Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1881)
- Date
- 1881-05-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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424 scheu Wissens, die erhabensten Wahrheiten in wenig Worte zusammen zu fassen verstanden.") „Dasselbe ist aber bei jedem Gebiete der Fall, auf dem sich ihre Aussprüche bewegen. (Ich habe die Zahl der verschiedenen Disciplinen, welche die Aussprüche unsrer Weisen zum Gegenstände haben, in meinem Buche urocm snDn aufgezählt.) „Da ist z. B. der Tyeil, welcher die Ethik und die ihr verwandten Gebiete behandelt. Hier zeigt sich so recht die Tiefe ihrer heiligen Weisheit. Wer je so glücklich war, in das Innere ihrer hierher gehörigen Aussprüche einzudringen, und ihre Gedanken im eigenen Geiste nachzudenkcn, dem ringt das überwältigende Staunen das Bekenntnis) ab: „das ist wahrhaftige Tradition, das ist himmlische Überlieferung!" „Zn diesem Zwecke habe ich das Werk D’a verfaßt, dessen sechs nach logischen Grundsätzen gegliederte Bücher dieses eine Ziel anftrebcn. „Das erste Buch 2“y2V min wv' behandelt Ursprung und Wesen der s"jnö?n. „Das zweite Buch bringt auf Grund der im Buch I. gewonnenen Resultate jede einzelne Materie zur Sprache, welche s"jntrn zum Gegenstände hat. „Das dritte Buch ^bho stellt in logischer Reihenfolge alle Materien dar, deren Kenntniß für das Studium der 2“y2wn unerläßlich ist, und deren Verhältniß zu ihr. „Das vierte Buch 3»-oöm sron enthält in seinem ersten Bande viele das Verhältniß zwischen 2'‘2wr\ und behandelnde allgemeine Untersuchungen. — Im zweiten Bande sind ällc Fundamentalbegriffe und Grundsätze erläutert, die für das Vcrständniß von und ihrer Beziehung zu nöthig sind; in wie viele Theile sich diejenigen gesetzlichen Bestimmungen der 2“y2wn gliedern lassen, welche mit der 3''2sti in Verbindung t und den Namen Nnmn tragen. In diesem Bande wird auch die Schrifterklärung unsrer Weisen, die Middoth, und ■rDD r.jc'D“? ro^n behandelt — Sodann finden diejenigen gesetzlichen Bestimmungen der ihre Erklärung, welche den Namen pam tragen, sowie das Wesen der nupn, npdodx, nnn, der Ursprung, der den omtuo innewohnenden verbindlichen Kraft, nebst Erläuterungen aller einschlägigen muiD. „Das fünfte Buch irrnip^m nuPnn wpu hat die eigentlichen Objecte, die Grundprincipien jeder einzelnen Halacha zum Gegenstand, nach der von Rambam v"r und theilweisc auch vom -p-w inpw gewählten Einteilung. In kurzgefaßter Weise werden von jeder einzelnen Kategorie diejenigen gesetzlichen Bestimmungen aufgeführt, welche den Gegenstand abgrenzen und der Nachweis geführt, wie der Mangel einer solchen systematischen Behandlung der einzelnen gesetzlichen Bestimmungen so vielfache Conz fusion und Verwirrung veranlaßt, während andrer-! seits, abgesehen von den neuen, überraschenden Eri gebnissen einer solchen syftematischeu Behandlungs- > weise, schon die mnemotechnischen Vortheile eines sol-! chen Verfahrens sehr für dasselbe sprechen. Denn I der Denker, der die Grundprincipien jeder einzelnen nz6n kennt, wird die detaillirten Bestimmungen leicht im Gedächtniß behalten. „Das sechste Buch □rpnijup1? omi V'jDn morn erläutert in seinem ersten Theil die Deraschoth unsres Weisen y'i, auf wie tiefem Denken und welch' bewährter kritischer Methode sie beruhen; der zweite Theil enthält die Regeln ihrer Sprachweise. (Schluß folgt.) <*ra»iT»jpnw«awcmwi—BW————— —■— Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Argenau (Gniewkowo), 29. April. Der Special-Berichterstatter des „Berl. Tgbl." schreibt in Bezug auf die hier ausgebrochenen Unruhen: Um 9 Uhr hier eingetroffen, habe ich bisher Folgendem als sicher ermittelt: In dem hiesigen 2200 Seelen zählenden Orte hatte sich schon seit längerer Zeit zwischen den jüdischen Familiien (ungefähr 40) und den gebildeteren Christen eine feindselige Stimmung entwickelt. Lediglich die Berichte gewisser Berliner Zeitungen über die antisemitische Bewegung hatten hier eiire Gereiztheit hervorgebracht, welche noch stieg, als zwischen einem christlichen Oberlehrer und einem jüdischen Kaufmann wegen Schulangelegenheiten eine Differenz entstand. In immer weitere Kreise drang diese Gereiztheit. Auch die ungebildeten Elemente wurden davon ergriffen. Am 27. ds. fand hier die Controlversammlung der Reservisten statt. Es pflegt eine solche Feierlichkeit in der Provinz nie ohne eine gewisse animirte Stimmung unter den Theilnehmern stattznfinden, die Reservisten kneipten am Nachmittag wie dies bei solchen Versammlungen üblich ist, und sangen schließlich Lieder, von denen eines mit dein polnischen Refrain schloß:, „Wir gehen nach Palästina." Die anwesenden jüdischen Gäste griffen daraus die Reservisten thätlich an und zwischen drei Christen und vier Juden entstand eine große Prügelei, bei welchen mit Messern gestochen wurde. Die Tumultuanten wurden getrennt, es war dies gegen 6 Uhr Abends und die Ruhe war wieder hergestellt. Nach den übereinstimmenden, hier cursirenden Versionen geschah nun Folgendes: Vor der Thür eines jüdischen Einwohners (derselbe genießt hier absonderlicher Weise den Ruf eines „Rabulisten" schon deßhalb.