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Der Israelit · 1860-06-13 · Heft 3 (13.6.1860) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 3 (13.6.1860)
Date
1860-06-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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31 Bedürfniß als-jetzt? War es jemals so nothwendige Bedingungvon klaremWiffen der Thora durchdrungen und erleuchtet zu sein, um fest in der Religion zu bleiben,, wie jetzt? -—Das Schwierige und. Wichtige dieser Frage empfehle ich zur gründlichen Erörterung in diesen Blättern. Jedenfalls aber mag dieser Gegenstand zur allgemeinen Beherzigung geeignet sein, wie man in jenen verantwortlichen, entscheidenden Momenten, bei der Wahl eines Rabbinen, dem man die religiösen Angelegenheiten anvertraut, derartige wichtige Fragen in Erwägung ziehen uud weniger auf äußeren Prunk in der Sache der Wahrheit achten möge. In jenen ernsten Stunden, wo Mancher mit seiner Habe sich ein unsterbliches Verdienst begründen möchte, da ist es die. Wahrheit, die reine ungetrübte Wahrheit, die befriedigen und nützen soll. Und mit Ernst, die Hand an's Herz! .'Wer ist Eures Zutrauens mehr würdig, die treuen Söhne der frommen Väter, die gegen Anlockung und Verführung des Zeitgeistes die Religion in ihrer überkommenen Kraft und Fülle festhalten, 'oder die Männer, die den: Scheine und dem Prunke und sich huldigen und die mit jedem Tage ciirc uerro Maare für Wahrheit feilbieten? 0.. Zw ei brücken, 30. Mai- Nach Eröffnung der heutigen Assisensitzung wurde Hr. Leovold Stein, Rabbiner der Neformgemeinde von Frankfurt a. M., aufgerufen, welcher der Schmähung und Beleidigung des k. Appellationsgerichtes der Pfalz durch die Presse beschuldigt ist. Stein erschien nicht, weßhalb ein Contumacial-Verfahren gegen ihn stattfand. Dem Anträge derEtaatsbehörde entsprechend, wurde der Angeklagte unter Anwendung der Art. 16. und 26. des Preßgesetzes, wegen Schmähung des k. Appellationsgerichts mit Beimessung verächtlichen Spottes und Aufforderung zum Ungehorsam zu einer Gesängnißstrafe von 6 Wochen, 25 fl. Geldstrafe und in die Kosten verurtheilt. (Pf. Kur.) - Mrrs Bsiern, 11. Juni. Wenn wir früherhin jene ekelhaften persönlichen Angriffe auf einen der ehrenwerthesten Männer unsrer Zeit, den Rabbiner Bambergeraus Würzburg, in der Zeitung des vr. Philippson lasen, so schwiegen wir gern dazu, wohl wissend, daß die- Welt ihr Urtheil nicht nach einer Zeitung bildet, die edle und hervorrage nd e Männer in unverantwortlicher Weise beschimpft.! Jetzt aberda durch den „Israelit" das orthodoxe Judenthum G. s. D. nicht mehr mundtodt ist, wäre es kl" NN POW ^22 wenn wir dazu schweigen wollten. Doch wie sollen wir solchen Gemeinheiten entgegnen, wie man sie neuerdings in Nr. 23 der Ph.'schen Zeitung liest, ohne in denselben Ton der Gemeinheit zu fallen, der edle Jünglinge, die sich dem Thorasiudium widmen, „schlehmilige Bacherlich" nenntder nicht allein uneigennützigen, voll Aufopferung nur für das Gute strebenden Männern die niedrigsten Beweggründe unterschiebt, sondern sie auch mit ordinären Schimpfwörtern, wie „Wackel- und Leiermann", „Weiß-, Schwarz- und andre Köpfe" (eine eben nicht verblümte Anspielung auf den höchst würdigen Rabbiner Weißkopf zu Waller st ein) bezeichnet, wenn zarte Gleichnisse gewählt werden, wie „die Sonne anbellen"? („den Mond", wie es im Sprichworts heißt, genügt noch nicht, PH. ist eine Sonne.) — Nein, wir werden nicht in den Ton der Ph.'schen Zeitung verfallen — es genügt schon dem verehrten Leser den Schmutz gezeigt zu haben, und er wird sich voll Ekel abwenden. Aber sagen wollen wir ihm doch, wer diese Männer sind, die so von PH.! tractirf werden, um dadurch den Beleidiger in das rechte Licht zu stellen. Es sind Männer,! die seit ihrer frühsten Jugend in Reinheit und Hei-! ligkeit gelebt haben, die ihre Tage und Nächte dem Thorastudium weihen, deren zahlreiche Schüler be-! reits in weiter Welt den Namen der Lehrer durch j gleiches Streben ehren, die keine Mühe, keine Auf-! Opferung scheuen, wo es gilt Gutes zu wirken, Noth j zu lindern, Gebrechen abzuhelfen, die, Pfleger der Armen, Väter der Waisen, Beschützer der Wittwen, ihre eignen Kinder so erziehen, daß sie würdige Nachkommen unsrer heiligen Erzväter heißen, die, hervorragend durch Gelehrsamkeit und durch echt jüdische Thätigkeit, sich einen Weltruhm erworben haben, welchen die Ph/sche Zeitung vergebens zu besudeln sich bemüht. — Auch wir, Herr vr. PH. und Genoffen, auch wir könnten recht artige Anekdötchen erzählen, artiger als die, welche Sie Ihren Lesern austischen, und zugleich treffender, characterisirender; zwingen Sie uns nicht, uns des Sprichworts zu erinnern: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil! .ti.—

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