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Der Israelit · 1892-03-17 · Heft 22 (17.3.1892) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 22 (17.3.1892)
Date
1892-03-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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heißt knappes Brod und Mangel an Wasser. *) Aeutzerer Druck braucht an und für sich nichts Bedrückendes zu haben, so lange es sich irgendwie begründen läßt. Daß aber hier yrb den chikanösen Druck, die unverhüllte Absicht bezeichnet, den von ihm Betroffenen wehe zu thun, das ergiebt sich aus seiner Fortdauer auch nach der Störung ihres Ehelebens und dem Blutbefehl gegen die Neugeborenen. — Damit hatte aber das Leidensgeschick der Unglücklichen auch seinen Höhepunkt erreicht, der keiner Steigerung mehr fähig war, und daher das unmittelbare göttliche Einschreiten zur Folge hatte. Auf die Worte (II B. M. III. 9. 10) □ns D’sin^ onsfo uw pr6n nx ’rvto. Ich habe den Druck gesehen, mit dem die Egypter sie bedrücken, folgt daher unmittelbar die Aufforderung Gottes an Moscheh: njn» bx “inVcwi rrai? flTOI □nsDD 'w nsy nx xxini. „Jetzt gehe, ich will dich zu Pharao senden, daß er mein Volk die Söhne Israels aus Mizrajim führe." Jetzt, wo der Moment der Erlösung gekommen, dessen Einleitung nun die Peßach-Hagadah schildert. (Forts, folgt.) Zur Frage der jüd. Ansiedelungen in Argentinien. Von Dr. S. Papilsky in Posen. Als der von Baron Hirsch gefaßte Plan bekannt wurde, eine große Anzahl russischer Juden in Argentinien als Landwirthe anzusiedeln, da waren die Meinungen über die Ausführbarkeit dieser Idee sehr verschieden. Während die Einen im Vertrauen auf die oft bewährte Zähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Juden im Allgemeinen und der russischen Juden im Besondern ein gutes Resultat Voraussagen zu können glaubten, erklärten die Anderen es für eine Unmöglichkeit, aus einer Menschenklaffe, die bisher sich nicht mit Landwirthschaft beschäftigt hat, ja sogar von derselben gesetzlich ausgeschlossen war, in wenigen Jahren Landwirthe auszubilden. Es sind nun viele Monate verflossen, seitdem die erste Expedition ruffisch-jüdischer Auswanderer nach Argentinien stattgefunden hat, ohne daß irgendwelche Anhaltspunkte für die eine oder die andere Ansicht gewonnen worden wären. Da ein etwaiges Mißlingen des unter so günstigen finanziellen Bedingungen in's Leben gerufenen Unternehmens des großen Philantropen auch auf spätere derartige *) Der Targum scheidet die verschiedenen Bedeutungen von fTD sorgfältig. Während er hier HN mit xpnn ty wiedergiebt, übersetzt er 'Jan1?!"' x7i rwn xK und ebenso pn>n x> mit p’yn X7. 419 Versuche auf Jahrzehnte hinaus lähmend wirken würde, so muß bei der Gründung der argentinischen Colonien mit um so größerer Vorsicht und Sachkenntniß vorgegaugeu werden. Es sei mir deshalb gestattet, in Betreff der Auswahl des zur Ansiedelung geeigneten Menschenmaterials und der organisatorischen Leitung der Colonien auf einige Punkte aufmerksam zu machen, deren Berücksichtigung von großer Wichtigkeit für das Colouisationswerk sein dürfte. Es herrscht wohl keine Meinungsverschiedenheit darüber, daß man zunächst nur solche russische Glaubensgenossen zur Ansiedelung nach Argentinien senden darf, welche sich bisher in ihrer Heimath durch schwere körperliche Arbeit ernährt haben. Man kann aber unmöglich am Verschiffungsorte (Hamburg) nach dem Aussehen oder nach den Aussagen der Auswanderer feststellen, ob und wie weit dieselben an physische Arbeiten gewöhnt sind. Ist es doch eine bekannte Thatsache, daß die Nothlage, welche unsere russischen Glaubensgenossen zur Auswanderung zwingt, gar zu oft sie zur Ueberschätzung ihrer physischen Kraft und zur Unterschätzung der Schwierigkeiten einer neuen Berufswahl, also zur Sebsttäuschung bringt. Es erscheint deshalb notwendig, in einer russischen Grenzstadt, etwa in Kowno, ein Controlcomite zu bildend dessen Aufgabe darin bestehen soll, die Gesuche der Auswanderer entgegenzunehmen und genaue Auskunft über die bisherige Beschäftigung, Aufführung und Verhältnisse eines jeden Bewerbers einzuziehen. Nur die von diesem Eomite, welches in ständigem Briefwechsel mit dem Hamburger Eomite stehen müßte, gut empfohlenen Auswanderer dürften dann nach den Colonien befördert werden. — Von großem Vortheil für die künftigen Colonisten würde es sein, wenn man einen Theil derselben in Deutschland oder Oesterreich mit einer landwirthschaftlichen Vorbildung versehen könnte. Zu diesem Behufe möchte ich mir erlauben, die Gründung eines „Vereins zur Ausbildung russisch-jüdischer Landwirthe", etwa mit dem Sitz in Breslau, in Vorschlag zu bringen. Dieser Verein hätte die Aufgabe, fich mit den jüdischen Gutsbesitzern in Deutschland und Oesterreich-Ungarn in Verbindung zu setzen, um bei ihnen kräftige russisch-jüdische Auswanderer als Arbeiter, sowie intelligente wohlhabende russisch-jüdische junge Leute als landwirthschaftliche Eleven unterzubringen. Durch letztere würde gleichzeitig das Interesse für den landwirthschaftlichen Beruf in die wohl- *) Bekanntlich ist die Bildung derartiger Comitvs dem Baron Hirsch von der russischen Regierung gestattet worden.

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