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Der Israelit · 1882-11-22 · Heft 47 (22.11.1882) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 47 (22.11.1882)
Date
1882-11-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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XXIH. Jahrgang. Zweite Leitage;u Nr. 47 des Israelit. Leitender Artikel. Einzelne Bemerkungen zu Kei-enheims Machsorcammentar (Fortsetzung.) 10) In dem Ritual zu o"mn n2w des Suckothfestes, in dem Pijut vor der Tefilla, steht in den mir zugänglichen Drucken folgender Passus als Aufschrift: '"22 di nnson 222tcr ,2"« -no i>y iv"v 'n -iy '2 hin id non. Ich weiß nicht, ob diese Aufschrift von Heidenheim abgefaßt ist oder ob sie bereits in früheren Ausgaben sich vorfand und von H. nur beibehalten wurde. In jedem Falle bietet diese Aufschrift einen neuen Beleg für die alte Wahrheit, daß auch das geübteste Äuge Manches übersehen kann. Der Verfasser dieser Notiz meint also, der Pijut sei nach dem Alphabetabgefaßt, nur fehle die Hälfte von '2 bis n, die sich auch in Handschriften nicht mehr vorfindet. — Ganz natürlich! Wo nichts fehlt, da können die Handschriften auch nichts ergänzen. Der Pijut ist vollständig, und ist nach der bekannten Reihenfolge 02?« abgefaßt, so daß jeder Vers in zwei Hemistichen zerfällt, von denen immer der erste mit einem Buchstaben der ersten Hälfte, der zweite mit einem Buchstaben der zweiten Hälfte des Alphabet beginnt. Die Verse bestehen durchweg aus sechs, die Stiche aus je drei Wörtern. Nach je drei Versen folgt ein aus Bibelsprüchen zusammengesetzter Vers, der dem Inhalt der Vorgehenden sich anschließt, aber nicht zum Alphabet mitzählt. So ist dieser Pijut ein seltenes Muster von Regelmäßigkeit und trägt mit Unrecht des Dictum, daß er nur Bruchstück fei, an seiner Stirne. 11) In der dpi n'rsn des Kalir, dort wo er die zwölf Monate und die ihnen entsprechenden zwölf Sternbilder anführt, schließt der Vers, der vom Monat Tamus handelt, mit folgenden Worten: bZn 'i'D m an ,22nt> 10m d’ö „Wasser fließen um es (das heilige Land) zu würzen, mit den (Erzeugnissen) der sechs Arten des Erdballs." Heidenheim führt in seinem Commentar den Midrasch an, daß Palästina deßhalb in den heiligen Schriften im genannt wird, weil es gewürzt ist (*?2rO) mit den Erzeugnissen der ganzen Erde. Um aber die Worte 22 n 'j'D rwea zu erklären, fügt er hinzu, daß Palästina das siebente unter den Ländern sei. In Wirklichkeit findet sich nun ini Midrasch Jalknt, Mischl« IX. und noch an anderen Orten eine Stelle dieser Art. Abgesehen aber davon, daß der Midrasch selbst unverständlich ist nach gewöhnlicher Auffassung, sind auch die angeführten Worte nicht genügend erklärt. Der Ausdruck 'i’a new deutet doch auf eine bestimmte Qualität der betreffenden Länder! Meiner Meinung nach ist die Quelle des Kalir hier nicht nur in der midraschischen, sondern auch in der prosanen Literatur zu suchen. In Alterthum wurde die damals bekannte Welt, d. h. die nördliche Halbkugel der alten Welt, in sieben Zonen eingetheilt, nach den sieben verschiedenen Klimaten. Palästina, welches auch tatsächlich in der Mitte*) u. so ziemlich gleichweit von Aequator wie vom Nordpol entfernt liegt, hat das mittlere Klima. Die Erzeugnisse des Bodens sind in jedem einzelnen Klima dieselben u. die Verschiedenheit der Bodenerzeugnisse, durch die Verschiedenheit des Klimas bedingt. Ich zitire zur Erhärtung dieser Ansicht die Worte des R. Jizchak Israeli in seinen Werke aiw uv' II, 3 bei dem sich diese alte Anschauung noch erhalten hat u. dessen Worte an und für sich historisches Interesse haben. Derselbe hat sein Werk, astronomischen und mathematischen Inhalts, auf Anregung des Rabbenu Ascher im Jahre 1310 g. Z. verfaßt. Seine Worte lauten: „Wisse, daß sie das bewohnte Land in sieben Zonen eingetheilt haben, deren jede sich vom äußersten Westen bis zum äußersten Osten erstreckt. Sie nannten diese Zonen D'V'brx (der arabische Ausdruck für 7 Klimate). Die siebende Zone endet im äußersten Norden. Auf diese Weise konnten sie die Breite eines jeden Ortes, d. i. seine Entfernung vom Aequator nach Norden bestimmen. So z. B. bestimmten sie, daß Palästina, Babylon, das Land Afrika (darunter ist wohl Algier und Tunis zu verstehen!) in der vierten Zone und daß Egyten in der dritten, Toledo und die andern spanischen Provinzen, die Insel Maiorca (Mallorca) und Sardinien in der fünften Zone liegen." Die ton ’i'D new sind nun nach meiner Ansicht die sechs Zonen, drei nördlich und drei südlich ... *) Daher der Ausspruch unserer Weisen!>*,. daß cbir? rinw. Vgl. MegillaHl» d. und Jöma 54b.

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