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Der Israelit · 1889-11-11 · Heft 88 (11.11.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 88 (11.11.1889)
Date
1889-11-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1521 die wir zu Grabe geleitet, und welche zu ehren es galt. Frau Emma Wassermann, die tugendhafte und fromme Gattin des durch seine Frömmigkeit. seinkn Biedersinn und Thorakunde in weiteren Kreisen bekannten Herrn Emil Wasiermann, ist zum Leidwesen Aller, die sie kannten, einem schleichenden Hebel erlegen, in der Blürhe der Jahre, im schönsten Lebensalter. Mit dem Heimgange dieser Edlen ist ein jüdisches Hauswesen, das durch die tiefsinnige Religiosität, die es auszeichnete, als ein Unicum in hiesiger Stadt galt, seiner Krone und seines Schmuckes beraubt worden. Dem Schmerze darüber gab der in Abwesenheit des hiesigen Rabbiners herbeigerufene Districts-Rabbiner Dr. Deutsch von Burgpreppach ebenso bewegten, wie sinnigen und beredten Ausdruck. Anknüpfend an die im laufenden Wochenabschnitte erzählte, von Gott gebotene Trennung Abrahams von den Seinen, wies der Redner auf das Herbe und Bittere der hier verhängten Trennung hin, und auf das Tröstliche, das in dem Bewußtsein liegt, es sei der weise Rath der Vorsehung, der Wille Gottes, der diese Trennung bestimmt hat. Der Redner verbreitete sich dann in Anlehnung an sinnige Midraschstellen über die häuslichen Tugenden der Verewigten, schilderte ihren frommen Sinn, ihre religiöse Standhaftigkeit, ihr liebevolles und bescheidenes Wesen, und richtete zum Schluffe die Aufforderung an die Hinterbliebenen, den schweren Schlag, der sie betroffen, in Demuth und Ergebung zu tragen. — Hierauf wurde die Leiche zu Grabe geleitet, woselbst Herr Lehrer Wetßkopf nochmals die Schwere des Verlustes zu zeichnen versuchte, von welcher die hochangefehene Familie betroffen worden. Nachdem der anwesende Herr Rabbiner das Gebet um die Seele der Heimgegangenen gesprochen, wurden die sterblichen Ueberrefte der -theuern Verblichenen dem Schooße der Erde übergeben, und die überaus zahlreich Versammelten schieden mit dem wehmuthsvollen Bewußtsein, eine jener immer seltener werdenden „Mütter in Israel" begraben zu haben. n'aitfri Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Der katholische Studentenverein „Austria" hat aus St. Pölten von seinem Ehrenmitgliede Professor Dr. Scheicher, einem der Haupttedner des Katholikentages, eine Zuschrift erhalten, in welcher er unter Anderm bemerkt: „Einst war es ein Vorrecht der österreichischen Jugend und ihrer Studenten- Verbindungen, daß ihre Herzen feuriger für religiöse und bürgerliche Freiheit schlugen, daß sie hohe Ideale in der Brust trugen. Wahrlich, es krampst sich das Herz des Patrioten zusammen, daß ein so großer Theil der Wiener Studenten, den alten deutschen Traditionen der Achtung fremden Glaubens und fremder Ueberzeugung Hohn sprechen konnte." L. Prag. Zur Besetzung der, nach Uebersiedlung des Herrn Rabb. M. Hirsch nach Hamburg, vacanten Stelle eines Oberrabbiners von Prag, wurde von der, hiezu eigens berufenen Commission, Herr Rabb. Ehren selb, gegenwärtig inGnesen, vorgeschlagen. Pefth. In einer der letzten Sitzungen des Ausschusses des Abgeordnetenhauses sagte Ignatz Helfy unter anderm: „Es scheint, daß das Kultusministerium bei Besetzung gewiffer Stellen einen besonderen Eifer in der Frage des Glaubens-Uebertrittes entwickele; das heißt: Daß es gewiffe Stellen nur dem gibt, der zum Chriftenthum überttit l“ Graf Czaky erwiederte: „Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, der Frage des Glaubens - Uebertrittes ferne zu stehen. Als ich einmal erfuhr, daß jemand seinen Glauben gewechselt, um eine Anstellung zu erhalten, da habe ich dem Betreffenden die Anstellung verweigert!" Budapest, 4. November. Der einst vielgenannte antisemitische Agitator JuliusVerhovay wurde heute vom Appeühofe zu sieben Monaten Gefängniß und 300 ^Geldbuße verurtheitt. Telegramm. Herr Rabbiner Dr. Ehrenfeld in Gnefen wurde einstimmig" zum Oberrabdiuer von Prag erwählt. Kenilletou. .D’y^pn ms nTjo *> (Vorhänge-Purim.) Aus dem Hebräischen, von Mathias Kisch. Noch in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts wurde in mehreren jüdischen Familen Prag's stets am 22. Tebeth ein Familienfest gefeiert, benannt „Vorhäng-Purim", zur Erinnerung an die glückliche Errettung eines ihrer Vorfahren aus großer Lebensgefahr. 1) Siehe Zubelschrist z. Prof. Grätz 70jähr. Geburtsfeier'

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