Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 19
- Date
- 1881-05-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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458 Bescheidene und ernste Anfrage an einige deutsch-jüdische Gemeinden. Die antisemitische Agitation, die dahin zielt, eine Scheidewand zwischen Mensch und Mensch herzustellen und uns Juden von Aemtern 2t. auszuschließen, einzig und allein, weil wir Juden sind oder von solchen abstammen, wird nicht nur von uns Juden, sondern von jedem rechtfühlenden Menschen verdammt. Warum schließen jüdische Gemeinden solche Juden von Aemtern aus, die nicht das Glück hatten, das Licht der Welt auf deutschem Boden zu erblicken, einzig und allein ihrer Herkunst halber? (Wie aus mehreren Stellenausschreibungen im „Israelit" zu ersehen ist!) Ist das nicht antisemitisch? Wo bleibt die Befolgung des Lehrsatzes, den wir so oft zur Geltung bringen wollen und der da lautet: Was Dir nicht lieb ist, thue auch Deinem Nächsten nicht? Ist das im Sinne unsrer gehandelt, die uns so oft lehrt "un r« om-w? Wenn ein mrv sich etwas zu Schulden kommen läßt und das Vergehen eines Einzelnen dem ganzen Judenthum zur Last gelegt werden soll, so schreien wir mit unferm großen Lehrer ny'Vro .rpypn myn pd pyi Ncrp -.nx it-nh Warum wird diese berechtigte Frage für unsre Brüder selbst nicht berücksichtigt und wegen einigen Wenigen, deren Vergehen wahrlich nicht von Bedeutung sind, eine ganze Nation, die nach Millionen zählt, öffentlich der Verachtung preisgegeben? Ein Sohn Zions. (Auch wir können das Hiergesagte nur billigen und ersuchen das annoncirende Publikum dringend, derartige Zusätze wie „Russen und Polen werden nicht ausgenommen" künftighin wegzulassen. Die Redaction.)! Ilfächrnf! I I Leider haeen wir den schmerzlichen Verj tust einer nrx j" beklagen, die es j verdient, baß ihr in diesen Blättern ei»! Nachruf gewidmet wird. Am 'j verschied hier Amalie Levi geb. Rosenthal aus Beerfelden, Ehesrau des Joseph Levi, im 3». Lebensjahre. Mit ihr verliert der Garte die treue, sorgsame Gattin, mit welcher er 12 Zahre in glücklicher Ehe verlebte. 5 unmündige Kinder die liebevolle Mutter, deren Erziehung sie mit allen mütterlichen Pflichten oblag, unsre Gemeiude eine brave, fromme und tugendhafte Frau und die Armen eine edle Woblthäterin. Die zahlreiche Leichenbegleitung, bei welcher sich alle Eonsessionen detheiligten, war ein beredtes Zeugniß der Liebe und Achtung, welche sich die Verblichene durch ihr biederes und menschenfreundliches Wirken erworben hatte. Möge der Allmächtige die tiefbetrübten Eltern und den schwergebeugten Galten trösten und der Dahingeschiedenen in reich-m Maße vergelten das Gute, das sie gethan. n " 2 “ y ** 211 r. Gernsheim a. Rh. (1583) W. /£iii tüchtiger Buchbindergehilfe (Israelit) sucht zum 1. Juli 1881 Stellung. Offerten unter Nr. 1590 besorgt die Expedition d. Bl. 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