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Der Israelit · 1882-05-03 · Heft 18 (3.5.1882) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 18 (3.5.1882)
Date
1882-05-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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436 den fortgesetzten Niederlagen der Griechen, von dem Verluste Roms und des größten TheilS von Italien, da wurde Kaiser Justinian, der das Abendland schon wieder mit dem Osten vereinigt gesehen, furchtbar aus seinen Träumen geweckt. Leicht ward es damals den Freunden Belisars, den Beweis zu führen, die Abberufung dieses Helden sei der Grund aller Mißerfolge. Klar lag es vor Augen, solange Belisarius in Italien — Sieg auf Sieg; sowie erden Rücken wandte — Schlag aus Schlag des Unheils. Die Byzantinischen Heerführer in Italien selbst erkannten nun offen an, daß sie Belisar zu ersetzen nicht vermochten. „Ich vermag nicht," schrieb Demetrius aus Ravenna, „vor Totila das offene Feld zu halten, kaum diese Festung der Sümpfe zu behaupten. Rom ist gefallen, Neapolis kann jeden Tag fallen. Sende uns wieder den großen Mann, oen Besieger der Vandalen und Gothen." Und Belisar, obzwar er sich hoch verschworen, nie wieder diesem undankbaren Kaiser zu dienen, hatte alle ihm widerfahrene Unbill vergessen, als Justinian ihn wieder lächelnd anblickte. So wurde denn aufs Neue eine Flotte ausgerüstet und ein Heer zur Wiedereroberung Italiens abgesandt. Vergebens warnte Prokopius seinen Herrn. „Diesmal," sagte er, „hast Du die Jtalier gegen Dich, welche Dir das vorige Mal Deinen Sieg so sehr erleichterten." Aber Belisar hörte nicht auf ihn und ging mit seinem Heere zur See. Lucius Licinius, der vom Kaiser zum Exarchen des verlorenen Landes ernannt war, begleitete ihn. Totila war bereits unterwegs, als ihm die Nachricht wurde, daß Belisar auf dem Seewege herannahe. „So ist denn keine Zeit zu verlieren," sagte er. „Wir müssen eilig Unteritalien und Neapel erobern, bevor Belisar dort landet. Ich bin Dir dankbar, Joseph, daß Du mich vom Hochzeitsmahle hinweggerissen hast. Jeder verlorene Tag hätte uns verhängnißvoll werden können." Auf der appischen Straße zog Totila durch Unteritalien. Diese Gegenden, welche am längsten unter dem Joche der Griechen gelitten hatten, waren am meisten bereit, die Gothen als Befreier zu grüßen. Mit Blumengewinden zogen ihm die Jungfrauen entgegen. Die Städte schickten ihm einen goldenen Wägen und zogen ihn jubelnd durch die geöffneten Thore. So ging es fort bis Neapel, auf derselben Straße, welche er einst als Flüchtling in nächtlicher Hast zurückgelegt hatte. Der Befehlshaber der Besatzung von Neapel og dem Gothenkönige entgegen, um an der Spitze einer Söldner und der bewaffneten Bürger in offener Feldschlacht gegen ihn zu kämpfen. Vor dem Beginne des Gefechts aber ritt ein Reiter auf weißem Rosse aus der Schlachtreihe der Gothen, nahm den Helm vom Haupte und rief: „Kennt ihr mich nicht mehr, ihr Männer von Neapel? Ich bin Totila. Ihr habt mich geliebt, als ich der Seegras eures Hafens war. Erinnert ihr euch nicht mehr, wie ich eure Weiber und Kinder auf meinen Schiffen geflüchtet vor den Hunnen Belisars? Wollt ihr jetzt gegen mich kämpfen?" „Heil, König Totila!" riefen die Bürger von Neapel und warfen die Waffen fort. Die Söldner allein waren zu schwach zum Widerstande; sie mußten sich ergeben. Totila schenkte ihnen die Freiheit. Da brachen auch sie in lauten Jubel aus und nahmen Kriegsdienste beim Könige der Gothen. Während Totila feinen Einzug in Neapel hielt, wollte der griechische Nauarch die Anker seiner Kriegsschiffe emporziehen und eilig davon fahren; aber die Matrosen der vielen im Hafen liegenden Handelsschiffe hinderten ihn daran, überwältigten die Mannschaft und die Führer und nahmen sie gefangen. Ohne Blutvergießen hatte der Gothenkönig die dritte Stadt des Reiches und eine Flotte gewonnen. Von allen Seiten strömten nun aus allen Landschaften Unteritaliens Abgesandte der Städte nach Neapel, um den Gothenkönig als Befreier in ihre Mauern zu laden. Aber der seekundige König rüstete vor allen Dingen die neugewonnene Flotte aus und bemannte sie. Jetzt erst zog er nach Süden, wo sich ihm das wichtige und starke Venevent ergab. Als Belisar mit seiner Flotte an der Küste von Unteritalien landen wollte, erfuhr er, daß er bereits zu spät kam. Widrige Winde hatten ihn aufgehalten. So mußte er unthätig an der Küste liegen bleiben. Lucius Licinius aber verlangte, auf einem Bote ans Land gebracht zu werden. Er kam an demselben Tage in seinem Schlosse an, an welchem Benevent sich dem König Totila ergeben hatte. (Fortsetzung folgt.) Hierzu zwei Beilagen. LecantworiliLe Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Perlaq und iLxvedition des .Israelit* große Bleiche 45. Z. Gott-leben'- Buchdruckern (Marnzer Anreiger).

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