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Der Israelit · 1882-11-22 · Heft 47 (22.11.1882) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 47 (22.11.1882)
Date
1882-11-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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182 von Palästina, mit deren Produkten Palästina gesegnet werden soll. Es ist ja bekannt, daß die große Mannigfaltigkeit der Bodenerzeugnisse, bei rationeller Behandlung des Bodens, an Palästina besonders gelobt wird; sagt ja die heilige Schrift: to -rann to 7i21 Erst in jüngster Zeit hat ein Reisender (Oliphant) diesen Vorzug des Landes besonders rühmend hervorgehoben*). Dieser Vorzug ist begründet in der Beschaffenheit des Bodens, der alle Abstufungen vom Tieflande bis zum Gebirgsplateau durchmacht. Vom Libanon sagen die arabischen Dichter, daß er auf seinem Haupte den Winter, auf seinen Schultern den Frühling, in seinem Schooße den Herbst trage, und daß zu seinen Füßen der Sommer schlummere. Ich glaube in Obigem nicht nur die Worte des Kalir, sondern auch den wahren Sinn der Worte des Midrasch von den sieben Ländern, erklärt zu haben. Es darf im Uebrigen nicht befremden, solchen Anschauungen beim Kalir zu begegnen, denn er wendet mit Vorliebe auch naturwissenschaftliche Kenntnisse in seinen Pijutim an. Vergleiche zum Beispiel die prägnante Erklärung der Erscheinung des Regenbogens in demselben Pijut: nenci ,n«no 7i*no c'o P'Nias. Er zeigt jede Farbe: seine Farbe ist die des Wassers" vergleiche zu der ganzen Stelle Heidenheims Commentar. 12) Bei der Erwähnung der zwölf Sternbilder des Thierkreises, welche in diesem Pijut eingeführt werden, will ich gelegentlich die Bemerkung machen, daß die Namen derselben vollständig in den Midraschim sich finden Vgl. Jalkut I. p"'n . Einzelne Namen finden sich auch im Talmud. Sie sind bei fast allen alten und bei den neuen Völkern dieselben, was auf einen gemeinsamen Ursprung, der sich in's graue Alterthum verliert, zurückweist. Die Ehaldäer, die sich viel mit der Astrologie beschäftigten, sollen die Ersten gewesen sein, die diese Bilder und Namen gebraucht haben. „Zwar ist die Kenntniß des chaldäischen Thierkreises, sowohl der Eintheilung als den Namen nach bereits im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zu den Griechen gelangt, die Aufnahme der einzelnen Zodiakalbilder aber in die griechisch-astronomische Literatur erfolgte erst später und allmählich.**) Auch die hebräischen Namen dieser Sternbilder stimmen mit denen der übrigen Völker auf's Genaueste zusammen - bis auf zwei. Statt: Schütze und Wassermann; areiteimrw oder sagittaris und aquarius -bdQo%6o$ und rogevrijs haben wir im Hebräischen nvp und ’7-t, was Bogen und Eimer bedeutet. Woher diese Differenz? Und ist es nicht äußerst befremdend, da die übrigen zehn Namen sich genau decken, daß gerade bei diesen beiden eine Differenz Statt haben sollte? Ich glaube daher, daß auch diese beiden zusammenstimmen, nur muß man die vulgäre Aussprache des n#p. in — arciteneus Bogenschütze und die Aussprache des iSi in '»Jn nmändern. Das Wort v^h, nach der Form \3n, bedeutet dann der Waßerschöpfer — aquarins, entsprechend den gewöhnlichen Darstellungen desselben auf den Abbildungen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. *) Bgl. den Bericht „Eine jüdische Cotonie in Palästina" in Nr. 19 des „Israelit" 1881. *•) Humbold, Kosmos 1877 III. 129. Deutschland. S. Frankfurt a M., 17.Nov. ^„Germania," das Hauptblatt der Ultramontanen in Deutschland, sieht sich veranlaßt, eine Aeußerung des Bischofs von Fulda zu rectisiciren, jene Aeußerung, welche in dem durch die Zeitungen und auch durch diese Blätter veröffentlichten Brief an Rabb. Dr. Cahn niedergelegt ist, daß die Beschuldigung, Juden gebrauchten Ehristeublut zu rituellen Zwecken, eine „freventliche" sei. Das Blatt meint, jener Ausdruck könne wohl auf eine unzulässige, friedensftörerische Ausbeutung dieser historischen Frage gerichtet sein. Wenn aber Jemand auf Grund der Acta Sanctorum und anderer Berichte zu der ernsten Ueberzeugung gelangt, daß doch im Laufe der Jahrhunderte irgendwo einmal Ehristenblut von abergläubigen Juden zu rituellen Zwecken benutzt worden sei, so werde der Herr Bischof diese mit seiner Meinung nicht harmonirende Ansicht gewiß nicht als „„freventlich"" bezeichnen wollen. Es ist in diesem Auftreten der „Germania" zweierlei sehr bedeutsam, einmal die „ernste Ueberzeugung," welche das Blatt gegen den Bischof ins Treffen führt, dann aber auch das ganze Auftreten des Blattes selbst gegen den Inhaber des ältesten deutschen Bischofsitzes. Was an judenfeindlichen Bestrebungen und gehässigen Verunglimpfungen der Juden in den letzten Jahren zu Tage getreten ist — die „Germania" hat nicht den kleinsten Beitrag zu denselben geliefert. Als das bedeutendste Parteiorgan ist sie damit in der sogenannten „Judenfrage" für alle ultramontanen Blätter minorum gentium maßgebend geworden, u. der antisemitische Hexentanz hat in diesen gerade so ihre Orgien gefeiert, wie in den Blättern eines Ruppel, Henrici und ähnlicher „nationaler Germanen." Als

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