Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 76-77 (25.9.1890)
- Date
- 1890-09-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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I’^’snn bi oipo nruio Nn-oyon pi^ 'j ruion roo n^i Nnspip ^22 d"j Nim ins» ty nmio .mbn Dn p2 b*ön Auch diese Art des Tragens der p^sn, nach welcher der größte Theil der i’^’Dn auf der Stirne liegt und das oberste Ende deZ Gehäuses sich auf dem Haar befindet, ist nicht die richtige, und der, dem die so auf dem Kopfe sitzen, ist ebenfalls gleich Denjenigen zu achten, die gar keine r^sn legen. mm in iliLQ b nroio d"dj> b’snno napotp r**im "i n:ion Nnsp“ip bba Nin m dji miN2 pspo £>»bn *bm .oibi on p»en mo Nb Mit Fig. 4 wird gezeigt, daß, wenn Jemand den größten Theil der b'Bn wohl auf dem Haare liegen hat, nur ein kleiner Theil derselben in der Luft schwebend oder auf die Stirne zu liegen kommt, er die b'&n nn» nicht erfüllt fyat und auch in diesem Falle sagt er eine .-1212. N Fig. 4. Die hohe Bedeutung und den tiefen Sinn des Thefillingebotes richtig erfaßt zu haben, war stets nur Wenigen vergönnt, und nur so konnte es geschehen, daß das, was die Thefillin uns bereits vor Jahrtausenden gelehrt haben, heute als das Ergebniß der modernen Wissenschaft gepriesen wird. Durch die Natur-Wissenschaft, vor der alle anderen Wissenschaften bescheiden zurücktreten müssen, glaubt man heutzutage zur Erkenntniß aller Dinge gelangen zu können. Immer kühner dringt sie scheinbar auf ihrem Siegeszuge vor. ( Kein Gebiet läßt sie unberührt und namentlich in die Geheimnisse des Seelenlebens sucht sie immer tiefer einzudringen. So wird neuerdings im Triumphe verkündet, daß es dieser jungen Wissenschaft gelungen ist, einen Zusammenhang zwischen Gehirn und Gesittung gefunden zu haben*). „Das Gehirn, jenes wunderbarste Kunstwerk der organischen Natur, ist die Ursache der höchsten, complicirtesten Leistung des Menschengeistes, der Gesittung." Kann uns dieser Ausspruch, der die nichtjüdische Welt in Erstaunen setzt, überraschen, uns, die wir bereits vor drei Jahrtausenden vernommen haben: „Und es sei dir zum Zeichen an deiner Hand (der Vollführerin der Sitte) und zur Erwägung zwischen Deinen Augen," (dem Sitze des Gehirns), uns, welchen das Gebot des Thefillinlegens ward, das uns sagt, daß wir nur das denken sollen, was recht und gut ist in den Augen des Ewigen? Aber man geht noch weiter. Auch die Groß und Klein heute so stark beschäftigende sociale Frage soll mit dem neuen Gedanken gelöst werden. Der Beweis wird von der Thierwelt erbracht. Diejenigen Thiere, wie die Elephanten in ihrem Znsamnlenleben, die Bienen und Ameisen, bei denen das Organ der Intelligenz am meisten entwickelt ist, sind es, welche durch Arbeit, durch hilfreiche Gegenseitigkeit und Zusammenwirken mit ihren Genossen das eigene Leben, wie das Leben der Gattung zu erhalten bemüht sind. Diejenigen Thiere aber, wie die Ameisenmännchen, die Drohnen k., die ein durchaus schmarotzerhaftes, parasitäres Dasein führen, die von den Arbeiterinnen gefüttert werden müssen, haben ein ganz unentwickeltes Gehirn. Daraus wird die Nutzanwendung auf die Menschen gezogen, daß jeder Mensch, ob reich oder arm, zur Mitübernahme eines Theiles der der Nation obliegenden Arbeit herangezogen werden soll. Auf diese Weise würden die Unterschiede in der Gesellschaft ausgeglichen und die sociale Frage gelöst werden. Denn, wer wie der Mensch, im Besitze eines so hochentwickelten Gehirnes ist, muß, so folgert man, ohne Rücksicht auf seinen materiellen Besitzstand, sich der Menschheit durch seine Thätigkeit nutzbar machen. Auch dieser Gedanke kann uns nicht überraschen. *) „Gehirn und Gesittung." Vortrag von Prof. Meynert. Wien. Braumüller.