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Der Israelit · 1890-09-25 · Heft 76-77 (25.9.1890) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 76-77 (25.9.1890)
Date
1890-09-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1401 Gott hat uns befohlen: Weihe mir Deinen Arm durch meinen Riemen. Es ist demnach ein Gottesgebot, daß jeder Jude seinen Beruf in der Schöpfung erfülle, daß, wie er eifrig alle übrigen Mizwoth auszuüben bestrebt sei, er ebenso seinen angeborenen Gaben und Kräften entsprechend, seine Thätigkeit entfalle. Bedarf er nicht mehr der Sorge für den eigenen Wohlstand, so ist es seine Pflicht, sich rastlos der Förderung der Gesammtheit zu widmen, njioto Tns 'anso □’pDiytr Der Heilige, gelobt sei Er, entband nicht die Wohlhabenden von seinem Gebot der werkthätigen Liebe zu Ihm, denn Er hat uns alle herausgeführt aus Mzrajim und wenn Israel in seinem Lande die Denkriemen stets in dem Gedanken angelegt hätte, Geist, Herz und Hand seinem Gotte im Himmel zu weihen, so wären wir nicht vertrieben worden von der heiligen Erde und es wäre längst eingetroffen die iiD'ta die nun bald kommen möge PN wd'3 mnoa. Wir sehen daraus, daß unter allen Geboten unseres Gottes keines ist, das, wie den Denkriemen gleich, uns täglich daran erinnert, Aug' und Arm, Haupt und Herz dem Dienste des Allmächtigen zu weihen; suchen wir daher dieses Gebot in Erkennung unserer hohen Aufgabe so zu erfüllen, wie es die heilige Schrift uns vorschreibt._ Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. Aus Hessen, 5. Sept. Vor einigen Tagen hat Herr B ö ck e l in den Zeitungen aufgefordert, „judenfreie Märkte" zu schaffen und sich an ihn zu wenden mit Anfragen, wie dies geschehen könne, lieber die Praxis des Boeckel in dieser Beziehung wird aus Langsdorf berichtet. Wie in verschiedenen Orten Hessens, so besuchen auch in Langsdorf, einem Ort von 1000 Einwohnern, jüdische Handelsleute den Viehmarkt nicht mehr, weil Boeckel daselbst in bekannter Weise stets seine Hetzreden 'gegen die Viehhändler losläßt. Damit jedoch der Markt abgehalten wurde, haben Boeckel, dessen Gattin, Pickenbach, Werner und sonstige „Genossen" am Markttage folgenden Spektakel in Langsdorf vollführt: Bezahlte Anhänger derselben holten sie mit Musik vom Bahnhofe ab. Boeckel und seine Gattin marschierten dem Zuge voraus, dann kam das andere Gefolge und zuletzt die halbwüchsige Jugend. Vor den Wohnungen der Juden hielt der Zug an und spielte die Melodie: Schmeißt ihn raus 2c. und Aehnliches. Man hatte, damit der Markt ohne die früheren Viehhändler abgehalten werden konnte, Vieh zum Markt gebracht, das gar nicht zum Verkauf bestimmt war; nur einige Stücke wurden überhaupt auf dem Markt umgesetzt. Das Hauptgeschäft machten Boeckel und Genossen, indem sie Stück für Stück für 1 Mark die Bilder der antisemitischenReichstagsabgeordneten, Cigarrenspitzen und Streichholz- 'kästchen mit dem Bilde Boeckels verkaufen ließen und außerdem die üblichen Sammlungen veranstalteten. Herr Pickenbach beendete den Viehmarkt mit einer antisemitischen Schlußrede. Dieser grobe Unfug geschah am 25. August 1890 unter den Augen der Behörden! Rußland. Odessa, 3. September. Auf Anordnung des Stadtgouverneurs wurden im vorigen Jahre zwölf jüdische Bethäuser geschlossen. Die hiesige Gemeinde beschwerte sich beim dirigirenden Senat, welcher nunmehr die Anordnung des Gouverneurs aufgehoben hat. "b Die Mberwaareil-Fabrik von Lazarus Posen Wwein Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: Kas Chajim, Tass, Kronen, Channkahlampen, Besomlmbüchsen, Seder- (Äegenstände, Pokale, Weinhumpen etc. etc. und versendet Muster- Hefte nebst Preis-Courante gratis und franco. Verkauf» - Lokalitäten: Frankfurt a. M., Berlin W., Zeil 40a., im „Hessischen Palais“. Französ. Strasse 49, im „Faberhause“ WlMkjmlil, Berlin, Ornulenburgerllr. 73. Geeignete Räume, tüchtige Lehrkräfte, sorgfältigste Pflege. Französin und Engländerin im Hause. Spr. 12—5. 5070) Regina Lion, früher Mitinhaberin des Wollmann'schen Instituts. iljin nicht sehr junges, sauberes Mädchen, das Küche u. Hausarbeit selbstständig versehen kann, wird zum sofortigen Eintritt für eine kleine Familie von nur Mann u. Frau bei hohem Lohn gesucht. Offerten unter K. 5049 an die Exped. d. Bl. erbeten. Oehrling per sofort für meine Schuhhand- ■vhing en gros & en detail gegen Vergütung gesucht. Samstag geschlossen. PH. Jourdan, 5052)Mainz. Offene MrllWjtelle! In unserem Lederu: Rohwaarengeschäft findet ein junger Mann aus achtbarem Hause, der gute Schulkenntnisse besitzt, eine Lehrstelle. Das Geschäft ist Samstags u. an den Festtagen geschlossen. Gebrüder Feigenheimer, 5061) Horb a. N., Württemb.

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