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Der Israelit · 1860-06-20 · Heft 4 (20.6.1860) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 4 (20.6.1860)
Date
1860-06-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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fahren, war vergebens; in leichten Momenten gab sie an, daß sie in Ostrolenka geboren, und an Wolf Herz vcrhcirathet sei. Sie wäre Mutter von zwei Kindern: 2.12 und.-un (Hanne), ihre Mutter heiße Blümchen, sie selber Nosalie 7>p22, und wollte nach Berlin reisen. — Sie wurde bei Privatleuten untergebracht, und als eben die hiesige Gemeinde für eine bessere Lage dieser Unglücklichen sorgen wollte, starb sie plötzlich. Sie wurde u"' »222- 2->p beerdigt. Dieses zur Nachricht für Verwandte. /. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 6. Juni. Der hiesige Kaufmann Wolfgaug Löwenfeld (Israelit) erhielt das Bürgerrecht der Stadt Prag. Zwar haben schon mehrere Hilden das Ehrendürgerdiplom erhalten, doch als ordentliches Bürgerrecht soll dieß der erste Fall sein. (Pr.) Schweiz. ' Lerrgrran in der Schweiz. Leider soll mein zweiter Bericht aus unserer Gemeinde schon eine große Trauerbotschaft bringen. Unser ehrwürdiger, in weiten Kreisen bekannter Herr Rabbiner 'P2, 222'2 ->12.-, ^22ü.2 p.r<:.2 2^.2 2--2^2!2 d'.2: 221P27 hat nach einem kurzen Krankenlager und in einem Alter von 76 Jahren das Zeitliche verlassen, um in das ewige Leben einzutreten. Ich vermag mit Worten dessen .-.-.277i. nicht darzustellen; er war einer jener alten Glanzstcrne, die leider immer seltener werden. Er war der hiesigen Gemeinde seit 40 Jahren ein treuer Seelenhirt und hat durch Wort und That Alles gethan, was zur Erhaltung und Belebung des echten Jndenthums beitragen konnte, lieber das Zustandekommen einer orthodoxen Zeitschrift hat sich der Dahingeschicdene sehr gefreut; auf dem Krankenlager, zwei Tage noch vor seinem Tode, hat er gegen Schreiber dieser Zeilen seine Zustimmung zu dem in der ersten Nummer dieser Zeitung enthaltenen Aussatze „Die innern Feinde" geäußert. Selbst im Alter fand man den Dahingeschiedenen selten, ohne daß sein greises Haupt über ein ->22 gebeugt war, und im strengsten Winter blieb er etwa zwei Stunden nach dem Gebete in der Synagoge, um auch an dieser heiligen Stätte.22122 pvip , zu sein. Er hinterläßt einige ungedruckte hebräische j Werke, und in vielen seinen 2'2?2 befinden sich viele! von ihm geschriebene Randglossen. Durch seine Fröm- I migkeit und seinen tadellosen Wandel stand er in der ganzen Umgebung in großem Ansehen und wird all-! gemein, selbst von Bekennern anderer Eonfessionen, sehr betrauert. (N. W. Dreyfuß hat seine talmudische Ausbildung in Mainz erhalten und war einer der vorzüglichsten Schüler des 9t. Herz Scheuer D. Red.) Aargau. Lengnau, 3 t. Mai. Heute, am letzten Tag des Frühlingsmonats, trugen wir uusern verewigten Neligionsvater, Rabbiner Dreifuß, zu Grabe. Das Leichenbegängnis; war Beweis der Liebe und Achtung, in der er gestanden. Mehr als 500 Menschen nahmen Theil, und von allen Glaubensgenossen, die außerhalb der Heimathgemeinde wohnen, fehlte Niemand. Der Todte war dessen würdig; 7V Jahre alt geworden, hat er 40 Jahre in voller Pflichttreue der Gemeinde gewidmet. Zu einer Zeit geschult und gebildet, da noch vieles im Wege und hinter unsrer Zeit stand, hat er sich einen Grad von Menschenkenntnis; und wissenschaftlicher Bildung erworben, der bewundernswertst war. Man muß den Talmud kennen, um dies zn beurtheilen; cs bedarf hier nicht nur Begabung, scharfe und tiefe Auffassung, sondern auch strenges, wissenschaftliches Studium, und der Verblichene hat es hierin so weit gebracht, daß er allen denen Hochachtung einflößte, welche ihn in dieser Beziehung näher kennen lernten. Mit dieser seiner religiösen Wissenschaft, der er bis zn seinem Tode gelebt, ist sein tadelloser Lebenswandel Hand in Hand gegangen; tugendhaft in jeder Beziehung, freundlich gegen Jedermann, tolerant für jede Geistesrichtung, im Stillen -whlthätig, gewissenhaft und pflichttreu — das waren die Eigenschaften, die ihm jedes Herz gewannen, so daß Niemand bei uns ist, der sich durch seinen Tod nicht verwaist fühlte. Das Weltliche hat er nur, soweit immer nothwendig, besorgt und seinem ideellen geistigen Berus gelebt, zurückgezogen, anspruchslos bei einem Werth und innern Gehalt, der nicht leicht ersetzt sein wird. Das Gepräge dieser Gefühle trug auch der Leichenzug: ernste und tiefe Trauer auf allen Gesichtern, starke Männer weinten Thränen kindlichen Schmer- . zes. Ergreifend und Allen aus der Seele gesprochen

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