Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1882)
- Date
- 1882-11-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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XXIII. Jahrgang. Erste Scilagr zu Ur. 47 des Äsraelit. ZeilnngSnachrichten und Correfponderrzen Deutschland. Würzburg. Mehrere Rabbiner des Kreises erließen an die' Vorstände ihrer Cultnsgemeinden nachstehendes Circular, das auch für weitere Kreise von Interesse sein dürfte: „Nachdem es während der jüngsten Waizen- „erute fast an allen Orten unsrer Kegend stark „und anhaltend regnete. bercgneter Wakzeu aber „zu Mazzos religionsgesetzlich nicht verwendet wer- „den darf, sieht man sich veranlaßt, darauf auf- „merksam zu machen, nur solchen Waizen zu „Mazzos zu verwenden, der aus Gegenden bezo- „gen, wo obiges Bedenken nicht vorhanden, so na- „mentlich ans Ungarn. „Der löbl. Vorstand wird Vorstehendes in „dortiger Gemeinde geeignet und mit dem Bemer- „ken bekannt machen, daß auch hinsichtlich desBe- „zuges von gebackenen Mazzos Vorsicht gehofften, und solche nur von da bezogen werden dür- „fen, wo über obigen Punkt völlige Gewißheit „vorliegt. Der Distrikts-Rabbiner." Hamburg, im November. Ueberzeugt, daß die Spalten des „Israelit" stets bereitwilligst den Berichten über Pflege und Verbreitung von umm rwnpn geöffnet sind, erlaube ich mir, etwas über einen unter den vielen Vereinen Hamburgs mitzutheilen. Der seit 22 Jahren dahier bestehende o'T, -npv - Verein, in welchen nur unverheirathete junge Leute ausgenommen werden und dessen Zweck lvöchentlich zweimalige Zusammenkünfte sind, bei denen von Mitgliedern selbständige Vorträge abwechselnd in V'jn und y"» gehalten werden, erfreut sich eines steten Zuwachses von Mitgliedern. Gewiß ün erfreulicher Beweis, daß in unsrer mnp, welche immer noch eine ^^2 oki -ny genannt werden kann, noch reger Sinn für unsre Herz und Geist Abende, beseligende nrnpn mm herrscht. Dem Vorstände ist es auch gelungen, Redekräfte für zeitweilige wissenschaftliche Vorträge zu gewinnen, und wurde bereits vergangenen Mittwoch von dem Lehrer )es Vereins, Herrn Dr. Nathan, der erste Vortrag gehalten. Nachdem der Präses, Herr Jacobson, mit einigen einleitenden, warm empfundenen Worten den Zweck des Vereins dargelegt und erörtert hatte, daß er den zu erwartenden religionswissenschaftlichen Vorträgen, die gewiß zur Hebung des Vereins beitragen werden, das beste Prognostikon stelle, begann der Redner. Derselbe behandelte das Verhältnis der Inden zu den alten Griechen und setzte in gedrängten, treffenden Bildern auseinander, daß die Fortdauer Israels durch seine religiöse Verfassung, die als Inbegriff des Glaubens an den einzigen Gott höchste Sittenreinheit erfordere, unbedingt garantirt sei, während die Griechen, obwohl sie auf dem Zenith der Bildung standen, obgleich die Wissenschaften, die schönen Künste und die Veredlung des Körpers auf hoher Stufe bei ihnen waren, dem Verfall und dem Untergang nicht entgehen konnten; ihr Ringen nach Erkenntniß der Weltregierung war plan- und fruchtlos, und Zügel - und Sittenlosigkeit mußten ihre Existenz untergraben. Der Redner endigte, bezugnehmend auf das bevorstehende Chanuka-Fest, mit kurzer Darstellung der glorreichen Hasmonäer-Kämpfe. Der Vortrag fand bei dem überaus zahlreich anwesenden Auditorium großen Beifall. Für die nächsten Vortragsabende, die in Zwischenräumen von je 3 Wuckeu stattsinden werden, sind noch mehrere namhafte Capacitäten gewonnen. Die Zusammenkünfte zum „Lernen" werden nach wie vor stattsinden. mm A. G. Altona, 10. Nov Ein Factum, welches sich diese Woche in unsrer Nachbarstadt Hamburg ereignete, kann ich den Lesern Ihres geschätzten Blattes nicht vorenthalten: Den Israeliten in Hamburg gegenüber, welche sich durch die Eidesleistung mit unbedecktem Haupte in ihrem Gewissen beunruhigt fühlten, war die Praxis der Gerichte bislang eine verschiedene. Während der dortige Landgerichts- Director Dr. Föhring bislang ein Bedecken des Hauptes seitens des schwörenden Israeliten nicht gestattete, hat der frühere Landgerichts - Direktor Dr. Poelchau dies mehrfach gestattet. Vorgestern fand die Sache durch einen Gerichtsbeschluß ihre Erledigung. In einer Jnjurienverhandlung wurde auch der Zeuge Herr A.M. Heilbnt (Bruder des Dr.H. in Biblis) von hier vernommen und als dieser erklärte, den Eid nicht unbedeckten Hauptes leisten zu wollen, zog das Gericht sich zur Berathuug zurück und verkündete durch Gerichtsbeschluß, daß dem Zeugen