Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 78-79 (8.10.1890)
- Date
- 1890-10-08
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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1416 er diesesmal auf demselben, und nach Ablauf dieser Frist trat er mit neuen Bundestafeln in das Lager Israels, in dem nunmehr eine Stätte für den Dienst Gottes errichtet werden sollte. Das war der Erfolg der nyd, der großen Furcht vor dem Herrn, die ihm im richtigen Augenblick das richtige Wort eingab, eine nach Millionen zählende Volksmasse zu überwältigen. Moscheh's Gottesfurcht war es, die ihn würdig machte, eine ganze Nation zur Gottesidee zu erziehen und in derselben zu erbalten. riffD nry np« ^-nn mmn VdV'i nptnn th toVi An diese letzten Worte der heiligen Schrift knüpfen sich auch die ersten Worte der Tradition: t'OwZ ooronB' .1MO rvmjn yoty n« pYp ’no’Nb .'ino'nna „Von wann an liest man das yotp am Abend? Von der Stunde an, da die Priester hineingehen zu essen ihre Hebe." Der Abschnitt der Thora, in welchem der Tod Moscheh's erzählt ist, wird am freudigsten unserer Festtage, am min nnoiv verlesen. Aber keine trübe Stimmung lassen wir deßhalb an diesem Tage aufkommen. Denn Moscheh's Geist lebt fort und fort, und seine Geburt, sein Erdenwallen, war für uns ein unendlich größeres Glück, als sein Tod uns ein Unglück gewesen. Niemals hat man seine Gruft gefunden, kein Mausoleum, kein Gedenkstein deckt seine körperliche Hülle. Keine Pilgerzüge, keine Wallfahrten unternimmt man nach seiner Grabstätte. Denn Israel war sich von jeher bewußt, daß seine Aufgabe nicht in der Trauer über den Verlust seiner Großen liegt, sondern es weiß, daß das Fortbestehen des Gottesvolkcs in dem ersten Worte unserer Tradition liegt: B'JTontP nytyo nn-iya yottr hn yY.p ’nowo ■inonna i’djdj Wenn die Schatten sich dehnen, wenn der Abend über Israel sich senkt, sternlos, stumm und trübe, wenn selbst die Lichter, die Israel in der langen Nacht des Galuth vorangeleuchtet, verloschen, dann hat man, dann hat ein Jeder die Pflicht zu rufen: „Höre!" Jeder soll seine gesammte Kraft aufwenden, ein Jeder, der nur einigermaßen die Fähigkeit besitzt, die Welt mit der Lehre Gottes zu erleuchten, soll laut das yoLP verkünden und zwar von der Stunde §n, da die dazu Geweihten eingegangen sind in ihr Heim, in die göttlichen Gefilde, um dort die Hebe zu genießen, die Hebe der Früchte, die sie aus Erden gesäet. * » * Sechs Monate sind vorüber, seitdem wir den Hingang unseres treuen Freundes, Rabbi Mäir, Dr. Lehmann v'% zu beklagen hatten, yd W>i .dniL" hi vyb niPD n^y ypn Vw ny£D bob) np*nn Auch seine kräftige Hand, auch seine große Gottesfurcht waren es, wodurch er «in p letto, ein wahrer ysb, die Augen von ganz Israel erleuchtete. Es war eine trübe Zeit in Israel, da Rabbi Mtzir Wr mit der Gründung dieser Zeitschrift die Oesfentlichkeit betrat. Die Stimmen der großen Gesetzeslehrer wurden überschrieen. Mit „Orgelklang und Weibergesang" opferte die Menge laut jubelnd dem selbst in die Gotteshäuser eingezogenen Materialismus. Baalspriester hatten das Volk irregeführt. Die gesammte jüdische Publicistik lag in den Händen der Neologic, die das seit Jahrtausenden bewährte Gebäude des Judcnthums niederrcißen und an dessen Stelle einen angeblich der Neuzeit angepaßteu Haufen unbehauener Steine ohne Riß und Plan setzen wollten. Mit der Abschaffung von scheinbar kleinen, minder wichtigen Gebräuchen hatte man begonnen, aber im Sturmschritt gelangte man an die Aufhebung der heiligsten Gesetze unseres Gottes. Die alten Bundcstaseln schienen verschwinden zu wollen. npinn Yn Da zeigte Dr. Lehmann jn seine gewaltige Hand. Er brachte die Tafeln an den Fuß des Horeb. Er redete eine Sprache, die von Allen verstanden wurde, eine Sprache, an deren Klarheit und Schönheit sich der Gelehrte ebenso wie der Laie erbaute. Er zeigte der jüdischen Welt, daß mit dem Verschwinden der Buchstaben, wenn dem Gotteswort nicht nach Schrift und Tradition nachgewandelt wird, daß dann die Tafeln der Hand entfallen müssen. Und sein Wort zündete: *mcn Sein glühender Eifer für die heilige Sache ließ Israel" sich wieder auf sich selbst besinnen. Aus jene Schreier hörte man nicht mehr und über deren Nachbeter lächelt man still, sie haben Gottlob ihre Bedeutung verloren. Dr. Lehmann m scheute sich nicht, seine irrenden Brüder zurechtznweisen und trotz mannigfacher Anfeindungen trug er unentwegt die Bundestafeln, die neuerstandcnen, seinem Volke entgegen. Dem älteren Rabbi Hirsch jn stand der jüngere Rabbi Lehmann y"j treu zur <&dte, und für die beiden Männer, denen, wie Wenigen unsere Zeit, die Erhaltung und Wiedererweckung des gesetzestreuen Judenthums zu verdanken hat, ist nunmehr die goldene Frucht gereift, deren Saat sie mit so kräftiger Hand hienieden gestreut. Eine Dämmerung war eingctreten, die Leuchten Israels gingen in ihre Welt. Doch wir dürfen uns darob nicht der Trauer hingeben, wir müssen vielmehr den Weg, den jene Großen uns vorgczeichnet, wcitcrgehen, und wir können es. Wir können mit Zuversicht unsere Bahn wandeln. Denn treue Wächter stehen an den Stätten jener Hohenpriester und dulden nicht, daß man das uns überkommene heilige Erbe antaste, dyd’ *pN’ ansn 'n .niB’yn orrrvutcn aitan