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Der Israelit · 1860-06-20 · Heft 4 (20.6.1860) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 4 (20.6.1860)
Date
1860-06-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4b waren die Worte, die unser verehrter Oberlehrer Bernheim beim ersten Ruhepnnkt des Leichenzuges sprach, ebenso der aus dem Gottesacker vom Nabbinatsgelehrten D. Guggenheim gesprochene Nachklang: die unaufhaltsam rinnenden Thronen — er war Freund und Gefährte des Verstorbenen, ja besten rechte Hand gewesen — erstickten oft seine Rede. Beiden Rednern gebührt öffentlicher Dank, ihre Worte sind uns unvergeßlich. Möge der Verblichene im Jenseits alle die Ruhe und Glückseligkeit finden, die eine makellose Tugend in diesem Leben versprochen. iAargauer Nachrichten.) Syrien. Damaskus, 17. Mai. Frhr. Nath. ».Rothschild ist von Jerusalem, Liberias und Lastet am 2. d. hier eingetroffen. Während seines Aufenthalts hatte er Gelegenheit, die interessantesten Orte und Persönlichkeiten der Stadt zu besuchen, und ist namentlich von Abdel Kader auf's Freundlichste empfangen worden. Die hiesigen Israeliten haben ihm zu Ehren im Hause des Herrn Raphael Levi ein großes Fest veranstaltet. Er ist am d. nach Baalbek und Peyrut abgereist, wo er bereits am 13. eingetrosfen ist. (A. Z.) Feuilleton. Der Ausruf an die Seele . Ik. Becimja bar Joseph. O Seele, auf, erhebe deine Flügel, Dem Schöpfer Lob zu bringen, Dank und Preis, Laß schießen frei der glüh'nden Andacht Zügel, Bis in der hohen Sternenbahnen G'leis; Erwache endlich ans des Schlummers Banden, Und überlege Deines Daseins Plan, Daß Du gekommen bist aus fernen Landen, Wo man Dich wiederum wird einst empsahn! Drum rüttle Dich aus der Betäubung Träumen Und preise Den, der Dir das Leben gab, Verkünde laut sein Lob in allen Räumen, Wohin Dich führen wird Dein Wanderstab. (Beilage zu Wro Laß seiner Thaten Glanz die Lust erfüllen, Wohin sich Deines Odems Hauch nur regt, Und liebe ihn mit ungeteiltem Willen, So lang die Bimst den letzten Trieb noch hegt! Nicht gleich', o Seele, Du den schnellen Rosten, Die nicht die Gier zu zähmen mächtig sind, > Nicht der Betrnnk'nen nbermüth'gen Trossen,! Die taumelnd sinken, wie ein lallend Kind.! Dein Dasein kömmt ja ans der Weisheit Quelle,! Aus der Erkenntnis; hohem Lebcnsbaum, . Entsprungen aus des Heiligthumes Zelle, . Dort, wo der Seraph weilt im Himmelsranm! Drum hüll', o Seele, Dich in Weisheitsschleier Und gürte Dich mit hoher Einsicht Band, Damit Du fliehst der Lüste Höllenfeuer, In das Dich lockt Dein irdisch Trnggewand! Laß nicht Dein Herz die Lieblichkeit bcthören, j Mit der Dein Trieb der Freuden Blumen malt, Der Dir nicht Frommen jetzo kann gewähren, Doch später einst viel Hohn und Kummer zahlt! j Durchstreife des Verstandes weite Pforte Und Deiner Weisheit heimlichstes Gemach, Ergründ' des ird'schen Seins Entstehuugsorte 2 Und spür' des Körpers frühem Ursprung nach:! Sein Bild erscheint dann deutlich Deinem Blicke, Wie er entstanden ist aus nicht'gem Staub, E Geformt aus Asche auf des Lebens Brücke, Wie er in Zukunft wird der Würmer Raub. Fürwahr, nur ein verächtlich schwaches Wesen, Ist Deiner Hülle schwindendes Gebild, Ein dumpfer Körper, ausgesetzt dem Bösen, Hier auf der Erde trüg'rischem Gesild. Entsprungen aus des Lebens trüber Quelle, Die stets Vergänglichkeit ja aus nur haucht, Umgibt ibn Schmerz schon an des Daseins Schwelle, Bis er in's dunkle Grab wird einst getaucht. Von seiner zartsten Jugend Morgcnröthe Strebt er zu hascheu nach der Sinne Lust, Sucht gierig aus der Freuden Blumenbeete, Nach denen lüstern dürstet seine Brust; , Verstößt der Tugend goldncn Weisheitslehren : Im trüben Schlamme seiner Ueppigkeit, Läßt sich von jeder Täuschung leicht bethören,! Und schleicht einher in öder Dunkelheit! L Äes Israelit.)

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