenreichthums, und wenn Gott in seinem der Menschheit gereichten Gesetz überall auf die Form, auf die Aeußerung des Geistes durch die genau vorgeschriebene That drängt, da dürften wir uns vermessen, von einer Scheidung zwischen Schale und Kern zu reden und die Form als werthlose Hülse geringschätzig ansehen, ohne Gott als "rav, als Bildner auch dieser Form zu verleugnen? Ist Gott aber »«112 und -rav, Schöpfer und Gestalter des ganzen Universums und jedes seiner einzelnen Theile, dann ist er auch yDon, derjenige, der alles kennt und auf alles merkt. Das halten wir bei einem sterblichen Meister für ausgeschlossen, er habe sein Werk mit aller Sorgfalt ausgestattet und überlasse cs nun seinem Schicksal, unbekümmert darum, ob es sich erhalte und entfalte oder ob es verkümmere und verfalle. Und es sollte wahr, denkbar, möglich sein, pan pik 'n Diy, Gott überlasse die ganze irdische Welt, die er ins Dasein gerufen, sich selber und stünde viel zu hoch, als daß er sein Augenmerk allen ihren Details zuwende? Gerade in diesen Details habe Gott seine Wundermacht in ihrer reichsten Fülle walten lassen, und nachdem sie geschaffen, sei sie ihm gleichgiltig? Er habe für dies alles keinen Blick übrig? ->v'N v'2' *^>n py nsr dk jmr’ r^.-, jin ytwn .ny-i d-in noten rrov nSi d’u „Der das Ohr pflanzt, der sollte nicht hören? Der das Auge bildet, der sollte nicht schauen? Der Völker erzieht, der sollte nicht zurechtweisen, Er, der den Menschen Erkenntniß lehrt?" (Psalm 94, V. 9, 10.) Wenn wir die ganze Fähigkeit zu sehen und zu hören von Gott haben, wie könnten wir ihm die Möglichkeit der Wahrnehmung absprechen wollen? Und wenn der Einzelne wirklich zu geringfügig wäre, um von Gott beachtet zu werden, stünde dann der große Rahmen, innerhalb dessen sich unser Dasein bewegt, das gesammte Völker- und Staatenleben auch nicht unter Gottes prüfendem Blick? Wenn nein, was sollte ihm dann wohl unterstehen, da doch in ihm unsere höchsten, weitgehendsten Bestrebungen aufgehen? Wenn ja, setzen sich Staaten und Völker nicht aus einzelnen Individuen zusammen und ist eine Fürsorge für die Gesammtheit denkbar ohne Rücksicht auf jeden Einzelnen? Das Bewußtsein von Recht und Unrecht, das in jeder Menschenbrust lebt und das im Staaten- und Völkerleben am imposantesten zum Ausdruck kommt, hat Gott uns eingesenkt. Und Gott, der dem Menschen die Achtung des Rechts und die Scheu vor Unrecht gegeben, sollte nicht darauf achten, ob und wie die Menschen diese Fähigkeit anwenden? Ganz in diesem Sinne lautet ein anderer Ausspruch der Psalmen: lror yoDD o-wn »» bi pik pikt 'n bdh d’dwd .orvtpyD *?d bn ozb in* -rari pNn Dy' bi bn rva»n „Vom Himmel schaut Gott hernieder, sieht alle Kinder der Menschen, von der Stätte seines Sitzes überblickt alle Bewohner der Erde mit einem Male, der ihre Herzen gebildet, der merkt auf alle ihre Thaten." (Ps. 33, V. 13—15.) Zu diesen Worten bemerken die Weisen im Talmud Jeruschatmi (Rosch Haschonoh, P. I.): Drwj/D >2 pN pH "DD DD1? "IN' "ravn ^b »D"l 1DN rwyb mn -rav> nu no Dbijo» jpiud -i^n dd ">dni ’DD DDK pD }Dr\Dr“6 DHD ^DNON^r IN D’jpjj? PIND NintP’D l’DN ’D"I NOK l’W pb KN'lP NWN pSV N'DND . DN'^yO NK PN NDD lO^iyD "ITV „Rabbi Levi sagt: Aus dem Umstand, daß alle Menschenherzen einheitlich von Gott gebildet sind, ergibt sich, daß Gott nicht nur alle Menschenthaten kennt, sondern daß er sie sogar kennt, bevor sie noch zur Ausführung kamen, als sie noch im Herzen ruhten. „Rabbi Eleasar sagt: Führer der Welt! Was ist wohl für einen Töpfer leichter, hundert Krüge zu machen oder sie zu überblicken? Doch jedenfalls sie zu überblicken. — Es ist das die bereits angedeutete Conseguenz, welche aus der Thatsache, daß Gott der Schöpfer ist, auch die fürsorgende Ueberwachung des Geschaffenen folgert. „Rabbi Berachja sagt: Ihr Schöpfer wollte, daß ihre Herzen ihm einheitlich entgegenschlagen." — Die Einheit des einen Alle und Alles überschauenden Gottes schließt die Zwiespältigkeit aus unseren Herzen aus und verlangt, daß das Herz nur dem einen von Ihm gesteckten Hochziele entgegenschlägt. „Rabbi Abin sagt: Der als Einziger in seiner Welt alle Herzen gebildet hat, hatte durch diesen

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