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Der Israelit · 1881-05-04 · Heft 19 · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 19
Date
1881-05-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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457 des Leichenfeldes", hatte man ja in seinen Taschen nichts gefunden, was über sein Herkommen irgendwie Auskunft geben konnte. Er war nur eine Nummer. Kohn und Hulda, die Einzigen, die über den nach seinem Vater Jammernden hätten Auskunft geben können, hatten mehrere Tage den Krankensaal, in dem jener lag, nicht betreten; als aber Kohn von einem Kollegen von den Paroxismen des Kranken und dessen Sehnsucht nach seinem Vater hörte, da hätte er gern das Geheimniß enthüllt, wenn er nicht gefürchtet hätte, Hulda daniit eine Unannehmlichkeit zu bereiten. Kaum hatte aber diese über die Vorgänge im Krankensaale Mittheilung erhalten, als sie Kohn anf's Dringendste bat, doch Alles aufzubieten, den Vater Edgar's zum Kommen zu veranlassen. Der alte Herr v. Botho eilte aus die telegraphische Nachricht von der gefährlichen Lage seines Sohnes herbei. Das Vaterherz konnte es doch nicht über sich gewinnen, den ungerathenen Sohn ohne ein Liebeswort aus der Welt scheiden zu lassen; es war auch die höchste Zeit, daß er kam, er konnte ihm nur noch die Hand drücken, ihm ein letztes Lebewohl sagen, und ihn: die Beruhigung in's Grab mitgeben, daß er ihm Alles verziehen, was er gegen ihn begangen. Hulda hatte gewünscht, sich vor ihrem Onkel verborgen zu halten; sie glaubte dies um so leichter thun zu können, als ja ihr Onkel keine Ahnung davon hatte, daß sie dort, wohin er gerufen worden, weile. Ihren Gedanken sich überlassend und grübelnd , ob der alte Herr v. Botho dem Telegramm wohl Folge leisten werde, erging sie sich in der Nähe jenes Klosters an dem Ufer der Loire. Sie war gern mit sich allein; es stiegen dann Bilder einer glücklichen Vergangenheit vor ihrem geistigen Auge auf und eine schöne Zukunft glaubte sie vor sich liegen zu sehen. Alles Leid war vergessen, wenn sie an Arno dachte, der, wie ihr berichtet wurde, zusehends an Kräften zunahm, und der bald, wie Kohn ihr mitgetheilt hatte, so kräftig sein würde, daß sie sich ihm als seine Pflegerin werde entdecken können. Da wurde sie plötzlich in ihrem Nachsinnen durch den Nuf „Hulda, bist Du's!" aufgeftört, und ein alter^Mann stand vor ihr, ihr mit freudestrahlendem Gesichte die Hand entgegenstreckend. „Onkel!" jauchzte sie ihm entgegen, mehr konnte sie nicht sprechen und warf sich schluchzend an seine Brust. Das war nicht mehr der stattliche v. Botho von ehemals; gebückt und zitternd schlich der kummervolle Greis an seinem Stocke dahin, aber der Anblick der geliebten Nichte schien ihm neue Kräfte zu geben. „So habe ich Dich doch gefunden, so sehr Du Dich vor mir verstecktest!" „Wer sagt Dir, daß ich das gethan?" „Ich weiß Alles, der junge Arzt hat mir Alles entdeckt; ich aber nahm mir vor, nicht eher von hier fortzugehen, als bis ich Dich gefunden, um Dich zu bitten, mir in mein Haus zu folgen. Jetzt hast Du nichts mehr zu befürchten." Der alte Herr seufzte tief aus bei diesen Worten. „Und bist Du denn schon lange hier?" „Drei Tage!" „Daß mir der vr. Kohn nichts davon gesagt! Nun, er fürchtete, daß ich ihm dann die Entdeckung seinerseits zu schwierig, vielleicht unmöglich machen würde. Ich werde mit ängstlicher Sorgfalt von der Nähe des Krankensaals zurückgehalten und weiß nicht, was dort vorgeht. Wie geht es also Deinem Sohne?" „Er hat ausgelitten, heute Morgen gab ich ihm den letzten Händedruck. Er hat mir viele Schmerzen bereitet und doch thut mir sein früher Tod weh; so isi das Vaterherz. Die eine Hoffnung läßt mich Trost finden, daß seine Seele durch die Leiden geläutert worden ist. Morgen reise ich, also halte Dich zur Abreise bereit" „Wie könnte ich Dir „nein" sagen, doch möchte ich gern nach dem Berufe, den ich mir erwählt habe, leben, bis der furchtbare Krieg geendet ist. Wolltest Du mich nicht bis dahin hier lassen?" „Nein, der Arzt hat ausdrücklich erklärt. Du habest bisher so angestrengt Deine Pflicht gethan, daß Du der sorgfältigsten Ruhe bedarfst, wenn Du nicht selbst krank werden willst. Also morgen!" „Morgen? wirklich morgen?" entgegncte Hulda verlegen, „ich möchte doch — —" ..Weiß schon, weiß schon! Ich will Dich beruhigen, Du wirst Arno noch heute sprechen." (Fortsetzung folgt.) AKZEIßEIT. Für den folgenden Thcil ist die Redaüion nicht verantwortlich. /Lin jg. solid. Kausm. (Israel.), Besitzer eines gut eiliger, u. reell. Hamb. Geschäftsh., von rel. u. geacht., reicher Fam., I an die Annoncen-Expedition von Heinrich w. sich zu verheer. Junge Damen m. 30— > Eisler, Hamburg, zu richten. (1531 40 Taus. Mark Mitgift bel. Adr. n. E. 402 t

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