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Der Israelit · 1890-10-08 · Heft 78-79 (8.10.1890) · page 50

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 78-79 (8.10.1890)
Date
1890-10-08
Page
– (sequence 50)
Language
German
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1440 samm: In Nr. 2 muß es, des besseren Reimes wegen, heißen: „sie woll'n sich dankbar zeigen, will Keiner heut' der Letzte sein." Das Gedicht von Güll, Seite 48, ist nicht ganz koscher; es wäre demnach besser fortgeblieden, da es auch sprachliche Fehler enthält. Ebenso hätte das Gedicht von Kahn, Seite 65, in anderer Form einen ganz anderen Werth. Die Gedichte von Hey, Gellert, Schwab, Krummacher, Hebel, Stein *), Kompert, Elsäßer u. a. m. brauchen wir wohl nicht zu besprechen. Dahingegen hat uns ein Herr Max Grünbaum in Nr. 158 eine großartige Probe seines dichterischen Talendes abgelegt, so daß wir das Gedicht nicht übergehen können. Der Dichter kann es, wenn er so fortfährt, noch zu etwas bringen? Die vorliegenden Bücher können in jeder Schule gebraucht werden, da sie bis auf einige Lesestücke absolut nichts confessionelles enthalten. Um sie für unsere Zwecke zu verwerten hat der Verfasser einige Lesestücke israelitisch religiösen Inhaltes ausgenommen, die anders confessionell gefärbten entfernt und damit ein „Lesebuch für israelitische Schulen" geliefert. Unseren Ansprüchen genügen solche Schulbücher nicht. Mit ein paar, dem jüdischen Leben entnommenen Lesestücken ist es nicht gethan. Das ganze Lesebuch muß auf jüdischer Grundlage basirt, in jüdischem Geiste geschrieben sein und den Sinn für unsere heilige Religion in den Kindern erwecken und leiten. Bis ein solches Schulbuch erscheint, mögen die vorliegenden Bücher den isr. Schulen ihre Dienste leisten. B. itttfr J7&ttlt. Mainz, 1. October. In Nr. 225 und 226 der in Karlsruhe erscheinenden „Badischen Landeszeitung" wird unser Blatt in maßloser Weise angegriffen. Wir fühlen uns veranlaßt den Ton, in dem der Herr Correspondent besagten Blattes kämpft, zu meiden, da er mit der Würde unserer Zeitung unvereinbar ist. Was den sachlichen Inhalt der betr. Correspondenz betrifft, so halten wir es nicht der Mühe Werth, den Verfasser zu belehren; denn gegen eine bestimmte Kategorie Menschen kämpft man bekanntlich vergebens und läßt die schärfste Logik im Stiche. Wir haben unsere Stellung in der betr. Angelegenheit längst präzisirt und die Schimpfereien eines Reformers, der der isr. Schule ferner steht, als ein Nichtjude, kann unsere Ansicht nicht ändern. *) In Nr. 107, S. 70, muß es verraun heißen; in Nr. 4, S. 2: Staubgefäßen. In den „Blättern für die isr. Schule," Gratisbeilage zum „Israelit", behandelte Herr Lehrer Straßburger in Buchau die Materie in einer längeren Arbeit, „Simultanschule oder Konfessionsschule;" in den Conferenzen der Lehrer der Rheinlande und Weftphalens und in fast alte« Lehrereonferenzen der isr. Lehrer in Deutschland tönt der Ruf: „Errichtet isr. Schulen." Entweder ist der Verfasser der Correspondenz der „Bad. Landesztg." taub, daß er nicht hört, was in jüdischen Kreisen vorgeht, oder er steht dem Judenthume so fern, daß er seine „That" nicht zu beurtheilen vermag. Eine jüdische Zeitung hätte der Correspondenz sicher die Aufnahme verweigert, da deren Redaktion besser den Werth derselben zu beurtheilen verstanden hätte. Wir können der Red. der „Bad. Landesztg." nicht znmuthen, sich in das Studium jüdischer Angelegenheiten zu vertiefen, aber dem Herren Correspondenten geben wir den Rath, seine schmutzige Wäsche im eigenen Hause zu waschen, wenn er das Bedürfniß fühlt, dieselbe los zu werden. Aus dem Reg.-Bez. Wiesbaden. Während in allen Gauen Deutschlands die isr. Lehrer sich zusammenschaarten und Lehrervereine gründeten, theils um ihre spezielle Lage zu heben, theils um Gegenstände des so höchst wichtigen Berufts zum Meinungsaustausch und zur Berathung zu ziehen, blieb man bei uns im Nassauer Ländchen vollständig indifferent, lyn nny1? ein Jeder verirrte sich auf seinem selbst gebahnten Wege. Wenn es richtig ist, daß das, was manche Lehrervereine erst zu erringen streben, nämlich die definitive Anstellung der isr. Lehrer, wir schon längst, dank hoher kgl. Regierung, haben, so ist dies aber auch das einzig Erfreuliche des Lehrerstandes in Nassau. Mit wahrer Genugthnnng begrüßten wir deßhalb den Aufruf des Herrn Bezirksrabb. Dr. Weingarten in Ems, auch im Reg.-Bez. Wiesbaden einen Lehrerverein ins Leben zu rufen. Am Mittwoch den 30. Juli fand zu diesem Zwecke eine Versammlung in der „Alten Post" in Limburg statt. Es waren 21 Kollegen erschienen. Außerdem waren die Vorsteher der Cultusgemeinden Limburg und Diez, die Herren Jakob Mayer, M. Jsselb ä ch e r und Leo R o s e n t h a l, sowie die Herren M. Faßbender, Leop. Sternberg und S. R o s e n t h a l, Gemcindemitglieder von Limburg anwesend. Herr Dr. Weingarten eröffnete die Sitzung. Zunächst begrüßte er die Anwesenden und dankte denselben für ihr zahlreiches Erscheinen. Hierauf wies er auf die Nothwendigkeit der Gründung eines nassauischen Lehrervereins hin. Ein vereinigtes Zusammengehen erheischen einmal die materiellen Interessen der nassauischen Lehrer, die keineswegs so sind, wie sie sein sollten, sodann

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